Umstrittenes Regensburger Containerdepot: Bahn legt los

Die Deutsche Bahn schafft im politisch umstrittenen und von einem Anwohner beklagten Industriegebiet am Regensburger Ostbahnhof Fakten. Sie kündigte an, nächste Woche mit vorbereitenden Arbeiten für das Containerdepot zu beginnen.
Erst am 18. Januar hatte die Stadt Regensburger die Baugenehmigung dafür erteilt. Die Bahn teilte mit, dass ab 12. Februar erste Arbeiten auf dem künftigen Gelände des Containerdepots stattfänden. Auf Grundlage der nun erteilten Baugenehmigung bereite sie so das Baufeld vor. Zunächst sollen die ökologischen Ausgleichsflächen entstehen.
Für das Unternehmen ist das Depot, wo Leercontainer gelagert, gewaschen und repariert werden sollen, ein wichtiges Infrastrukturprojekt. Da der Bedarf an Leercontainern der großen Arbeitgeber in der Region, vor allem der Automobilhersteller, stetig steige, reichten die Kapazitäten der vorhandenen Depots nicht aus, argumentiert die Bahn. Sie hat in der Sache die Unterstützung der Industrie- und Handelskammer Regensburg.
Bürger fürchten Lärm
Die Bürgervereinigung Innerer Stadtosten – Hohes Kreuz um CSU-Stadträtin Bernadette Dechant kritisiert dagegen, die Stadt opfere eine große Grünfläche einer „Containerwaschanlage“. Auf Forderungen nach mehr Lärmschutz seitens der Anwohner sei die Stadt nicht eingegangen. Teile der CSU und damit der Koalition hatten sich im Januar 2023 im Stadtrat gegen den Bebauungsplan ausgesprochen. Mit Stimmen aus der Opposition fand er dennoch eine Mehrheit. Ein Anwohner allerdings geht dagegen vor: Seine Normenkontrollklage ist seit Anfang 2023 beim Verwaltungsgerichtshof München anhängig.
Dass der Bau trotzdem vorbereitet werde, sei nicht ungewöhnlich, erklärt Andreas Spiegel, Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs. Ein Normenkontrollantrag hat keine aufschiebende Wirkung, dazu müsste der Kläger andere Rechtsmittel ergreifen. Spiegel erklärt: „Der Nachbar hat auch die Möglichkeit, gegen die Baugenehmigung vorzugehen.“ Er könne klagen oder einen Eilantrag stellen. Ob das passiert, habe die Bürgerbewegung noch nicht entschieden, sagt Dechant: „Wir müssen uns erst mit dem Rechtsanwalt besprechen, was wir jetzt tun.“
Bahn: Depot schont auch das Klima
Die Bahn betont, das neue Depot habe auch für das Klima Vorteile. Ein Güterzug ersetze 52 Lkw auf der A3 und spare so zwischen 80 und 100 Prozent CO2 gegenüber dem Straßentransport. Zum anderen reduzierten sich auch die Lkw-Fahrten in Regensburg zum bisherigen Standort, da sich die Container aktuell in vier Außenlagern im Stadtgebiet befänden. „Durch den neuen Standort mit besserem Anschluss an das Schienennetz sind außerdem weniger Rangierfahrten notwendig, wodurch die Schieneninfrastruktur der Region entlastet wird“, teilt die Bahn mit. „Mit weitreichenden Ausgleichsmaßnahmen“ werde dem Natur- und Artenschutz Rechnung getragen. Das Unternehmen bittet die Anwohner um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten.