Die Jahnhalle in Bad Kötzting schließt nach der letzten Faschings-Feier die Tore für Monate

Von Stefan Weber · 30. Januar 2024 um 17:00

Es ist schon ein paar Tage her, dass zum ersten Mal damit begonnen wurde, an der Jahnhalle in Bad Kötzting zu bauen. Ende 2006 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Wenn die Faschingssaison vorbei ist, dann wird wieder etwas neu in dem denkmalgeschützten Gebäude, und darum wird es zum Aschermittwoch geschlossen.

Bis dahin ist die Halle durchgehend belegt, denn schließlich ist sie nicht nur beliebter Ort für Kultur-Veranstaltungen, Hochzeits- und Geburtstagsfeiern, sondern auch für Faschings-Veranstaltungen. Ab dem 14. Februar ist im Terminkalender der Stadt aber ein dicker roter Strich durch den Online-Belegungs-Kalender gezogen: „Sperrung wegen Elektroarbeiten“ ist da zu lesen, und zwar bis einschließlich 14. April.

Sanierung startete mit 150 000 Euro

Es sind Maßnahmen, die schon im vergangenen Jahr besprochen wurden, wie Wolfgang Kerscher, der Vorsitzende des Fördervereins Jahnhalle weiß. Bauherr sei in diesem Fall aber die Stadt, nachdem der Verein seit 2007 mit anfangs 150 000 Euro an Kapital (und über die Jahre noch einigem mehr) dazu beigetragen hatte, die alte Halle Stück für Stück zu sanieren – und das war nicht wenig: Vom Anbau moderner Toiletten und einer Catering-Küche bis hin zum Einbau von neuen Fenstern und zur Außengestaltung, die sich am Vorbild historischer Fotos orientiert. Dinge, die Zeit brauchen – nicht nur für einen Förderverein mit eingeschränkten finanziellen Mitteln, sondern auch für eine Stadt, die schon zu Beginn der Sanierungsarbeiten mit Schulden von über 20 Millionen Euro zu kämpfen hatte. Seit Jahren erstrahlt das Innere der Jahnhalle zumindest im Saal selbst in neuem Glanz, doch die Technik blieb auf dem Stand von vor Jahrzehnten. Das wird sich ab dem 14. Februar nun ändern.

In der von der Bühne gegenüberliegenden Seite eingebauten Theke soll sich schon bald eine moderne Licht- und Tontechnik-Steuerung finden, wie sie in einem modernen Regieraum für Veranstaltungen auf der Bühne üblich seien, erklärt Kerscher. Wie der Umbau der Theke bewerkstelligt werden soll, das werde noch im Februar mit dem Landesamt für Denkmalschutz abgestimmt – schließlich stehe die gesamte Halle unter Schutz.

Zwei Monate gesperrt

Wenn alles geklärt sei, dann gehe es an die Verkabelung. Was neu gemacht werden müsse, das solle über den Zwischenraum an der Decke gezogen werden. Kerscher hofft, dass bei der Untersuchung der bestehenden Verkabelung keine Mängel zutage treten, da das zusätzliche Stemmarbeiten bedeuten würde. Insgesamt also einige Unwägbarkeiten, die dazu führten, dass die Halle für ganze zwei Monate nicht benutzt werden könne. Danach soll sie aber nicht nur mit Blick auf die Elektrik auf Stand gebracht, sondern wird auch wieder gut belegt sein, wie ein Blick in den Kalender zeigt. Erst im November wird es wieder etwas ruhiger in der Jahnhalle werden, die dann auf einen Anstrich wartet, irgendwann.

Arbeiten der vergangenen Jahre

2009: Der erste und bis dahin größte Brocken der Teilsanierung der Jahnhalle ist fertig: ein Anbau mit zeitgerechten Toiletten und einer Catering-Küche.

2013: Der Verein vertieft die Überlegungen zur Neugestaltung der Außenanlagen, damit der „20er-Jahre-Look“ wiederkehrt.

2014: Der bedenklich in die Jahre gekommene Balkon über dem Haupteingang wird in Angriff genommen, Kostenpunkt: über 20 000 Euro.

2020: Stadt und Förderverein nehmen die Fenster in Angriff, vergangenes Jahr wurden die fertig, die Flügeltüren am Eingang dieses Jahr – und die beste Nachricht überhaupt: Der Verein ist offiziell schuldenfrei.

Dezember 2006: Die Bauarbeiten Beginnen
2007: Es wird wieder aufgebaut.
2009: Letzte Kosmetik-Arbeiten
Der Ist-Zustand