TV-Legende Klaus-Dieter Bernhardt bestreitet am 3. Februar sein letztes Volleyball-Heimspiel

Im Alter von zwölf Jahren trat Klaus-Dieter Bernhardt der Volleyball-Abteilung des TV Furth bei. Nach 42 Jahren „baggern“ und „pritschen“ bestreitet die Vereinslegende am Samstag, 3. Februar, ihr letztes Heimspiel. Danach geht es in Volleyball-Rente.
Vor 42 Jahren, da war der kleine Klaus-Dieter noch nicht einmal in der Pubertät, ist er zur C-Jugend der TV-Volleyballer gestoßen. Eine Sportkarriere, die ihm vorgezeichnet war. Schließlich hat sein Papa Hans-Jürgen zusammen mit Uli Seiler, das Volleyball beim TV Furth im Wald in den 1960er Jahren aufgebaut. Da ist Klaus-Dieter Bernhardt schon immer auch zu allen Auswärtsspielen mitgefahren.
Immer treu zum Verein
Die Volleyball-Zeitrechnung beginnt für den Heizungsbauer allerdings erst mit dem Eintritt in die erste Herrenmannschaft. „Das war vor 36 Jahren.“ Anfang Februar 1988 gab er in den beiden Landesliga-Duellen gegen SV Fortuna Regensburg und TSV Kareth-Lappersdorf seinen Einstand. Seither ist er ununterbrochen dabei. Passiert ist in diesen vier Jahrzehnten viel. Legendäre Aufstiege genauso wie Abstiege.
Mehr als einmal ist die Mannschaft des TV Furth im Wald freiwillig ein oder zwei Klassen zurückgegangen, weil der finanzielle Kraftakt in den oberen Ligen einfach zu groß war. „In der Bayernliga muss man zum Beispiel einen Schiedsrichter stellen. Wenn du das nicht kannst, musst du einen vereinsfremden bezahlen“, so Bernhardt . Das kam für den Verein nicht in Frage.
Auch als nach der Grenzöffnung tschechische Top-Leute nach Furth kommen wollten, habe man gemeinschaftlich aus finanziellen Gründen beschlossen, das abzulehnen. Genauso bodenständig, wie der finanzielle Standpunkt des Vereins, war auch stets Bernhardts Haltung. Er wäre niemals auf die Idee gekommen, für einen anderen Club zu spielen. „Das wäre für mich nicht in Frage gekommen. Ich bin Further. Punkt.“ Mit dieser Einstellung und mit seinen sportlichen Leistungen hat er sich im Verein einen Legendenstatus erarbeitet.
„Ich habe mit 60 bis 70 Teamkollegen zusammen gespielt und mich mit allen bestens verstanden.“ Zunächst in seiner Position als Zuspieler, also derjenige, der für die Großen, die vorne am Netz stehen, die Bälle auflegt. Später schlüpfte er in die Rolle des Liberos. „Ich bin hauptsächlich für die Abwehr zuständig.“ Das heißt, er versucht alle Bälle, die von der anderen Seite des Netzes geflogen kommen, im Spiel zu halten.
Nie vergessen werden er und seine Mannschaftskollegen den Aufstieg in die Bayernliga in der Saison 2013/2014. „Das war unser Wintermärchen, ein unglaubliches Erlebnis, einfach legendär.“ Daran änderte auch der beschriebene freiwillige Abstieg nichts. Gerne erinnert er sich auch an eine Landkreisolympiade in den 1990er Jahren. Da war man als krasser Außenseiter gegen die Chamer Mannschaft angetreten, die zwei Klassen höher gespielt haben.
„Wir waren auf dem Papier total unterlegen, sind gegen die Chamer doch siegreich geblieben und haben die Landkreisolympiade gewonnen“, schmunzelt er noch heute bei dem Gedanken an den unverhofften Sieg. Zusammenhalten und an den Sieg glauben, Mannschaftsgeist also, das ist eines der Geheimnisse des TV Furth im Wald. „Irgendwann wurde eingeführt, dass wir nach den Spielen gemeinsam essen, auch das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.“ Dazu gehören auch die Ausflüge zu Freiluftturnieren, die sie bis nach Italien gebracht haben. Der Further Libero hat die Idee vor rund 30 Jahren dann aufgegriffen und selbst ein solches Turnier ins Leben gerufen. Das gibt es bis heute, Ende Juli ist es wieder soweit. „Wir haben schon die ersten Anmeldungen“, freut er sich.
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Neben dem sportlich Reiz hat ihm in den Anfangsjahren auch immer gut gefallen, dass junge und ältere Spieler zusammen in einem Team stehen. Das könnte in den kommenden Jahren schwieriger werden. „Wir haben ein massives Nachwuchsproblem“, räumt Bernhardt ein. Doch es hilft alles nichts, am Samstag, 3. Februar, soll sein letztes Heimspiel stattfinden. Da gibt es dann neben warmen Worten natürlich auch eine Ehrung. Mit 54 Jahren ist es für ihn dann auch mal gut. „Und natürlich macht der Körper nicht mehr so mit, wie vor 20 Jahren.“
Besonders freut er sich, dass der SV Wenzenbach in die Drachenstichstadt kommt. Ein Gegner, den Bernhardt sehr gut kennt, vor allem einen Spieler, der von allen „Fitness-Klaus“ genannt wird. „Auch so ein Urgestein, gegen den hab ich schon vor 30 Jahren gespielt, der ist, glaube ich, sogar etwas älter als ich.“
Danach folgt noch ein Auswärtsspiel und dann ist endgültig Schluss. Wirklich? „Naja, zum Training werde ich weiter gehen, einfach weil es Spaß macht.“ Als Trainer möchte er ebenfalls auch in Zukunft fungieren, da hat er vor allem im Jugendbereich viel Erfahrung und Erfolge vorzuweisen.
Abstieg ist kein Thema
Zum Schluss noch ein Blick auf die Tabelle: Schafft der TV den Klassenerhalt? „Wenn wir am Wochenende gegen den SV Wenzenbach gewinnen, auf jeden Fall.“ Abstieg ist aber für Bernhardt kein Thema. So könnte er sich ohnehin nicht aus seinem Sport verabschieden. Mit einem breiten Grinsen und nicht ganz ernst gemeint, sagt er: „Dann müsste ich ja noch einmal eine Saison dranhängen.“

