Reich an Protein- und Ballaststoffen: Dieser Erbseneintopf macht satt und glücklich

Heute möchten wir auf eine Frucht eingehen, die zwar ursprünglich aus Kleinasien stammt, bei uns aber schon seit Jahrtausenden heimisch ist. Die Erbse liefert uns das, was wir nicht nur in der anstehenden Fastenzeit sehr gut brauchen können, nämlich Proteine und Ballaststoffe.
Neben der Speiseerbse für uns Menschen ist die Hülsenfrucht auch als Tierfutter interessant. Gerade Rinder benötigen viel Eiweiß, was oft über Soja abgedeckt wird, das wiederum meistens aus Übersee bezogen wird. Mit dem großflächigen Anbau von Soja gehen massive Umweltprobleme einher, unter anderem die Brandrodung von Regenwäldern und die langen Transportwege.
Erbsen könnten unsere Bauern sehr gut selbst anbauen, nur enthalten sie Stoffe, die die Aufnahme wertvoller Nährstoffe bei der Verdauung von Tieren behindern. Das bedeutet, dass sie verarbeitet werden müssen, woran Forscher intensiv arbeiten. Dabei hat die Erbse dem Soja gegenüber einen entscheidenden Vorteil. Hülsenfrüchte können Stickstoff aus der Luft aufnehmen, sie bringen also ihren eigenen Dünger gleich mit.
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Ab etwa 8000 v. Chr. ist der Anbau von Erbsen durch archäologische Funde belegt. In unserem Raum war die Erbse, neben Linsen und Getreide, das Grundnahrungsmittel der ersten Ackerbauern. Bis ins 17. Jahrhundert wurde die Erbse als Trockengemüse verwendet und im Allgemeinen als Brei gegessen. Erst danach wurden Sorten gezüchtet, die unreif und grün gegessen werden konnten. Diese Erbsen waren zu Beginn tatsächlich sehr begehrt und teuer. Am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV sollen sie überaus beliebt gewesen sein und wurden auch in den Gärten von Versailles angebaut.
Für moderne Vollwertküche geeignet
Durch die Möglichkeit der Konservierung in Dosen und des Einfrierens wurden Trockenerbsen weitgehend verdrängt. Mit der modernen Vollwertküche erleben sie aber wieder eine kleine Renaissance. Dabei bevorzugen viele Schälerbsen, die direkt verarbeitet werden können. Trockenerbsen mit Schale müssen vor der Verarbeitung über Nacht (etwa zwölf Stunden) in Wasser eingelegt werden.
Die Hülsenfrüchte werden gerne als Beilage serviert und gelten als sehr gesund. Neben reichlich Kalzium, Magnesium, Zink, Lezithin sind auch Saponine enthalten. Diese stärken unser Immunsystem, sind als Gehirn- und Nervennahrung bekannt und senken zugleich unseren Cholesterinspiegel. Erbsen liefern wenig Kalorien und Fett, punkten dafür jedoch mit jeder Menge pflanzlichem Eiweiß und Ballaststoffen, was für Fastenwillige interessant sein dürfte.
Wer unter einer Fettleber leidet, kann aufgrund ihres Eiweißgehaltes bedenkenlos zu Erbsen greifen. Im Rahmen einer Studie konnten Forscher herausfinden, dass proteinreiches pflanzliches Essen das Leberfett um bis zu 48 Prozent senken kann.
Vitamine in denTiefkühl-Erbsen
Außerdem sorgen Erbsen dafür, dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt und nicht großartig ansteigt. Die enthaltenen Antioxidantien und deren Fähigkeiten, Entzündungen im Körper zu reduzieren, sollen sogar helfen, das Krebsrisiko zu minimieren. Lediglich Gichtanfällige sollten die Frucht aufgrund ihres hohen Puringehaltes nur selten genießen.
Erbsen können sogar roh gegessen werden. Vor allem die Zuckererbse, die samt Montur vertilgt werden kann, ist hier empfehlenswert. Bekömmlicher sind sie aber gekocht. Wer sie nicht frisch genießen kann, der sollte unbedingt die tiefgekühlte Variante der Konserve vorziehen. Dafür werden die Erbsen direkt nach der Ernte kurz blanchiert und dann schockgefrostet, so bleibt der Großteil der Vitamine erhalten.
So wird der Eintopf gekocht
Wir stellen heute einen Eintopf vor, wie er beispielsweise auf Berghütten oder bei der Bundeswehr gekocht wird. Vegetarier und Veganer lassen einfach das Wammerl und die Wurst weg. Für unseren Erbseneintopf benötigen wir 300 g Schälerbsen, jeweils 70 g Knollensellerie, Gelbe Rüben und Pastinaken, 1/2 Stange Lauch, 1 große Zwiebel, eine Zehe Knoblauch, 200 g Kartoffeln, 80 g Wammerl und etwas Petersilie, einen guten Liter Gemüsebrühe, sowie Salz, Pfeffer und Majoran zum Würzen.
Das in Streifen geschnittene Wammerl wird in einen Topf mit etwas heißem Öl gegeben und leicht ausgelassen. Dann die klein gehackte Zwiebel und den Knoblauch dazugeben und kurz mitdünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Sellerie, Gelbe Rüben und Pastinaken putzen, in nicht zu große Würfel schneiden und unter Rühren mit andünsten. Nun mit einem Liter Gemüsebrühe aufgießen, die Erbsen und etwa 1/2 Liter Wasser und 1 TL Majoran dazugeben, zum Kochen bringen und dabei immer wieder umrühren. Dann die Hitze reduzieren und alles zusammen 20 Minuten köcheln lassen.
Nun darf alles zusammen noch etwa 40 Minuten köcheln, wobei immer wieder umgerührt werden muss. Das ist wichtig, damit nichts anbrennt. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer möchte, kann jetzt noch Wurstscheiben (etwa Rohpolnische oder Wiener) dazugeben und kurz mit erwärmen. Direkt vor dem Servieren kommt noch frisch gehackte Petersilie dazu.






