Die Narren stehen in den Startlöchern: Das bieten die Faschingszüge im Landkreis Neumarkt

Langsam aber sicher nimmt die närrische Zeit im Landkreis Neumarkt Fahrt auf. Wann beginnt wo das närrische Treiben und welche Besonderheiten haben die Faschingszüge zu bieten?
„Narredei, Narredei, alle sind dabei“ – beim Jubiläums-Umzug in Deining
Einen besonderen Faschingszug gibt es am Faschingssonntag, 11. Februar , ab 13.30 Uhr in Deining. Der Gaudiwurm feiert sein 30-jähriges Jubiläum. „Beim ersten Faschingszug dachten alle, dass das in zwei bis drei Jahren wieder einschläft. Und jetzt feiern wir den 30. Geburtstag“, freut sich Karin Zoch vom Faschingsverein „Narredei.“
In Deining gibt es übrigens keinen gewöhnlichen Faschingszug, bei dem die Gruppen und Wagen einfach durchs Dorf ziehen. „Bei uns wird noch derbleckt“, erzählt Karin Zoch. Dazu steht eine Bühne in der Ortsmitte, vor der sich alle Zuschauer versammeln. „Und dann gehen Gruppen auf die Bühne und nehmen lustige oder kuriose Geschichten aus Deining aufs Korn“, sagt sie.
Welche lokalen Begebenheiten beim Derblecken eine Rolle spielen könnten, bleibt bis zum Schluss ein Geheimnis. Im Schnitt sind es gut 20 Gruppen. „Aber oft entscheiden noch welche am Tag davor, spontan mitzugehen.“
„Lupi Lupi und Helall“: Der etwas andere Maschkerer-Zug in Lupburg
Beim Fasching in Lupburg gehen die Uhren etwas anders. Das zeigt schon der Name. „Wir sagen Maschkerer-Zug statt Faschingszug“, erklärt Michael Meier. Er ist „Obermarktgraf“ des Lupburger Maschkerer-Vereins.
Für ihn ist der Umzug ein Lupburger Schmuckstück – auch wegen seiner Gemütlichkeit. „Bei uns ist es nicht so überlaufen.“ Auch riesige Faschingswagen gebe es nicht. „Stattdessen haben wir gut 20 Gruppen aus den Vereinen, die selbst gebaute kleinere Wagen präsentieren.“
Dabei gehe es oft um lokale Begebenheiten. „Wenn was Lustiges passiert, wird das zur Schau gestellt“, erzählt Meier. Denn das „Derblecken“ hat in Lupburg seit jeher Tradition. Welche Themen es wohl heuer gibt? Die Zuschauer erfahren es am Faschingssonntag, 11. Februar, ab 14 Uhr.
In Schnufenhofen heißt es „Katzenfliacha Miau, Miau“ aufgrund einer Legende
Obwohl der Seubersdorfer Ortsteil Schnufenhofen ein kleines Dorf ist, lockt der Faschingszug jedes Jahr Tausende Besucher an. „Es kommen vor allem Leute aus der Gemeinde, aber auch aus dem nördlichen Landkreis. Und die Kinder freuen sich über viele Bonbons, die bei uns geworfen werden“, sagt Harald Garden vom Verein „Katzenfliacha Schnuhof“, der bei der Organisation des Gaudiwurms federführend ist.
Aber was hat der Faschingszug mit Katzen zu tun? Das geht auf eine alte Geschichte zurück. Früher sei an einem Stammtisch die Frage aufgekommen, ob eine Katze immer auf den Füßen landet, wenn sie runterfällt. „Das haben sie ausprobiert“, erzählt Garden.
Irgendwann hätten Leute sogar eine Katze vom Kirchturm geworfen. „Dann haben sie sie aber nicht mehr gefunden und angenommen, dass sie noch immer durchs Dorf fliegt.“ So sei der Name „Katzenfliacha“ entstanden. Beim Gaudiwurm am Faschingssonntag, 11. Februar, um 14 Uhr sind gut 25 Gruppen mit dabei.
