Stadt Mainburg will ein öffentliches Bad für alle – und trägt die Mehrkosten

Von Wolfgang Abeltshauser · 1. Februar 2024 um 05:00

Die Stadt Mainburg will bei einem Neubau der Lehrschwimmhalle die Mehrkosten dafür tragen, dass dort öffentlicher Badebetrieb und Vereinssport möglich ist. Der Stadtrat hat dazu einen einstimmigen Beschluss gefasst. Das bisherige Hallenbad ist baufällig und seit kurzem nicht mehr nutzbar.

Bürgermeister Helmut Fichtner (Freie Wähler) erklärte in der Sitzung am Dienstagabend, welche technischen Einbauten dafür notwendig sind. Wichtig sei ein sogenannter Hubboden. Darunter versteht man einen verstellbaren Boden in einem Schwimmbecken. Der Boden kann auf verschiedene Höhen eingestellt werden, so dass der Pool sowohl als Schwimmbecken als auch als Kinderpool genutzt werden kann.

Es soll Wettkämpfe geben

Auf diese Weise sei laut Fichtner sichergestellt, dass Wettkämpfe im Hallenbad stattfinden können. Außerdem geht er davon aus, dass es im Foyer zusätzliche Technik brauche – beispielsweise einen Kassenautomaten. Verzichten wolle man dagegen darauf, mehr Umkleiden zu bauen als sie für den Schulunterricht notwendig sind. In den Sitzungsunterlagen zu diesem Tagesordnungspunkt, die der Mittelbayerischen vorliegen, sind Kosten in Höhe von 800.000 Euro für die von Fichtner vorgeschlagenen Arbeiten genannt.

Stadträte aus mehreren Fraktionen ließen in ihren Wortmeldungen keinen Zweifel daran, dass sie auch in Zukunft ein Hallenbad in Mainburg wollen, das allen Bürgerinnen und Bürgern offen steht. Wer wolle, dass Kinder aus der Stadt schwimmen lernen, müsse für das Projekt sein, wie Johann Niedermeier (SPD) feststellte.

800.000 Euro an Kosten

Michael Schöll (FDP) forderte: „Wir müssen ein klares Zeichen setzten. Wir stehen zu unserem Bad.“ Ähnlich äußerten sich Thomas Kastner (CSU) und Winfried Stark (SLU). Die Fraktionsführer hätten in ihrer Sitzung zum Haushalt laut Fichtner bereits dafür plädiert, am Neubau des Hallenbades festzuhalten – trotz gestiegener Kosten. Denn mit den 800.000 Euro ist es für die Kommune nicht getan, denn sie muss sich wie berichtet außerdem an den restlichen Baukosten beteiligen.

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Die werden auf bis zu 22 Millionen Euro geschätzt. Mehrere Räte kritisierten allerdings in der Sitzung, dass man nicht versuche, das bestehende Gebäude zu sanieren.

Das bestehende Hallenbad ist arg in die Jahre gekommen. Es ist wie berichtet seit 31. Januar dauerhaft geschlossen: Aufgrund „teils massiver baulicher Schädigungen“ hat Landrat Martin Neumeyer als „Hausherr“ diese Eilentscheidung getroffen. Dies teilte das Landratsamt Kelheim am Dienstag mit. Eigentlich hätte die Einrichtung noch bis in den Sommer hinein geöffnet sein sollen.

Entscheidung am 5. Februar

Wie es beim Thema Hallenbad in Mainburg weitergeht, entscheidet sich am 5. Februar, wenn der Kreistag darüber befindet, ob eine Entwurfsplanung für ein neues Bad in Auftrag gegeben wird. Davor werden dem Gremium noch einmal die Neubaupläne und die Kostenprognose vorgestellt.

Niedermeier forderte in der Ratssitzung vehement Investitionen des Kreises für ein Hallenbad in Mainburg. Immerhin hätte es solche auch an den Standorten Riedenburg und Abensberg gegeben. Das Ratsmitglied stellte fest: Es dürfe nicht sein, dass Mainburg benachteiligt werde.