Mit Football und Luftgitarre: Bayern-Fans sind dem Langquaider Fasching treu

Von Alexandra Nurtsch · 29. Januar 2024 um 11:00

Eine Regel im Langquaider Fasching besagt, alle Vereine, die sich am Faschingssonntag um die Bewirtung der Gäste kümmern, müssen auch eine Gruppe beim Umzug stellen. Seit 2005 ist der FC Bayern-Fanclub dabei – und für die Mitglieder ist das ein „riesen Spaß“.

Bei vielen Faschingsgruppen ist die Verkleidung ein gut gehütetes Geheimnis, das erst beim Auftritt gelüftet wird. Beim Langquaider FC Bayern-Fanclub ist das anders. Die Mitglieder wollen keine große Erwartungshaltung schüren. „Wir wollen für uns ein witziges Kostüm haben“, sagt Dennis Wagner. Seit etwa zehn Jahren ist er für die Kostümauswahl bei den Bayern-Fans zuständig – in diesem Jahr zusammen mit Korbinian Löschenbrand.

Seit der Faschingszug in Langquaid 2005 wiederbelebt wurde, ist der Fanclub jedes Jahr mit dabei, als Asterix und Obelix, Footballer, Ahoi-Brausen oder Neandertaler waren die Mitglieder schon verkleidet. „Das meiste Lob haben wir bekommen, als wir als Schotten unterwegs waren“, sagt Wagner. Heuer verkleiden sich die Fanclub-Mitglieder als Punks.

Einnahmequelle für Vereine

Die Kostümwahl ist das eine, die Bewirtung der Besucher das andere. Seit 2005 kümmern sich die Langquaider Vereine beim Faschingszug um das kulinarische Wohl der Besucher am Marktplatz. Im Gegenzug beteiligen sie sich mit einer Gruppe am Faschingszug. Als diese Regelung vor dem ersten Umzug besprochen wurde, hätten die Vereine sofort zugestimmt, erinnert sich Bürgermeister Herbert Blascheck. Damals habe man nicht einschätzen können, wie viele auswärtige Gruppen sich anmelden würden.

So läuft der Langquaider Faschingszug am 11. Februar ab: Langquaider Marktplatz wird am Faschingssonntag zur bunten Partymeile

Der erste Umzug wurde sofort ein Erfolg. Mittlerweile erreichen das Rathaus Bittmails von Teilnehmern, die unbedingt noch dabei sein wollen – obwohl alles ausgebucht ist. Blascheck findet es gut, wenn viele Langquaider Vereine beim Faschingszug dabei sind. Das sehen auch Dennis Wagner und Korbinian Löschenbrand so. Außerdem sei die Bewirtung eine gute Einnahmequelle für den Verein und die Teilnahme am Zug eine gute Gelegenheit, sich zu präsentieren, sagen die beiden. Neben dem Bayern-Fanclub übernehmen heuer der Sparclub, die Fußballer des TSV, der Fischereiverein, der Elternbeirat der Schule, der EVL-Fanclub und die Festdamen der Feuerwehr Niederleierndorf die Bewirtung am Marktplatz – und stellen eine Gruppe beim Faschingszug.

Viele Süßigkeiten besorgt

Personell ist das für den rund 400 Mitglieder starken FC Bayern-Fanclub kein Problem. Bei den Umzügen zählt die Gruppe immer etwa 25 Teilnehmer. 2023 sei Rekord mit 35 Teilnehmern gewesen, sagt Wagner. Schwieriger sei es, die vier Mitglieder zu finden, die in der Bude von 11 bis 22 Uhr Getränke verkaufen. Denn hier herrsche Hochbetrieb. Hier wechselten sich die elf Ausschussmitglieder jedes Jahr ab.

Der Faschingszug ist für Wagner und Löschenbrand ein absolutes „Highlight“. Vergangenes Jahr säumten mehr als 15000 Zuschauer die Straßen. „Es ist unbegreiflich, dass so viele Menschen kommen, um uns beim Süßigkeiten-Werfen zuzuschauen“, sagt Wagner. 25 Kilo kleine Salzbrezeln, Gummibärchenpackungen und Popcorn haben sie für dieses Jahr besorgt. Wer sich dem FC Bayern Fanclub beim Faschingszug anschließen wolle, sei willkommen, sagen sie. Denn der Fasching sei für den Verein auch eine gute Möglichkeit zur Mitgliedergewinnung. Außerdem sei es „ein riesen Spaß“.

Teilnehmer stimmen ab

Perücken, Sonnenbrillen, Luftgitarren und alles, was die Fanclub-Mitglieder als Punks brauchen, haben sie beisammen. Für die Kostümvorschläge blättert Wagner jedes Jahr durch Kataloge und sucht im Internet nach Ideen. Drei werden den Teilnehmern präsentiert, die dann darüber abstimmten.

Heuer sei die Entscheidung sehr knapp gewesen, sagt Wagner, der nach dem Fasching den Staffelstab an Korbinian Löschenbrand weitergeben wird. „Es wird immer schwieriger, ein gutes Kostüm zu finden“, sagt Wagner. Darum sei es Zeit für „frischen Wind“. Löschenbrand hatte sofort zugestimmt, die Aufgabe zu übernehmen. Er möchte eine „eigene Note“ in die Kostüme bringen. Erste Ideen für 2025 hat er bereits gesammelt.

Sie machen kein Geheimnis um ihre Verkleidung: Korbinian Löschenbrand (l.) und Dennis Wagner Foto: Nurtsch