Pläne für das Gewerbegebiet an der Autobahn: ÖDP-Kämpfer attackiert Teublitzer Räte

Ein Vierteljahr, nachdem Jochen Surel die Pläne für die Erweiterung des Steinbruchs in Burglengenfeld scharf verurteilt hat, meldet sich der Vorsitzende der ÖDP Schwandorf auch zum Industrie- und Gewerbegebiet an der Autobahnanschlussstelle Teublitz kritisch zu Wort.
Der 56-jährige Landschaftsgärtner berichtet, das Thema Gewerbegebiet bewege ihn schon seit Jahren. Mit Rücksicht auf eher defensive Parteimitglieder habe er sich bisher aber nicht in die Debatte eingemischt. Damit sei jetzt Schluss. Er könne den Anstrengungen der Stadt Teublitz, die an dem Vorhaben unverändert festhält, nicht mehr kommentarlos zusehen.
Kritik am drohenden Flächenverbrauch
Surel vertritt im Prinzip dieselbe Position wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der das Projekt durch seine erfolgreiche Klage vor dem obersten bayerischen Verwaltungsgericht im Oktober 2021 vorläufig stoppte. Surel kritisiert ebenfalls den drohenden Flächenverbrauch von rund 20Hektar und den Verlust eines völlig intakten Waldes. Dieser habe eine besondere Qualität, weil er noch in der Lage sei, den Auswirkungen des Klimawandels zu trotzen. Angesichts der sich zuspitzenden Erderwärmung sei es völlig unverständlich, wie man bereit sein könne, so einen Schatz zu opfern.
„Der Wald muss unbedingt erhalten bleiben“, fordert Surel. Er sei für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, insbesondere Amphibien, Lebensraum, zusätzlich ein Wasserspeicher und mithin durch sogenannte Ausgleichsflächen niemals zu ersetzen. Solche verdienten diese Bezeichnung meist sowieso nicht, ist Surel überzeugt. Nur wenn an anderer Stelle entsprechende Flächen entsiegelt und der Natur zurückgegeben würden, könne man eventuell davon sprechen.
Der Mehrheit des Teublitzer Stadtrats, die trotz der Niederlage vor Gericht das Vorhaben realisieren möchte, wirft der ÖDP-Politiker vor, die Warnzeichen der Natur zu missachten und bei der Stadtentwicklung den falschen Kurs eingeschlagen zu haben. Die Stadträte hätten es versäumt, zum Beispiel mit Maxhütte oder Burglengenfeld gemeinsam ein Gewerbegebiet zu entwickeln. Nun sehe man sich gezwungen, auf eigene Faust zu handeln – und zahle dafür einen viel zu hohen Preis.
Surel: Neue Gewerbegebiete seien an Trostlosigkeit nicht zu überbieten
Dass Teublitz durch das Gewerbegebiet nicht nur Einnahmen generieren möchte, sondern auch hofft, gut bezahlte Jobs zu gewinnen, hält Surel ebenfalls für einen Denkfehler. Angesichts des demografischen Wandels sei es mehr als fraglich, ob überhaupt neue Stellen geschaffen würden. Bestenfalls werde umgeschichtet. Unternehmen seien ja schon froh, wenn sie frei gewordene Posten wieder besetzen könnten. Abgesehen davon hätten die Stadträte nicht nur die Aufgabe, der Wirtschaft neue Möglichkeiten zu eröffnen. Sie hätten vor allem die Pflicht, künftigen Generationen die Lebensgrundlagen zu bewahren.
Neue Gewerbegebiete, so Surel weiter, glichen einander sehr und seien im Prinzip an Trostlosigkeit nicht zu überbieten. Allerorten prägten Baumärkte, Waschanlagen und Schnellrestaurants die Landschaft. Teublitz wäre gut beraten, wenn es denselben Fehler vermeiden würde, meint der Mann von der ÖDP.