Echte Allrounder in der Werkstatt: Die B2 Vario Camp aus Lauterhofen baut Wohnmobile aus

Von Nicole Selendt · 2. Februar 2024 um 15:00

Camping boomt. Viele Camper schätzen die große Freiheit, wollen aber auf Luxus möglichst nicht verzichten. Das Team von B2 Vario Camp GmbH aus Lauterhofen kann viele solcher Wünsche erfüllen.

Eine Solaranlage, eine neue Küche, ein Internetanschluss, eine neue Toilette oder Dusche: Wer daheim etwas umbauen oder erneuern will, holt sich einen Fachmann ins Haus. Die Mitarbeiter der B2 Vario Camp GmbH sind solche Fachmänner. Allerdings nicht fürs normale Zuhause. Sie sind gefragt, wenn es um ein bewegliches Zuhause geht – ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen. Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es die Firma mit Sitz in Lauterhofen nun schon. Inhaber und Geschäftsführer Daniel Pfaller blickt im Gespräch mit unserem Medienhaus auf die ersten Monate seit der Firmengründung zurück.

Es war in der Zeit der Corona-Pandemie gewesen, als Pfaller begann, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen. Also habe er sich mit Hilfe der Aktivsenioren Bayern – die Mitglieder beraten bei der Existenzgründung, beim Krisenmanagement und in anderen unternehmerischen Fragestellungen – über die Möglichkeit informiert, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Immer mehr Luxus gefragt

Die Aktivsenioren halfen beim Businessplan, bei der Standortsuche, bei organisatorischen Fragen – und schließlich gab es am 1.Dezember 2022 die neue B2 Vario Camp GmbH im Gewerbegebiet Hohe Birke in Lauterhofen. Das Unternehmen hat sich auf alle Servicearbeiten rund um das Thema Camping spezialisiert.

Einige Wochen brauchte Pfaller, um die beiden Hallen und das Bürogebäude zu beziehen, mit entsprechendem Spezialgerät auszustatten und Personal für sein Unternehmen zu finden. Mittlerweile ist das Team zehn Mann stark – und die Mitarbeiter kommen aus allen möglichen Handwerkssparten. Denn, wie Pfaller betont, im Campingbereich gibt es nichts, was es nicht gibt. „Mich kann nichts mehr überraschen“, sagt auch Mitarbeiter Christoph Schwarz, der sich um administrative Aufgaben im Betrieb kümmert – und der schon seit mehr als 20 Jahren in der Camping-Branche beschäftigt ist.

Die Mitarbeiter, die bei B2 Vario Camp beschäftigt sind, sind echte Allrounder– wenn auch mit unterschiedlichem beruflichem Vorwissen: aus dem Sanitärbereich, aus dem Bereich Elektronik, der Klebetechnik, dem Metallbau oder der Holzverarbeitung. Die Fähigkeiten der Mitarbeiter, die sich laufend für ihre Tätigkeit in der Werkstatt fortbilden, sind so vielfältig wie die Wünsche der Kunden, die über die nahe gelegene Autobahn A6 von überall her den Weg nach Lauterhofen finden – aus der näheren Umgebung ebenso wie aus Österreich oder den Niederlanden.

Und diese Wünsche haben es oft in sich: Da geht es zwar auch um defekte Sicherungen oder mal einen defekten Wasserhahn oder Duschkopf und somit kleinere Beträge. Jedoch drehen sich die Aufträge vor allem um immer mehr Luxus und Komfort.

Viele Tausend Euro sind Kunden mitunter bereit auszugeben: für Solaraufbauten, Elektronik, Ausstattungsgegenstände, die mehr Autarkie auf Reisen gewährleisten, hochwertige Möbel, Alltagshelfer. Nicht selten ist der Erfindergeist von Werkstattleiter Sebastian Weber und seinen Leuten gefragt, wenn es um den Einbau neuer Einrichtungsgegenstände geht. Die Campingbranche sei auf Individualität ausgerichtet, nicht auf Einheitlichkeit, sagt Weber.

Aufträge schon vor dem Start

Dazu kommt die Tatsache, dass Pfaller es bewusst ablehnt, Verträge mit einzelnen Herstellern von Wohnmobilen oder -Wagen abzuschließen. Sein Team kennt sich mit allen Marken aus, kann Oldtimer ebenso bearbeiten wie Neufahrzeuge. Nur Arbeiten im Kfz-Bereich werden in der Werkstatt von B2 Vario Camp nicht gemacht. Dafür hat die Firma einen Partner an der Hand, falls nötig.

Etwas mehr als zwölf Monate nach der Neugründung hat Pfaller seinen Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut. Kundenanfragen seien schon eingegangen, bevor er überhaupt am 16.Januar 2023 sein Geschäft eröffnete. Seitdem ist er immer drei oder vier Monate im Voraus ausgebucht. Stoßzeiten gebe es eigentlich keine. Es kämen Kunden im Frühjahr und Sommer im Vorfeld ihrer Reisen, um Servicearbeiten durchführen zu lassen, oder nach dem Urlaub im Herbst oder Winter, weil sie zuvor bei anderen etwas gesehen hätten, was sie nun auch haben möchten, lacht Schwarz.

Nur eine Sache gibt es, die Pfaller bereut: „Ich kann leider nicht mehr selbst an den Wohnwagen herumbasteln.“ Zu sehr beanspruche ihn die Geschäftsführung und der Kontakt mit den Kunden. Ihm bleibt dann nur im Urlaub die Arbeit am eigenen Wohnmobil. Denn selbstverständlich ist Camping seit vielen Jahrzehnten nicht nur seine berufliche Leidenschaft – und das gilt übrigens auch für sein gesamtes Team.