Nach 100 Jahren gibt es modernste Technik für die Jahnhalle in Bad Kötzting

Von Stefan Weber · 12. April 2023 um 15:10

Vor Jahren hatte der Förderverein Jahnhalle damit begonnen, das mittlerweile 100 Jahre alte Kleinod zu erhalten und auch technisch auf einen moderneren Stand zu bringen. Viel hat sich seitdem getan, vor allem im Inneren, aber auch in den Außenanlagen. Bei der Hauptversammlung am Dienstagabend ging es nun aber um die Technik.

Vor Jahren hatte der Förderverein Jahnhalle damit begonnen, das mittlerweile 100 Jahre alte Kleinod zu erhalten und auch technisch auf einen moderneren Stand zu bringen. Viel hat sich seitdem getan, vor allem im Inneren, aber auch in den Außenanlagen. Bei der Hauptversammlung am Dienstagabend ging es nun aber um die Technik.

Stefan Schmid und Michael Graßl waren als Gäste in Sachen neue Technik eingeladen worden und hatten damit das wichtigste Thema des Abends mit im Gepäck. Der Bericht des Vorsitzenden Wolfgang Kerscher fiel relativ knapp aus: Jubiläumskonzert des Kammermusik-Kreises und drei Faschings-Veranstaltungen standen auf seiner Liste. Außerdem sei eine Birke aus einem nicht mehr betriebenen Kamin entfernt worden – ein lange gehegter Wunsch des Vereins. Auch die Flügeltüren am Haupteingang seien saniert worden.

Finanziell ein ruhiges Jahr

Die Zahl der Mitglieder sei leicht rückläufig. Kassier Uli Treitinger erklärte in seinem Bericht, dass sich finanziell nicht viel getan habe. 1437 Euro an privaten Spenden, vor allem von „Wiederholungstätern“, habe es gegeben. 250 Euro seien als Veranstaltungserlöse eingegangen, mehr als 2000 Euro habe der Verein für Zinsen und vor allem Renovierung (Eingangstür und Sichtschutzgitter) ausgegeben. „Das Gute ist: Schuldenstand ist null Euro“, sagte Treitinger. Die Kasse sei weiter gut gefüllt, alles bezahlt und der Verein für die kommenden Aufgaben gut gerüstet.

Bürgermeister Markus Hofmann freute sich nicht nur, dass vor Jahren Bürger der Stadt bei der Sanierung in finanziell schwierigen Zeiten unter die Arme gegriffen hätten, sondern auch an diesem Tag zeigten, dass sie weiter dahinter stünden. Das sei notwendig, denn „wir warten ja weiter sehnsüchtig darauf, dass wir bei der Elektroplanung vorankommen – die Gelder sind im städtischen Haushalt bereitgestellt“, sagte er.

Als es neue Fenster gab

Städtische Termine gibt es natürlich auch in der Jahnhalle dieses Jahr – so am Freitag, 5. Mai, die Bierprobe zu Pfingsten und am 24. Juni gibt es ein Konzert im Rahmen von Oberpfalz trifft Böhmen. Hier sei auch der Verein beteiligt. Wolfgang Kerscher verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass „auch an der Fassade dieses Jahr etwas getan wird.“ „Es steht an“, versicherte der Leiter des Stadtbauamtes, Christian Kopf. Elektroplaner Stefan Schmid referierte im Anschluss über das Thema Erneuerung der Elektrik. Michael Graßl erklärte, dass die Anschlüsse für die Bühnentechnik an der bestehenden Traverse erneuert werden sollten. Zusätzlich werde es im hinteren Bereich mehr Anschluss-Möglichkeiten geben. Gegenüber an der Bar werde es Anschlüsse geben, über die auch externe Technik auf der Bühne angesteuert werden könne. Dafür werde die bestehende Theke zu einem richtigen Regie-Raum umgestaltet, erklärte Architekt Hans Haslsteiner. Die Verlegung von Kabeln auf dem Boden werde künftig entfallen, erklärte Stefan Schmid, da alle Leitungen über den Dachboden verlegt und wie in einem Netzwerk-Anschluss zu Hause durch Buchsen angesteuert werden könnten. Die Beleuchtung im Saal werde über ein Tableau geschaltet und gedimmt werden können.

Für das Catering werde ein neuer Kraftanschluss verbaut, was nicht zuletzt das bekannte Problem der Buffets im Nebenraum und den damit oft zu hohen Stromverbrauch beheben würde. Wo Kabel gar nicht mehr gingen, müsse eben neu verlegt werden, so Graßl. Größere Stemm-Arbeiten im Mauerwerk seien nicht zu erwarten: „Wir werden versuchen, so viel wie möglich im Bestand zu arbeiten“, so Schmid. Die gute Nachricht für alle, die den Charme der alten Halle schätzen: Auch die zwei großen historischen Deckenleuchter bleiben weiterhin erhalten. Eine Denkmalschutz-Brücke nach modernen Maßstäben fünf Meter vor der Bühne sei aus Denkmalschutzgründen abgelehnt worden, so Kerscher.

Auch die schwache Beleuchtung im Außenbereich wurde angesprochen. Die Lampen selbst seien nach Vorbildern auf Fotografien nachgebaut worden, so Kerscher. Die Planer nahmen aber mit auf in ihren Plan, dass stärkere Leuchtmittel verbaut werden sollten.

Halle bekommt Brandmelder

Da baulich bedingt keine zwei getrennten Rettungswege möglich seien, müsse eine Brandmeldeanlage eingebaut werden, so Graßl. Die Kosten würden auf rund 90 000 Euro geschätzt, so Graßl. Förderverein und Stadt würden sich selbstverständlich um Fördermittel bemühen, erklärten Förderverein und Stadt. Wichtig: Ausschreiben ist möglich, mit dem Bau zu beginnen, allerdings nicht. Die Mitglieder stimmten einmütig für das Vorhaben zur Erneuerung der Elektrik.

Investitionen der vergangenen Jahre

2009:Der erste und bis dahin größte Brocken der Teilsanierung der Jahnhalle ist fertig: ein Anbau mit zeitgerechten Toiletten und einer Catering-Küche.

2013:Der Verein vertieft die Überlegungen zur Neugestaltung der Außenanlagen, damit der „20er-Jahre-Look“ wiederkehrt.

2014:Der bedenklich in die Jahre gekommene Balkon über dem Haupteingang wird in Angriff genommen. Kostenpunkt: Über 20 000 Euro.

2020:Stadt und Förderverein nehmen die Fenster in Angriff, vergangenes Jahr wurden die fertig, die Flügeltüren am Eingang dieses Jahr – und die beste Nachricht überhaupt: Der Verein ist offiziell schuldenfrei.

− wf

Ein neuer Anstrich ist ein weiteres Ziel des Fördervereins.