Top-Leistungen im Further Hallenbad: Kinder und Erwachsene wuchsen über sich hinaus

Von Alexander Frimberger · 14. Januar 2024 um 19:00

Die Atmosphäre, der persönliche Ehrgeiz und natürlich auch ein wenig der Wettkampfgeist ließen in diesem Jahr 160 Sportler beim 24-Stunden-Schwimmen ins Becken des Further Hallenbads springen.

Und es gab wieder einmal rekordverdächtige Leistungen, wie Wolfgang Braun von der Triathlonabteilung TV Furth verrät.

Um 9.30 Uhr am Sonntag sitzt Alexander Engert (33) schon wieder mit Jeans und T-Shirt am Beckenrand. Da schwimmen viele andere noch eine halbe Stunde. Aber man muss sagen, der Further DLRG‘ler hat sein Soll geschafft: „Eigentlich wollte ich 30 Kilometer schwimmen. Die haben Spaß gemacht.“

22 Stunden am Stück

Dann überlegte er sich, was er mit der restlichen Zeit anfangen soll. Also peilte er die 40 Kilometer an. „Die waren anstrengend.“ Schließlich stieg er erst nach 50 Kilometern und 22 Stunden am Stück aus dem Wasser. „Die letzten zehn waren echt hart“, sagt er. Schwimmen ist quasi in Engerts DNA verankert. „Ich bin schon mit der Windel ins Becken gehüpft.“

Doch Engert ist nicht der Einzige, der die 30 Kilometer geknackt hat. Der erst 15-jährige Fabian Münch von Der junga DLRG’ler zum Beispiel hat 30 Kilometer für seine Mannschaft erschwommen. „Die Rekorde sind gepurzelt“, sagt Braun, der für die Gesamtorganisation mit verantwortlich zeichnet. 792,95 Kilometer wurden insgesamt innerhalb der 24 Stunden zurückgelegt. „Auch ein Rekord“, sagt Braun, der selbst 30 Kilometer unterwegs war und ergänzt: „Jeder von uns ist und darf happy mit dem Erreichten sein.“

Die Motivation, am 24-Stunden-Schwimmen teilzunehmen, liegt für Braun zum einen in der tollen Atmosphäre. Gerade Nachts, wenn Musik von AC/DC bis Klassik aus den Lautsprechern dröhnt und die Lichtshow eine tolle Stimmung zaubert, macht es besonders viel Spaß. „Natürlich ist da auch die sportliche Herausforderung. Wann hat man schon mal die Chance, an so etwas teilzunehmen.“ Zumindest im Landkreis Cham ist dieser Event einzigartig. Auch wenn der Spaß und das Ausloten der eigenen sportlichen Grenzen im Vordergrund stehen, will natürlich jeder das Maximum erreichen und die Konkurrenz überholen. „Immer wieder schauen die Schwimmer der einzelnen Mannschaften auf das Live-Board, ob man vielleicht noch einen Platz nach vorne kraulen kann.“ Möglich machen das Event die Further Stadtwerke, die inklusive Energiekosten das Hallenbad kostenlos zur Verfügung stellen. „Unser Dank gilt natürlich auch allen Sponsoren. Wir haben einige Erfahrung in der Organisation solcher Veranstaltungen, aber ohne die finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft ginge es nicht.“

Zehn Mitglieder der Triathlon-Abteilung des TV Furth im Wald sorgen dafür, dass vor, während und nach dem Wettkampf alles glatt läuft. Moderator Uwe Neumann hob dabei vor allem Jürgen Winter heraus, der über die ganze Zeit ohne Pause die Wettkampfleitung übernommen hat.

Bananen, Riegel und Pizza

Zum Schluss noch einmal Engert, der erzählt, was er während der kalorienraubenden Stunden zu sich nimmt: „Bananen und Schokoriegel, so lange, bis man sie nicht mehr sehen kann.“ Braun ergänzt, dass manche zwischendurch auch mal eine Pizza essen.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Teamwertung: ASV Cham (101 km), TV Furth (89,2), Wasserwacht Waldmünchen (87,9), De junga DLRG‘ler (69,5), Bayronman (65,65), De oldn DLRG‘ler (58,8).

Stundenschwimmer: Sie erreichten 87,35 km.

Kinderwertung: GS Weiding-Runding (22,1 km), TV Furth (26), ASV Cham (29,1).

Einzelschwimmer: Alexander Engert (50 km), Peter Bareuther (40), Julia Stoiber (36,35) und Wolfgang Braun (30 km).

Insgesamt wurden 792,95 km zurückgelegt. Die Sponsoren zahlen für einen Erwachsenen-Kilometer zwei Euro, für Kinder sogar 4 Euro. Wolfgang Brau überschlägt, dass so rund 1600 Euro für die Aktion „Bürger helfen Bürgern“ zusammenkommen.

Unermüdlich zogen die Schwimmer ihre Bahnen. Unglaubliche 792,95 Kilometer wurden es insgesamt.
Einzelschwimmer mit Top-Leistungen: Alexander Engert (50 km), Peter Bareuther (40), Julia Stoiber (36,35) und Wolfgang Braun (30).