Trotz Blitz-Aus in Casting-Show: Juroren sagen Regensburger große Zukunft voraus

Von Jonas Raab · 28. Januar 2024 um 05:00

„Wir werden uns wiedersehen.“ Mit diesen Worten verabschiedete Rea Garvey den Regensburger Musiker Bruno Dettmann alias Apollson am Samstag aus der ersten Folge der neuen Casting-Show „Ich will zum ESC!“. Trotz Blitz-Aus sagten ihm die Juroren eine große Zukunft voraus.

Mit „Love On The Brain“ von Rihanna hatte der 22-Jährige versucht, sich einen Platz im deutschen ESC-Vorentscheid zu ersingen. „Wow“, sagte Garvey nach Dettmanns Auftritt. Er liebe seine Stimme. Es folgte eine längere Satzpause. Der Blick des Iren wurde schlagartig ernster. Er zweifle, fuhr der langjährige TV-Coach fort. Es fehle etwas Breite. „In der Tiefe bist du super sicher.“ Ähnlich sah das die zweite Jurorin, Conchita Wurst. Das Lied lebe von der „Kopfstimmen-Abteilung“. „Den letzten Ton bist du mir zweimal schuldig geblieben“, sagte die ESC-Gewinnerin von 2014.

Lesen Sie dazu auch: „Ich will zum ESC!“: Regensburger (22) singt in neuer Casting-Show im Ersten

Ein Herz, das Dettmann in die zweite Runde der Casting-Show gebracht hätte, vergab keiner der beiden Juroren. „Wir beide sehen in dir jemanden, der auf dem richtigen Weg ist. (...) Ich weiß nicht, ob die ESC-Bühne deine Bühne ist“, meinte Garvey. Conchita Wurst sagte Dettmann voraus, dass er eines Tages Stadien füllen werde.

„Ich will zum ESC!“: Apollson „ultra dankbar“ für die Erfahrung

„Es tut weh“, sagte Apollson nach dem frühen Aus in die Kamera. Dann war seine TV-Reise, die im Idealfall auf die diesjährige ESC-Bühne in Malmö hätte führen können, vorbei. Enttäuscht ist Dettmann nicht, im Gegenteil. „Ich habe ganz viel mitgenommen“, erzählt der 22-Jährige im Gespräch mit der MZ. „Ultra dankbar“ sei er für die Erfahrung. Wenn man vor Menschen singe, die „Ahnung von der Sache“ haben, bekomme man eine neue Perspektive auf sich selbst. „Vor den beiden zu stehen, hat mich nervöser gemacht als 2000 Leute auf Konzerten“, gibt Dettmann zu.

Am Tag vor der Aufzeichnung der Sendung hatte der Regensburger noch in Wien auf der Bühne gestanden, um das letzte Konzert seiner ersten Tour zu spielen. Um ein Haar hätte er die Dreharbeiten verpasst, weil ein Flieger Verspätung hatte. „Auf der Tour habe ich mir die Stimme etwas zersungen“, sagt er rückblickend. „Unter den Umständen habe ich alles rausgeholt. Ich kann mir nichts vorwerfen. Ich habe geliefert.“ Er sei auf wenige Dinge in seinem Leben stolz; die Teilnahme an der Show sei eines davon.

Bei Casting-Show: Conchita Wurst nimmt Apollson zur Seite

Wie Dettmann der MZ verrät, nahm ihn Jurorin Conchita Wurst nach seinem Auftritt zur Seite. „Du bist schon auf deinem eignen Weg. Du wirst dein Ding machen“, habe sie ihm gesagt. „So etwas zu hören, motiviert natürlich wahnsinnig“, erzählt der 22-Jährige.

Neben dem Lob der Juroren nahm Dettmann vor allem „echte Freundschaften“ aus Berlin mit. 15 Talente treten in der Show um einen Platz im deutschen ESC-Vorentscheid an. Alle stünden nach wie vor – die ersten fünf Folgen der Sendung wurden bereits im vergangenen Oktober aufgezeichnet – in Kontakt. Für das Live-Finale am 8. Februar hat Dettmann einen persönlichen Favoriten. Um wen es sich handelt, will er nicht verraten.

Dettmann selbst konzentriert sich aktuell voll auf sein erstes Album. „Tanz auf dem Vulkan“ soll es heißen und am 29. März erscheinen.

„Riskantes, aber einzigartiges Abenteuer“: Regensburger Musiker Apollson startet durch

Mit dem Albumtitel spielt er auf seine Erlebnisse der vergangenen drei Jahre an. Mit 20 setzte er Depressionsmedikamente aufgrund starker Nebenwirkungen ab. „Ich habe einfach angefangen, das zu machen, was ich am meisten liebe“, sagt er, und meint damit die Musik. So habe er einen Weg gefunden, mit der Krankheit umzugehen. 2021 zog Dettmann nach Regensburg, um als freischaffender Musiker zu arbeiten – ein „riskantes, aber einzigartiges Abenteuer“, wie er sagt. Seinen Eltern, die das möglich gemacht hätten, sei er „wahnsinnig dankbar“. Langsam fange das Projekt Apollson an, Früchte zu tragen. „Ich weiß, das war nicht immer so.“