So steht es um den Fasching und den Tanz-Nachwuchs im Chamer Stadtgebiet – ein Überblick

Von David Salimi · 13. Januar 2024 um 15:00

Wenn auch der Landkreis Cham nicht zu den bayerischen Faschingshochburgen zählt, so gibt es doch auch hier diverse Faschingsgesellschaften und Vereine, die für jede Menge Abwechslung in der fünften Jahreszeit sorgen. Vielerorts stecken die Organisatoren bereits seit Monaten in den Vorbereitungen für das närrische Treiben.

In der Kreisstadt hingegen fällt die fünfte Jahreszeit in diesem Jahr ins Wasser, nachdem die Chamer Faschingsgesellschaft als einzige treibende Kraft wegen fehlender Tänzer pausieren muss. Hoffnung, dass sich doch noch ein paar neue Teilnehmer finden lassen, hatte Heidi Engl, Präsidentin der Chamer Faschingsgesellschaft, bis zuletzt.

Faschingstreiben abgesagt

Letztlich musste sie der Stadt Cham für das Faschingstreiben eine Absage erteilen. Die hat das für Faschingsdienstag geplante Programm wiederum ersatzlos abgesagt, wie Elisabeth Sittenauer von der Chamer Tourist-Info bestätigt. Einzig die Plakate im Stadtgebiet weisen derzeit noch auf die Veranstaltung hin. Laut Sittenauer sollen die Plakate aber demnächst überklebt werden.

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Indes hofft Heidi Engl darauf, dass es vielleicht im nächsten Jahr wieder Tanzeinlagen der Gardemädchen am Marktplatz geben wird. „Das ist auf jeden Fall unser Ziel“, sagt sie. Ob das der Fall sein wird, ist fraglich, denn der Faschingsgesellschaft fehlt es nicht nur an Tänzern.

Auch anderweitig kann Engl jede helfende Hand gebrauchen. Immerhin gebe es im Hintergrund viel zu organisieren, angefangen von Leuten, die den Außenauftritt in den sozialen Medien betreuen, bis hin zu Helfern während der Festzeiten, etwa zur Einweisung auf dem Großparkplatz. Dass es für Faschingsgesellschaften generell immer schwieriger wird, Leute zu finden, die sich engagieren, glaubt sie hingegen nicht. „Es ist immer ein Auf und Ab“, sagt Engl mit Blick auf die vergangenen Jahre. Oft fielen vor allem junge Tänzer durch einen Umzug, etwa wegen des Studiums, weg. Dafür fänden sich wieder neue Mitglieder.

Anders ist die Lage in Chammünster. Hier konnte nach zwei Abgängen aus der Truppe die Anzahl der Gardemädchen durch zwei Zugänge gehalten werden. Dennoch bekommt auch Organisator Stefan Daiminger die Nachwuchsprobleme zu spüren, wie er erzählt. „Speziell bei den Hofräten merkt man das geringere Interesse von Männern am Tanzen“, sagt er. In diesem Jahr gehen diese nach zwei Abgängen mit nur vier Tänzern an den Start.

Ungebrochen sei hingegen die Freude bei den jungen Tänzerinnen. Ebenso beobachtet Daiminger bei der Bevölkerung ein konstant hohes Interesse an den Faschingsveranstaltungen. Dies habe er bereits beim ersten Treiben nach der Corona-Pandemie bemerkt. Selbiges habe sich auch in der diesjährigen Saison bislang gezeigt.

Stolz ist er vor allem auf die seit jeher starke Beteiligung beim Umzug durch das Dorf, bei dem sich auch Vereine, Firmen und Privatpersonen von auswärts, wie aus Weiding oder Zandt, unter die Teilnehmer mischen. Das ist den jährlich hohen Aufwand für das verhältnismäßig kleine Organisationsteam auch wert, findet er.

Insofern sei man auch in Chammünster um jede freiwillige Hilfe aus der Bevölkerung dankbar. „Ob im Vorfeld oder am Abend selbst – wir freuen uns immer über Helfer aus der Bevölkerung“, sagt Daiminger.

Alles rund um das Weltall

So auch in diesem Jahr, in dem der Minstacher Fasching unter dem Motto „Minsta – out of space“ am Faschingssonntag, 11. Februar, mit Faschingszug und Gaudi für ausgelassene Stimmung im ganzen Dorf sorgen soll.

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Gespannt darauf, was sich die Teilnehmer zum festgelegten Motto einfallen lassen werden, sind Daiminger und seine Mitstreiter von der Faschingsgesellschaft schon jetzt. Willkommen seien jegliche Ideen, rund um das Thema Weltall. „Ob aus Musik, Film oder Fernsehen – da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt“, so der Präsident der Minstacher Faschingsgesellschaft.

In Schorndorf startet das bunte Treiben bereits an diesem Wochenende. Foto: Antonia Schmidbauer
Nicht mehr aktuell sind die Plakate im Stadtgebiet, die auf das Faschingstreiben auf dem Marktplatz hinweisen, wie hier in der Oberen Regenstraße. Foto: David Salimi