Hallenbad, Sporthalle, Erweiterung der Grundschule: So soll es tatsächlich kommen

Von Jochen Dannenberg · 15. Februar 2024 um 15:00

Bürgermeister Thomas Memmel hat unlängst seinen neuen Haushalt vorgestellt. Er ist 60 Millionen Euro schwer, so viel Geld hat die Stadt noch nie in einem Jahr ausgegeben. Eine Ausnahme? Ein Blick auf die Planungen für die nächsten Jahre verrät, was noch auf die Kommune zukommt.

Genau 60,9 Millionen Euro ist der Haushalt schwer, so wie er im Hauptausschuss des Stadtrats vorgestellt wurde. Das sind rund 10 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Möglich wird der „Sprung“, wie es Bürgermeister Memmel formulierte, durch einen Griff in die Rücklagen. Erforderlich wird er durch notwendige Ausgaben insbesondere für Kinder und Jugendliche, die Innenstadtsanierung und das neue Baugebiet in Irnsing. So sind 2,3 Millionen Euro für die Schulen und 2,7 Millionen für die Kindergärten vorgesehen.

Große Vorhaben, über die seit vielen Jahren im Stadtrat diskutiert wird, sind in dem Haushaltsentwurf nicht enthalten. Das Hallenbad soll durch einen Neubau ersetzt werden, die Stadt soll endlich eine „richtige“ Sporthalle bekommen und die Grundschule muss erweitert werden, um auch in Zukunft alle Kinder betreuen zu können. Sind Hallenbad, Sporthalle und Erweiterung der Grundschule deshalb Fehlanzeige? Der Investitionsplan verrät, wie es mit diesen Projekten weitergeht.

Anspruch auf Betreuung

Für die baulichen Maßnahmen an der Grundschule sind in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro und im kommenden Jahr noch einmal 300.000 Euro vorgesehen. „Wir wachsen in der Schule“, sagt der Bürgermeister und meint damit vor allem die Ganztagesbetreuung. Sie spielt eine „ganz wichtige Rolle“ bei den Planungen. „Da muss ein roter Faden entstehen, wir wir das bis 2029 schaffen.“

Zum Hintergrund: Mit dem neuen Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) erhalten Kinder im Grundschulalter ab dem Schuljahr 2026/27 stufenweise (beginnend mit den Erstklässlerinnen und Erstklässlern) einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der bis zum Schuljahr 2029/30 die Klassenstufen 1 bis 4 umfassen wird. An der Grundschule geht es dabei um mehr als ein paar zusätzliche Zimmer. Es geht auch um den Schul- und Pausenhof. Sie dürften nicht vergessen werden, sagt Memmel.

Daneben soll endlich Bewegung in den Neubau des Hallenbades kommen. Heuer sind noch bescheidene 159.000 Euro und nächstes Jahr gerade einmal 100.000 Euro vorgesehen, aber danach stehen große Summen an. Jeweils fünf Millionen Euro sieht der Investitionsplan in den Jahren 2026 und 2027 vor.

Wie wichtig es ist, das Thema anzugehen, hatte zuletzt das Hallenbad in Mainburg gezeigt. Es ist Ende Januar überraschend geschlossen worden – und zwar dauerhaft. Aufgrund „teils massiver baulicher Schädigungen“ hatte Landrat Martin Neumeyer als „Hausherr“ diese Eilentscheidung getroffen.

Kurz zuvor hatte in der landkreiseigenen Lehrschwimmhalle eine bauliche Überprüfung stattgefunden. Diese hatte so gravierende Mängel und Schäden aufgezeigt, dass „aus Sicht der Tragwerksplanung eine weitere Nutzung nicht mehr verantwortet werden“ könne, teilte das Landratsamt Kelheim anschließend mit. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne tragende Elemente kurzfristig versagen. Uns bleibt deshalb keine andere Möglichkeit als diesen Schritt zu gehen“, wurde Landrat Martin Neumeyer in der Pressemitteilung des Landratsamtes zitiert.

Bürgermeister Thomas Memmel möchte nicht, dass es zu einem ähnlichen Fall in Neustadt a.d. Donau kommt. Immerhin ist das Hallenbad schon über 50 Jahre alt. Zuletzt hatte auch die DLRG Neustadt zum Handeln aufgefordert. Beim Faschingszug am Sonntag hatte eine Fußgruppe der Rettungsschwimmer gefragt, ob die DLRG jetzt selber „ran“ müsse. Bürgermeister Memmel sagt: „Wir müssen dieses Projekt jetzt anschieben.“

Hallenbad und Schule zuerst

Für die Erweiterung der Grundschule und ein neues Hallenbad sowie die neue Sporthalle werden nach aktuellen Baupreisen 30 Millionen Euro veranschlagt. Geht das alles auf einmal? Im Gespräch mit dieser Zeitung macht der Bürgermeister klar, dass es Prioritäten gebe. Hallenbad und Schule gingen vor, betont er.

Außerdem gibt es noch weitere Aufgaben, bei denen heute niemand abschätzen kann, welche Kosten am Ende wirklich auf die Stadt zukommen – zum Beispiel bei der Kläranlage. Auch sie muss dringend saniert werden. Jeweils drei Millionen Euro sind dafür im Jahr 2025 und 2026 eingeplant.

Schließlich sind alle Projekte abhängig von der Entwicklung der Einnahmen und insbesondere der Entwicklung der Kreisumlage. Da ist die Stadt der größte Einzelzahler. 9,4 Millionen Euro sind für die Kreisumlage allein in diesem Jahr angesetzt.

Vor einem halben Jahrhundert wurde mit dem Bau des Hallenbades begonnen. Foto: Stadtarchiv Neustadt
Vor zwei Jahren wurde das Hallenbad 50 Jahre alt. Foto: Stadtarchiv Neustadt