Viele Besucher erwartet: Der Perlhütter Wagerlzug gehört schon zur Dorfgeschichte

Von Ingrid Milutinovic · 30. Januar 2024 um 05:00

Wie lange es den Perlhütter Wagerlzug genau gibt, weiß selbst Helmut Blahnik nicht genau zu sagen. Bereits in den 70er-Jahren habe es kleinere Züge gegeben, erinnert er sich jedoch. Dann habe es immer mal eine Pause gegeben – und dann doch wieder einen Zug.

Seit ungefähr 2012 sei es dann eine regelmäßige Veranstaltung geworden, die aus der Dorfgeschichte inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. An noch etwas erinnert sich Blahnik. Die ersten kleinen Züge habe der Schützenverein organisiert, bevor dann er selber hier tätig wurde.

Schnell wird im Gespräch klar, warum dieser Wagerlzug immer wieder zu einem Erfolg wird – genau so wie viele andere Veranstaltungen der Perlhütterer. Sie sind eben ganz einfach eine eingeschworene Gemeinschaft, die mit viel Engagement hinter ihren Veranstaltungen stehen. Auch während der Corona-Pandemie hatte sich dies gezeigt. Als Veranstaltungen im Freien (mit genügend Abstand) wieder ging, wurden sie spontan aktiv.

Die Planung läuft schon

Aber zurück zum Wagerlzug. Inzwischen liegt die Organisation beim FSV Perlhütte – obwohl Helmut Blahnik immer noch mit eingebunden ist. „Wenn man einmal dabei ist, kommt man so leicht nicht raus“ weiß er. Aber irgendwie – eben ein echter Perlhütterer – stört ihn das nicht. Im Gegenteil: er ist schon wieder voll in der Planung für 2024 dabei. Werbung braucht es nicht, sagt er. Auch ohne diese gäbe es immer eine interessante Teilnehmerzahl.

Die einzige Vorgabe für die Teilnehmer sei: Keine Motorisierung. Hier sei das Risiko für Unfälle einfach zu groß. Kinder, die schnell einmal auf die Straße laufen – oder auch ein Wagenlenker, der einen kleinen Augenblick unaufmerksam ist. Ansonsten ist alles möglich. Auf die Themen darf man schon gespannt sein. Auch hier ist die Bandbreite groß.

Bereits seit Dezember laufen die Vorbereitungen. In Garagen und Gartenhäusern wird gewerkelt, was das Zeug hält. Die Musikkapelle ist organisiert und auch Josef Pfeiffer hat den Tag bereits in seinem Terminkalender. Er wird nach dem Zug die Teilnehmer in die Festhalle bringen, wo dann das bunte Faschingstreiben weiter geht. Da darf dann ruhig auch mal etwas mehr getrunken werden.

Spenden helfen

Los geht es am Sonntag, dem 11. Februar um 14 Uhr. Vorher heißt es für die Teilnehmer im Trepferl schon „Einsingen und Eintrinken“, um so richtig in Stimmung zukommen. Wie viele Teilnehmer es geben wird und welche Themen sie mitbringen? Das weiß selbst Helmut Blahnik noch nicht. Erst beim Start werden die Geheimnisse gelüftet. Viele sind dann ganz einfach da. Während einige, wie zum Beispiel die Perlhütter Hexen oder die FFW Höll regelmäßig dabei sind, gibt es auch immer wieder Überraschungen. Die Feuerwehr Höll ist auch selber faschingsmäßig aktiv, ergänzt Blahnik. Und so machen sie bei der Präsentation des Plakats gleich noch Werbung für ihren Faschingsball am 9. Februar.

„Das ist einfach Idealismus, der durchaus nicht selbstverständlich ist“, sagt Blahnik auf die Frage, wer denn das Ganze finanziert. Während des Zuges würden von den Zuschauern Spenden gesammelt. So ist genügend Geld für Bonbons und anderes Auswurfmaterial da. Sehr oft seien es aber auch die Gruppen selber, die nicht nur viel in ihre Kostüme oder Wagen investieren, sondern auch kurzerhand Hochprozentiges, Bonbon und vieles mehr mitbringen. Da die Spenden meist sehr großzügig sind, wird der Rest regelmäßig für einen gemeinnützigen Zweck gespendet.

Viele Zuschauer

Die Zuschauer danken es den Akteuren. Meist schon lange vor dem Start sind die Straßenränder von Schaulustigen belagert. Kinder in bunten Kostümen warten auf die Bonbons, die bald von den Wagen regnen werden, die Erwachsenen freuen sich auf den einen oder anderen Schnaps gegen die Kälte.

Wagerlzug

Bereits seit den 70er-Jahren ziehen die Narren am Faschingssonntag durch Perlhütte. Auch wenn die Organisatoren gewechselt haben, Helmut Blahnik ist immer noch aktiv und hilft mit Rat und Tat. Viele Gruppen sind regelmäßig dabei, andere spontan.

Es gibt kaum Vorgaben – lediglich Motorisierung ist untersagt.

Spenden helfen bei der Finanzierung, aber viele Gruppen haben selber Bonbons und Auswurfmaterial dabei.

Die Hexen sorgen stets für Stimmung. Fotos: Ingrid Milutinovic
Warten auf den Zug... Foto: Ingrid Milutinovic