Der Speisesaal im Kloster St. Josef ist für die Nonnen zu groß – jetzt wird er zum Wirtshaus

Neumarkt bekommt ein neues Restaurant: Der Speisesaal im Kloster St. Josef wurde umgebaut und wird Ende März in eine Gaststätte verwandelt. Verwaltungsleiter Roman Salzer kann sich dort auch kleinere Events vorstellen. Im Interview verrät er die Pläne und das Konzept.
Immer wieder hallen Bohrgeräusche und Hammerschläge durch die Rundbögen des ehemaligen Speisesaals im Kloster St. Josef. Machen die Bauarbeiter aber kurz Pause, verströmt der große Raum eine ruhige und altehrwürdige Atmosphäre. „Diese Ruhe zieht sich durch das ganze Kloster“, findet Roman Salzer. Der Verwaltungsleiter sitzt an einem Tisch mitten im Speisesaal und schaut sich um. An den Wänden stehen inzwischen moderne Buffet-Theken und auch eine Zapfanlage ist schon installiert.
Denn Ende März soll im historischen Speisesaal des Klosters die Gaststätte „Sankt Josef‘s“ eröffnen. „Über Jahrzehnte hinweg war das der größte und wichtigste Speisesaal für die Nonnen im Kloster“, berichtet Salzer. Im Frühjahr 2022 zogen die Schwestern allerdings in einen anderen Saal um.
Der Grund: Es gibt immer weniger Nonnen. Der Speisesaal wäre also zu groß geworden. „Darum wollen wir den Raum jetzt gastronomisch nutzen“, sagt Salzer. Dazu bekam der Speisesaal einen neuen Anstrich und einen neuen Boden. „Außerdem haben wir einen Nebenraum für kleinere Feiern geschaffen.“
Ort für private Feiern
Die neue Gaststätte soll ein Selbstbedienungslokal werden – um mit weniger Personal auszukommen. Das soll auch die Preise niedriger halten. Bisher wird der Speisesaal bereits von Gästen des Tagungshotels genutzt – und auch Feierlichkeiten finden dort schon statt.
„Der Saal soll für alle da sein. Jeder soll dort Feste, wie Kommunion, Trauung oder Geburtstage feiern können“, sagt Salzer. Nur laute Partys bis tief in die Nacht soll es nicht geben – weil sich die Schlafräume der Nonnen in der Nähe befinden.
Das neue Lokal plant aber auch selbst konkrete Veranstaltungen: „An Ostern wollen wir zum Beispiel einen Osterbrunch anbieten.“ Trotzdem soll die Gaststätte zunächst klein anfangen: „Vielleicht machen wir künftig regelmäßig einen Brunch am Sonntag. Aber das muss erst wachsen“, sagt Salzer.
Auch ein Buffet am Sonntag sei geplant. „Die Idee ist, dass die Leute erst in die Kirche gehen und dann zum Essen. Aber natürlich können sie auch zu uns kommen, ohne davor in der Kirche gewesen zu sein“, sagt der Verwaltungsleiter und schmunzelt.
„Ehrliche bayerische Küche“
Der Fokus in der neuen Gaststätte soll auf „ehrlicher bayerischer Küche“ liegen, wie Salzer betont. „Aber vielleicht gibt es auch mal einen italienischen Abend.“
Die Gaststätte liegt allerdings nicht zentral in der Innenstadt, sondern etwa außerhalb. Ist das ein Problem? „Ich denke nicht. Das Kloster kennt jeder in Neumarkt“, sagt Salzer. „Außerdem haben wir neue Parkplätze.“