Creppressos Erben: Zwei neue Cafés in Neumarkt eröffnen

In Neumarkt gibt es zwei neue Cafés: die Espresso-Bar und die Genuss-Ecke. Beide haben einen sehr unterschiedlichen Ansatz, aber auch eine gemeinsame Inspiration.
Als Peter Schunk im Mai die Türen des Creppresso für immer schloss, war die Enttäuschung in Neumarkt groß. Schließlich war das Café seit 20 Jahren eine echte Institution in der Stadt. Doch nun gibt es zwei Gastronomen, die in Schunks große Fußstapfen treten wollen – kulinarisch und räumlich.
Johanna Haberler eröffnet Café Genuss-Ecke in Neumarkt
Johanna Haberler zieht nämlich ab Oktober in die früheren Räumlichkeiten von Creppresso in die Klostergasse 5. In ihrem Café Genuss-Ecke will sie dann regionale und hausgemachte Produkte anbieten. „Mein Herz schlägt schon immer für die Gastro. Es war schon lange ein Traum, ein eigenes Café zu eröffnen“, berichtet die gebürtige Neumarkterin, die vor neun Jahren bereits das Christkind beim Weihnachtsmarkt gewesen war. Als schließlich die Räumlichkeiten von Creppresso frei wurden, hätten sie zahlreiche Bekannte darauf aufmerksam gemacht: Dort könne sie ihren Traumverwirklichen. Für Haberler passte der Ort optimal: „Ich war dort früher Stammkundin und fand die persönliche, familiäre Atmosphäre immer toll.“
Dennoch soll ihr Café sich von dem des Vorgängers abgrenzen. „Die Einrichtung wird nahe an der Natur sein, mit viel grün – ein bisschen wie eine Blumenwiese“, erklärt Haberler, die aktuell noch eine Baristaschulung absolviert. Auf der Speisekarte stehen ab Oktober Frühstück, warme Speisen sowie Waffeln und selbst gemachte Kuchen. Wichtig war für sie auch, ein Angebot veganer und glutenfreier Speisen zu schaffen. Haberler hat bisher zwar als Sozialpädagogin gearbeitet, ist aber nicht ganz neu in der Gastronomie. Zuvor hatte sie bei La Fortunella Erfahrung gesammelt, von der sie nun profitiert.
Crêpes von Alaa Alalo in der Neumarkter Espresso-Bar
Ebenfalls Erfahrung in dem Bereich bringt Alaa Alalo mit, der neuerdings die Espresso-Bar in der Grünbaumwirtsgasse 20 betreibt, wo zuvor Royal Donuts angesiedelt war. Alalo, den alle nur Elli nennen, eröffnete dort zu Beginn des Jahres zunächst Talas Café mit einem Fokus auf orientalischen Süßigkeiten. „Das hat in Neumarkt nicht so gut funktioniert“, resümiert er. Nach der Schließung von Creppresso änderte er sein Konzept, um die hinterlassene Lücke zu schließen. Am 16. Juni feierte er unter dem neuen Namen Wiedereröffnung und bietet seitdem hauptsächlich Crêpes an.
Orientalische Spezialitäten wie Baklava oder Halloumi-Brötchen sind aber noch immer im Angebot. Immer wieder fährt er deshalb in die Fabrik eines Freundes nach Nürnberg, um die speziellen Süßigkeiten dort selbst herzustellen. Auch Frühstück soll in der Espresso Bar bald angeboten werden.
Mitarbeiter in der Espresso-Bar dringend gesucht
Aktuell sucht Alalo aber erst einmal dringend Mitarbeiter, schließlich steht der Syrer sechs Tage die Woche rund um die Uhr allein hinter der Theke, obwohl er das Café eigentlich nebenberuflich betreiben wollte. „So schwierig habe ich mir die Personalsuche nicht vorgestellt“, berichtet er. Jetzt hofft er jemanden zu finden, der die Espresso Bar tagsüber stellvertretend führen kann, damit er in seinen eigentlichen Job in der IT-Branche zurückkehren kann.
Aufgeben will er auf keinen Fall, zumal er sich nicht über zu wenig Kundschaft beschweren kann. Vielmehr hält er noch Werbung zurück – in der Befürchtung den Andrang alleine nicht bewältigen zu können.
