So viele Menschen sind im Städtedreieck aus der Kirche ausgetreten

Von Friedrich Gluth · 18. Februar 2024 um 05:00

Seit 1990 haben die katholische und evangelische Kirche mehr als ein Viertel ihrer Mitglieder verloren. Der Großteil dieser Verluste ist auf Kirchenaustritte zurückzuführen. Wie aber sieht die Situation in Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und Teublitz aus? Ein Überblick.

Jüngst veröffentlichten Zahlen zufolge gehören den beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland etwas mehr als 40Millionen Menschen an. Davon entfallen etwa 20,9 Millionen auf die katholische Kirche, rund 19,2 Millionen auf die evangelische. Knapp jeder zweite Deutsche ist somit einer der beiden Kirchen zugehörig.

Wie viele Menschen sind in Deutschland aus der Kirche ausgetreten?

Damit haben die großen Konfessionen seit 1990 über ein Viertel ihrer Anhänger verloren. Im Jahr 2021 war die Anzahl der Kirchenmitglieder erstmals unter die Marke von 50 Prozent der Gesamtbevölkerung gefallen.

Wie viele Menschen sind 2023 aus der Kirche ausgetreten?

Der Großteil der Verluste ist auf Kirchenaustritte zurückzuführen. Dabei waren für das Jahr 2022 Rekordzahlen an Austritten gemeldet worden. 522.821 Katholiken haben 2022 deutschlandweit der Kirche den Rücken gekehrt, bei den Protestanten waren es 380.000. Nach dem bisher bekannten Zahlenmaterial war auch im Jahr 2023 die Zahl der Kirchenaustritte zwar wieder hoch, die Zahl aus dem Jahr 2022 aber wurde nicht mehr erreicht.

7270 Religiöse in der Katholischen Stadtkirche Burglengenfeld

Wie sieht die Entwicklung im Städtedreieck Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof, Teublitz aus? Um dies festzustellen, wurden die sieben katholischen Pfarreien beziehungsweise Pfarreiengemeinschaften um die Zahlen für die Kirchenaustritte gebeten, ebenso die beiden evangelisch-lutherischen Pfarrämter Maxhütte-Haidhof/Teublitz und Burglengenfeld.

Bei der nachstehenden Auflistung erfolgte die Sortierung absteigend nach der Größe der Pfarreien beziehungsweise Pfarreiengemeinschaften und spiegelt den Stand vom 31. Dezember 2023 wider.

Die größte Pfarrei ist die aus den Pfarreien St. Vitus, St. Josef und St. Pankratius bestehende Katholische Stadtkirche Burglengenfeld mit derzeit 7270 Katholiken. Im Jahr 2022 haben 234 Mitglieder die Kirche verlassen, im Jahr 2023 waren es 188.

Aus der Pfarreiengemeinschaft Leonberg/Pirkensee mit aktuell 4000 Katholiken sind im letzten Jahr 60 ausgetreten, dies entspricht rund 1,5 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet es einen Rückgang von 13 Personen gegenüber 2022.

3070 Mitglieder umfasst die Pfarrgemeinde Teublitz einschließlich Saltendorf. Hier waren im letzten Jahr 48 Kirchenaustritte zu verzeichnen. Im Jahr vorher waren es noch 68Austritte.

Bei der mit 2237 Katholiken viertgrößten Pfarrei im Städtedreieck, der Pfarrei St. Barbara Maxhütte-Haidhof, haben sich im letzten Jahr 67 Personen von der Kirche abgewandt, also rund drei Prozent. Im vorhergehenden Jahr 2022 waren 66Katholiken aus der Glaubensgemeinschaft ausgetreten.

Einen Anstieg bei den Kirchenaustritten von 41 im Jahr 2022 auf 46 im Jahr 2023 konstatierte die evangelische Kirchengemeinde Maxhütte-Haidhof/Teublitz, das heißt bei 1863Gemeindemitgliedern rund 2,5 Prozent.

Bei sechs von acht Pfarreien haben sich die Zahlen verringert

Die 1299 Katholiken umfassende Pfarrei St. Josef Rappenbügl hatte 2023 zwar noch den Austritt von 17 Katholiken zu verschmerzen, doch waren dies um fünf weniger als im Vorjahr. Damals waren rund 1,7 Prozent der Pfarrangehörigen den Weg aus der Amtskirche gegangen.

Eine deutliche Verringerung der Austrittszahl ist dagegen in Katzdorf mit seinen aktuell 1116 Pfarrangehörigen festzustellen. Traten dort im Jahr 2022 noch 40 Personen aus, reduzierte sich 2023 diese Zahl um 65 Prozent auf 14.

Die Pfarreiengemeinschaft Münchshofen/Premberg ist mit 779 Katholiken die kleinste Pfarrei im Städtedreieck. Hier hat sich im Jahr 2023 die Zahl der Kirchenaustritte im Vergleich zum Vorjahr auf die Hälfte, das heißt auf 11 reduziert. Damit haben sich dort rund 1,5Prozent von der Amtskirche verabschiedet.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Burglengenfeld kann in der Statistik nicht erfasst werden, da das evangelische Pfarramt keine Zahlen herausgibt.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich im Jahr 2023 bei sechs von acht Pfarreien die Zahl der Kirchenaustritte gegenüber dem Vorjahr verringert hat, in einem Fall sogar um 65Prozent. Ob es sich bei den rückläufigen Zahlen der Kirchenaustritte um einen Trend oder um eine Ausnahme handelt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

Bei den meisten Pfarreien lagen die Austrittszahlen bei etwa 1,5 Prozent der Pfarrangehörigen. Davon abweichend sind die katholische Pfarrei St. Barbara in Maxhütte-Haidhof und die Stadtkirche Burglengenfeld mit jeweils etwa drei Prozent und die evangelische Pfarrei Maxhütte-Haidhof/Teublitz mit rund 2,5 Prozent zu nennen.

Es wurden aber nicht nur die Zahlen hinsichtlich der Kirchenaustritte angefragt, sondern auch die statistischen Werte für Kircheneintritte in den Jahren 2022 und 2023 sowie für das Jahr 2023 die Anzahl der Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen.

Pfarrer Steffen Brinkmann im Pfarrbüro der Kirche St. Barbara in Maxhütte Foto: Friedrich Gluth
Pfarrerin Hanna Fiedler-Stahl in der evangelisch-lutherischen Segenskirche Maxhütte Foto: Friedrich Gluth