Philipp Feldmeier und Christoph Grausam sind Naturpark-Ranger im Landkreis Cham

Draußen in der Natur ist der Arbeitsplatz von Philipp Feldmeier und Christoph Grausam. Als zwei von insgesamt vier Rangern betreuen sie den Naturpark Oberer Bayerischer Wald, der sich über den gesamten Landkreis Cham und Teile des angrenzenden Landkreises Schwandorf erstreckt.
So vielfältig die Ansprüche an die Naturräume in Deutschland sind, so vielfältig gestalten sich auch die Aufgaben von Feldmeier und Grausam. Erholungsort, Ertragsquelle, CO2-Speicher, Raum für Artenvielfalt und Forschungsobjekt – die Liste der Aufgaben, die beispielsweise ein Wald erfüllen soll ist lang. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, stützen sich Feldmeier und Grausam in ihrer Arbeit auf verschiedene Hauptbereiche. Darunter fallen Monitoring, Landschaftspflege aber auch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, erklärt Feldmeier. Er hat in Regensburg Biologie studiert und ist im vergangenen Sommer zum Team dazugestoßen. Seitdem betreut er die Gemeinden Roding, Stamsried, Pösing, Michelsneukirchen, Falkenstein, Rettenbach, Zell, Wald, Reichenbach, Walderbach, Nittenau, Bruck in der Oberpfalz und Bodenwöhr.
Als Ranger sei er in der Verantwortung, die ökologisch wertvollen Naturräume im Naturpark zu erhalten. Beim sogenannten Monitoring sei er immer auf Streifzügen unterwegs, um seltene Pflanzen und Tierarten zu erfassen. Als Beispiele nennt der gebürtige Chamer Arnika und Trollblume sowie Flussperlmuschel und Wiesenbrüter.
Aber auch Pflanzen, die schädlich sind, begegnen dem 30-Jährigen hin und wieder. Ein Beispiel hierfür sei der Riesenbärenklau, der auch für den Menschen eine Gefahr darstellt. Laut Feldmeier kommt dieser in der Region vor allem im Bereich Nittenau vor. Als weiteren Schädling nennt er den Staudenknöterich, der häufig in der Region vorkommt. Besonders geballt trete dieser momentan im Raum Falkenstein auf. Seine Beobachtungen fasst Feldmeier in einem Pflege- und Entwicklungsplan zusammen, der mit anderen Behörden abgestimmt und als Grundlage für Pflegemaßnahmen dienen kann.
Generell gehört die Zusammenarbeit mit Behörden zum festen Bestandteil der Arbeit eines Rangers. Ob bei Fragen der Lebensraumberatung mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem Veterinäramt, dem Wasserwirtschaftsamt oder der Tourist-Info – „Netzwerkarbeit ist für uns besonders wichtig“, betont auch sein Kollege Christoph Grausam. Der Forstingenieur ist bereits seit zehn Jahren im Landkreis Cham tätig, vier davon als Naturpark-Ranger in den Gemeinden Blaibach, Chamerau, Eschlkam, Furth im Wald, Grafenwiesen, Miltach, Neukirchen b. Hl. Blut, Rimbach und Zandt. Wie bei seinen Kollegen wird seine Stelle zu 90 Prozent über den Freistaat finanziert. Zehn Prozent übernimmt der Naturparkverein.
Wichtig ist ihm die Arbeit an der Basis, die den Austausch mit den ansässigen Landwirten und Förstern erfordert. „Grundsätzlich befinden wir uns als Ranger in einem Spannungsfeld, zwischen dem, was wir den Tieren und Pflanzen als Lebensraum zugestehen können und was die Landwirte als Nutzfläche benötigen“, beschreibt Grausam den Anspruch, dem die Ranger in ihrer täglichen Arbeit Genüge tragen müssen.
Um bei der jungen Generation bereits die Weichen für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur zu stellen, sind die Ranger auch in der Umweltbildung tätig. „Ein besonders wichtiges Aufgabenfeld“, wie Feldmeier betont. Dafür sind die Naturpark-Ranger im Bereich der Umweltbildung in Kindergärten, Grundschulen, Jugendbildungsstätten und auch Schullandheimen unterwegs. „Uns ist es wichtig, schon bei den Kindern anzusetzen und ihnen eine nachhaltige Lebensweise beizubringen“, sagt Feldmeier.
Besonders engagierten Schulen in diesem Bereich könne der Titel Naturparkschule verliehen werden, wenn sie bestimmte Kriterien der Umweltbildung erfüllen und einen Evaluierungsprozess durchlaufen haben, so Feldmeier weiter. Im Landkreis Cham haben bislang die Grundschulen in Zell, Waldmünchen, Lam und Furth im Wald diesen Titel. Damit ihre Arbeit auch in den fortlaufenden Unterricht der Lehrkräfte eingebettet ist, orientieren sich die Ranger bei ihren Angeboten am Lehrplan Plus.
Ihre Inhalte möglichst passgenau zu vermitteln, ist den Rangern generell ein Anliegen. Immerhin sei die Bandbreite der Menschen, mit denen sie arbeiten groß. „Generell sind alle Menschen unsere Zielgruppe“, sagt Christoph Grausam. Gerade im Sommer bieten er und seine Kollegen geführte Wanderungen für Touristen an. Aber auch Vereine kommen immer wieder auf die Ranger zu, um sich in der heimischen Natur weiterzubilden. In jedem Fall ist jegliches Angebot der Naturpark- Ranger kostenfrei, wie beide betonen.
Ebenso gebe es aber auch Führungen, an denen gut 80 Prozent Einheimische teilnehmen, berichtet Grausam. „Bei Führungen, an denen Familien mit Kindern teilnehmen, muss hingegen im Vorfeld darauf geachtet werden, dass das Programm spielerisch gestaltet ist“, erklärt er.
Führungen für Jedermann
Ebenso spielten aber auch der Zeitraum, in dem eine Führung stattfindet und der Ort, eine Rolle. Geführte Wanderungen im Bereich der touristischen Ballungsräume wie dem Arber oder dem Hohenbogen oder der Hölle seien demnach immer gefragt.
Gleichzeitig ist es Feldmeier und Grausam ein Anliegen, nicht nur Faktenwissen an die Menschen heranzutragen, sondern diese auch darauf hinzuweisen, wie jeder Einzelne im Alltag die Natur schützen kann. Dazu gehöre etwa, die Besucher auf die Einhaltung der verschiedenen Wanderwege hinzuweisen, um beispielsweise nicht unnötig in den Lebensraum von Wildtieren einzudringen. Wichtig ist beiden, bei den Besuchern des Waldes ein Bewusstsein für die Natur zu schaffen. Immerhin wollen sie als Ranger dem Anspruch gerecht werden, als Vermittler zwischen Mensch und Natur zu wirken.
