Malinda Dee McDonald stellt ihre außergewöhnlichen Werke im Radl-Café in Arnschwang aus

Von Alexander Frimberger · 7. Februar 2024 um 11:00

Die Galerie im Radlcafé in Arnschwang entwickelt sich zu einem Hotspot für Kunstschaffende. Ab 17. Februar stellt dort Malinda Dee McDonald aus. Ihre Bilder- und Objektwelt ist vor allem bunt, sagt sie.

Gemalt hat die in Georgia (USA) geborene Tochter eines US-Amerikaners und einer Deutschen, seit sie denken kann. Kurz nach ihrer Geburt sind die McDonalds nach LA gezogen. Aber nicht etwa in die Schauspieler-Metropole Los Angeles, sondern ins niederbayerische Landshut.

Gemalt hat sie schon immer

Dort ist sie lange Zeit verwurzelt. „Ich habe eigentlich immer einen Stift oder Knete in der Hand gehabt“, erinnert sie sich. Und Comics hat sie gerne nachgemalt. Erste Begeisterung hat sie beim damals noch sehr jungen Publikum hervorgerufen, als sie in der Schule die Walt Disney-Figur „Goofy“ an die Tafel gemalt hat. „Meine Oma hat damals gesagt, dass sie mich als Erwachsene an der Staffelei sitzen und Landschaftsbilder malen sieht.“

Doch zur großen Künstlerkarriere ist es erst einmal nicht gekommen. Auf elterlichen Wunsch hat die heute 57-Jährige einen „ordentlichen“ Beruf gelernt, früh geheiratet und drei – heute erwachsene – Töchter bekommen.

Künstlerisch tätig war die Autodidaktin auch in dieser Zeit immer. Vor ein paar Jahren, als sie spürte, dass der normale Berufsalltag nicht mehr in ihre Lebenswirklichkeit passte, ist sie ausgebrochen und hat sich wieder ganz auf ihre Kunst konzentriert. „Jetzt habe ich die Möglichkeit, zu tun, was ich möchte, werde nicht mehr passend gemacht“, sagt McDonald.

„Wenn ich eine Pause brauche, nehme ich mir die einfach.“ Ihren Lebensmittelpunkt befindet sich inzwischen in Lederdorn in der Nähe von Bad Kötzting. Glückliche Zufälle wollten es, dass sie dort Heimat findet. Bei einer Fahrt durch den Bayerischen Wald war sie so entzückt von der Landschaft, dass der Wunsch, hier zu leben, in ihr wuchs.

Später hat sie in der Zeitung von einer Mietwohnung in einer Villa in Lederdorn gelesen. „In der Annonce stand auch, dass es einen großen Keller gibt, den man nutzen kann.“ Der ideale Spielplatz für die Künstlerin, die nicht nur malt, sondern auch Objektkunst gestaltet. „Ich zerlege Dinge und mache etwas anderes daraus“, sagt sie und zeigt auf einen aus Draht gebogenen sitzenden Denker. „Das war einmal das Innenleben einer Federkernmatratze.“

2019 ist McDonald in der Oberpfalz gelandet und liebt die Natur und die Gespräche mit Menschen. Das passt zu ihrem Credo: „Wir sollten nicht übereinander sondern miteinander reden.“ Das gilt übrigens auch, wenn man Fragen zu ihrer Kunst hat. „Kann schon sein, dass man manchmal nicht sofort versteht, was ich geschaffen habe, dann bin ich jederzeit gerne bereit, es zu erklären.“

2022 hat sich McDonald an einer Kunstausstellung in Bad Kötzting beteiligt, dort auch ein Bild verkauft. 2023 haben dann zwei ihrer kunstvoll bunt bemalten Stühle den Besitzer gewechselt. Das sind mitnichten reine Beobachtungsobjekte, auch wenn man sie gerne ansieht, weil es viel Schönes und Interessantes zu entdecken gibt. „So ein Stuhl ist ein Kunstobjekt, das man mit allen Sinnen erleben kann. Darauf setzen ist deshalb ausdrücklich erlaubt.“

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McDonald möchte als eigenständige Künstlerin wahr- genommen werden. „Mich freut es, wenn die Menschen mögen, was ich mache.“ Deshalb jetzt also die Ausstellung in Arnschwang, die bis zum 30. März im 1. Stock des Radlcafés zu bewundern sein wird. Die Künstlerin hat lange überlegt, was das Thema sein soll. Fündig geworden ist sie schließlich in der Bibel. Bei Galater 5.22 ist die Rede von den neun Tugenden: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Diese Begriffe stellt sie in den Mittelpunkt ihrer Farbenpracht, die sie in Acryl anfertigt.

Viele Überraschungen warten

Doch es warten viele weitere Überraschungen auf die Ausstellungsbesucher. Besonders eindrucksvoll sind die Bilder, gemalt auf Wellpappe. Je nachdem auf welcher Position man vor ihnen steht, verändern sie ihr Aussehen. Am eindrücklichsten ist aber vielleicht das Bild, das sich drehen lässt, eigentlich ist es mehr ein 3D-Konstrukt. Es macht deutlich, warum McDonald von sich sagt, sie sei sehr sensibel. Die globalen Nachrichten machen ihr manchmal schwer zu schaffen, fließen als Gedanken in ihre Arbeiten ein.

Die Leinwand zeigt einen Sterbenden, der von einem Ungeheuer aufgefressen zu werden droht. Bei näherem Hinsehen sind die Zähne des Monsters viele Flüchtlinge, die in Sicherheit fliehen wollen. Dreht man das Bild, knacken Knochen, fallen Schüsse oder das Monster Kriegstreiber lacht. „Ich mache Kunst auf einfache Art“, sagt sie. „Es ist die Wirkung, die zählt.“

Wenn man dasBild dreht, entstehen Töne.
Es gibt viel zu entdecken.