Kinderbücher, Krimis oder „Feelgood“-Literatur sind der Schlager

Von Lucia Pirkl · 1. Februar 2024 um 15:00

Die Bücherei in Abensberg bietet Stoff für Ohren, Augen und Gehirn – und Geschichten zum Abtauchen.

Sandra Scheugenpflug und Sigrid Haustein lieben Bücher. Diese Liebe wollen sie auch anderen gerne näher bringen. Und deshalb stehen die beiden Damen schon seit vielen Jahren in der Bücherei in Abensberg – und zwar ehrenamtlich. Zusammen mit 20 weiteren Ehrenamtlichen versorgen sie die Abensberger jeden Alters mit frischem Lesestoff.

Wer in die Bücherei in der Münchner Straße kommt, der sucht eine Auszeit, macht den ersten Schritt auf in eine literarische Reise, taucht hinab in Fantasiewelten, macht Urlaub vom Alltag. Insgesamt 500 Menschen nahmen dieses Angebot im vergangenen Jahr an. „Man merkt, wir kommen wieder aus dem Coronatief heraus“, freut sich Melanie Schlauderer, Sachbearbeiterin Kultur, Museum und Erwachsenenbildung. Sie hat die Zahlen für das vergangene Jahr ausgewertet.

Die etwa 9000 Medien, darunter Bücher, Zeitungen, Romane, Krimis, DVDs, CDs, Hörbücher oder auch die Geschichten für die Tonis, digitale Abspielgeräte für Kinder, werden gut angenommen. Das ist nicht zuletzt dem kritischen Blick der Ehrenamtlichen zu verdanken. Sie wissen, was gut geht und was nicht.

Ständig neue Bücher

Immer wieder sorgen Scheugenpflug und die anderen Ehrenamtlichen für Nachschub. Orientierung dafür liefern ihnen die Ausleihzahlen. Empfehlungen der Buchhandlungen, Broschüren des Michaelsbunds, des bayerische Büchereiverbands, und auch Bücherwünsche der Kunden fließen in die Entscheidung mit ein, welche Werke neu bestellt werden. Besorgt werden die dann meist in lokalen Buchhandlungen vor Ort. „ Wir kaufen nichts bei Amazon, das Geld bleibt in Abensberg“, versichert Scheugenpflug.

Sehr gut laufen Krimis, literarische Serien, die aufeinander aufbauen und so genannte Feelgood-Literatur, Wohlfühlliteratur, mit denen sich die Leser stundenweise in eine Welt fernab von Problemen zurückziehen können.

Es gibt bestimmte Bücher, um die das Büchereiteam nicht herumkommt, Klassiker, wie beispielsweise die Harry-Potter-Reihe, die, wenn sie „zerlesen“ sind, auch ersetzt werden. „Und dann kauft man das Nobelpreisbuch und es leiht vielleicht nur einer aus“, erzählt Haustein. Und trotzdem komme man nicht darum herum. Hier muss das Team ein gutes Mittelmaß finden und auch solche Leser bedienen .

Die Bücherei ist also ständig im Fluss. Im vergangenen Jahr wurden über 800 Medien ausgesondert und über 600 neu gekauft, „wir haben unseren Bestand verringert und trotzdem haben sich die Ausleihzahlen erhöht“, freut sich Schlauderer, „es muss nicht immer alles, die Riesenauswahl sein, sondern eben das richtige“, so ihre Erfahrung.

Auch die vielen verschiedenen Zeitschriften werden sehr gerne ausgeliehen.

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Sachbücher und Kochbücher, früher gern ausgeliehen, fungieren jetzt hingegen oft zum „Ladenhüter“ und auch Reiseführer werden nicht mehr so stark nachgefragt. Hier müsse man ansonsten immer auf dem Laufenden sein, sie fast jährlich austauschen, was für eine kleine Bücherei einfach unmöglich zu realisieren ist. Aktuell hingegen ist die Onleihe, die auch die Möglichkeit bietet, tagesaktuelle Zeitungen zu lesen. Mit einem gültigen Mitgliedsausweis können sich die Kunden sämtliche elektronische Medien, auch aktuelle Zeitungen in der Onleihe leihen und dann zu Hause auf ihrem E-Book-Reader, dem Tablet oder dem Smartphone lesen.

Schon früh fängt der erste Kontakt zur Bücherei an: Durch Lesungen im Kindergarten und in der Schule entstehen erste Bindungen. „Viele Erstleser suchen ihre Bücher hier auch selbst aus“, so Scheugenpflug. „Wir kooperieren bei den Lesungen auch mit der Kulturreihe der Stadt“, ergänzt Schlauderer. Ferienprogramme oder auch ein Vorlesetag sollen das Interesse am Lesen fördern.

Die Bücherei, die gibt es im Übrigen schon seit 55 Jahren. Lange Zeit war sie in der Stadt, früher wurde der Bestand noch in Karteikarten hinterlegt. Die Bücherei in der Stadt fanden viele sehr gemütlich. Hier wiederum in der Münchner Straße ist die Bücherei zwar in verschiedene Räume aufgeteilt, dafür haben aber die unterschiedlichsten Altersgruppen hier auch ihren Rückzugsort.

Eigene Parkplätze

Und was viele nicht wissen: Es gibt hinter dem Gebäude fünf Parkplätze direkt an der Bücherei. „Wir sind dankbar für die Übergangslösung“, sagt Schlauderer. Freilich: Ein Riesenhaus mit einem Veranstaltungsbereich, das wäre natürlich eine super Sache...träumen ist schließlich erlaubt.

Für Leseratten und die, die es werden wollen:

Günstig: Als Neuleser gibt es das erste Jahr Ausleihe geschenkt. Dann kostet es für Erwachsene 10 und für Kinder 5 Euro Jahresgebühr.

Die Bücherei in der Münchner Straße 14 hat dienstags und freitags zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet, mittwochs von 9 bis 11 Uhr und alle 14 Tage donnerstags von 19 bis 20.30 Uhr.

Bequem: Die Onleihe, die Möglichkeit der virtuellen Ausleihe auf mobile Endgeräte hat nicht zuletzt durch Corona an Bedeutung gewonnen.

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