Narren überraschen mit ihren Wagen – die Veranstalter mit einer Neuerung

Von Bernhard Neumayer · 27. Januar 2024 um 11:00

Das Motto des ESC Berching war vergangenes Jahr „Asterix und Obelix“. Heuer arbeiten die Mitglieder an einer Ritterburg. Foto: Köbl

40 Gruppen sind für den Faschingsumzug am 11. Februar in Berching angemeldet. Und während sieben davon an ihren Wagen bauen, arbeitet die Stadt daran, ein Problem der vergangenen Jahre in den Griff zu bekommen, das nicht nur am Faschingssonntag Ärger bereitete.

Der Eissportclub (ESC) muss sich sputen: In zwei Wochen schlängelt sich der Gaudiwurm wieder durch Berching. Wie jedes Jahr baut der ESC auch heuer wieder einen großen Faschingswagen. 2023 waren die Mitglieder als Asterix und Obelix unterwegs. „Heuer haben wir uns für ein einfacheres Thema entschieden“, sagt ESC-Sprecher Kevin Köbl – aus Zeitgründen.

„Wir haben dieses Mal ein bisschen spät angefangen“, räumt Köbl ein. Eigentlich habe man bereits im vergangenen Jahr starten wollen. Aber dann hat der ESC seine Idee noch einmal umgeworfen und erst am Freitag vergangener Woche zu basteln angefangen.

„Wir bauen heuer eine Ritterburg und verkleiden uns dementsprechend“, sagt Köbl, der sich mit zwölf bis 15 ESClern trifft, um den Wagen zu bauen. Vor allem freitags und samstags, aber auch unter der Woche – je nachdem, wie es zeitlich passt.

Faschingszug Berching: Zusätzliche WCs im Einsatz

Der ESC Berching ist eine von sieben Gruppen, die einen Wagen für den Faschingsumzug in Berching (11. Februar) errichten. Insgesamt sind 40 Gruppen angemeldet, sagt Hechtonia-Vorsitzender Florian Weixelbaum. Der Großteil davon sind Gruppen, die zu Fuß mitgehen.

Das Faschingstreiben an sich mit dem Umzug, dem großen Partyzelt und dem Ausschank von Getränke Brüderlein sei wie gehabt. Neu ist in diesem Jahr laut Weixelbaum, dass die Stadt erstmals gemeinsam mit der Hechtonia und Anwohnern ein Toilettenkonzept erarbeitet habe. „Wildpinkeln war in den vergangenen Jahren ein Problem für Anwohner – nicht nur beim Umzug, sondern auch beim Rossmarkt“, erklärt Weixelbaum die Hintergründe. Deshalb kommen nun beim Rossmarkt und am Faschingssonntag ein Toilettenwagen (auf Höhe des Cafés Mittelbach), ein Urinal (nahe des Geschäfts Hutter) und Dixi-Klos an der Uferpromenade zum Einsatz.

Ansonsten gelte das bewährte Sicherheitskonzept, wie Markus Amon vom Ordnungsamt der Stadt mitteilt. Neben dem Sicherheitsdienst der Hechtonia sind um jeden Wagen vier „Sicherungsposten“ zu stellen, wie es Amon nennt.

Umzug am 11. Februar in Berching: Begleiter sichern Wagen ab

Vier Personen – zwei vorne, zwei hinten – begleiten jeden Wagen zu Fuß und kommunizieren mit dem Fahrer, falls unerwartet ein Zuschauer vor dem Gefährt läuft oder eine Person vom Wagen fällt. Meist laufe das über Funk ab, sagt Amon. Denn einfach nur zu rufen, sei bei dem Lärmpegel mit laufenden Motoren und lauter Musik zu leise.

Für Partystimmung sorgt unter anderem die Feuerwehr Burggriesbach. Seit Silvester arbeiten bis zu 45 Personen daran, den alten Wohnwagen wie jedes Jahr in einen Faschingswagen zu verwandeln, sagt Andy Hiemer von der Feuerwehr. Dieses Mal haben sich die Burggriesbacher als Motto „König der Löwen“ ausgesucht.

Eine farbig passende Wolldecke soll dabei das Fell des großen Löwen darstellen, erklärt Hiemer. Dieser soll seine wahre Größe zeigen, nachdem die Burggriesbacher mit ihrem Wagen durch das Gredinger Tor gefahren sind. „Dann fahren wir den Löwen hydraulisch aus und wollen so bei den Zuschauern einen Wow-Effekt erzeugen“, hofft Hiemer.

Auch um die 20 Faschingsbegeisterte aus Oening, Raitenbuch und umliegenden Dörfer wollen die Berchinger Zuschauer überraschen. Eineinhalb bis zwei Monate vor dem Umzug hat die Gruppe, die unter dem Namen KLJB Oening-Raitenbuch angemeldet ist, angefangen, ihren Wagen zu bauen, sagt Florian Schmidtner. Welches Motto die Gruppe bespielt, sollen die Zuschauer laut Schmidtner erst beim Umzug erfahren.