Breitenbrunn wird zum „Sternstecher-Land“ – und niemand weiß, wieso
Pünktlich zum Umzug am Faschingssonntag, 11. Februar, um 14 Uhr wird Breitenbrunn ganz im Zeichen der „Sternstecher“ stehen. Woher der Begriff kommt, ist jedoch unklar. „Die Bezeichnung ist schon uralt“, weiß Josef Kellermeier, der den Faschingszug gemeinsam mit Franz Kraus moderiert. Auch Prinzenpaare habe es schon vor dem Zweiten Weltkrieg gegeben.
Zwar ist am Faschingssonntag die Konkurrenz für den Breitenbrunner Gaudiwurm groß, dennoch herrscht dort beste Stimmung. „Schließlich kennt man sich untereinander“, sagt Kellermeier.
Viele der gut 35 Gruppen gingen spontan und aus Spaß mit, andere basteln aufwendige Kostüme. „Das ist jedes Jahr eine richtig gute Mischung.“
„Kasawau“ in Töging: Faschingszug behauptet sich gegen den großen Nachbarn
Besonders faschingshungrig sind die Leute in der Großgemeinde Dietfurt. Obwohl es am Unsinnigen Donnerstag in der Stadt den bekannten Chinesenfasching gibt, haben die Narren am Faschingssonntag, 11. Februar , ab 14 Uhr immer noch Energie für den Gaudiwurm im Ortsteil Töging.
„Bei uns sind es zwischen 25 und 30 Fußgruppen. Große Faschingswagen gibt es bei uns aber eher nicht“, sagen die Organisatoren Christine und Manfred Huml. Aktuell seien die Gruppen voll dabei, ihre Kostüme zu basteln.
Die Humls freuen sich, dass stets das ganze Dorf beim Umzug mitwirkt. „Da kannst du einfach hingehen und triffst sofort viele Leute zum Feiern.“
Viel Lokalkolorit und närrisches Treiben auf dem Stadtplatz in Velburg
Welche kuriosen lokalen Vorfälle werden in diesem Jahr beim Velburger Faschingszug aufs Korn genommen? Dieses Geheimnis lüftet sich am Faschingssonntag, 11.Februar, um 14 Uhr. Dann schlängelt sich wieder der Gaudiwurm durch Velburg.
„Unsere Faschingsgruppen greifen gerne lokale Begebenheiten auf. Das ist typisch für den Faschingszug“, sagt Sigrid Eichenseer, die sich bei der Stadt Velburg um die Organisation des Zuges kümmert.Insgesamt nehmen jedes Jahr gut 30 lokale Vereine und Gruppen teil.
Sie befinden sich gerade in der heißen Phase der Vorbereitungen: Wagen müssen gebaut und Kostüme geschneidert werden. „Unser Faschingszug ist klein, aber fein – und auf jeden Fall ein echtes Highlight für alle, die jedes Jahr dabei sind“, findet Eichenseer. Auch das fröhliche Treiben auf dem Stadtplatz nach dem Zug wird natürlich wieder nicht fehlen.
Hecht Helau! In Berching gibt es einen großen, bunt gemischten Faschingszug
Seit über 50 Jahren ist der Faschingszug in Berching ein Höhepunkt im Jahr. Das liegt am bunten Mix, den der Faschingszug hergibt, findet Florian Weixelbaum. Er ist Vorsitzender der Faschingsgesellschaft „Hechtonia“, die den Gaudiwurm organisiert.
„Wir haben junge Gruppen, traditionelle Gruppen, Fußgruppen und große Faschingswagen. Für jeden ist was dabei.“ Nach dem Umzug, der am Faschingssonntag, 11.Februar, um 14 Uhr beginnt, gibt es in der Innenstadt ein buntes Treiben – mit großem Festzelt.
Laut Florian Weixelbaum sind jedes Jahr um die 60 Gruppen am Start , mit sieben bis acht großen Faschingswagen. Aktuell laufen die Vorbereitungen bei der „Hechtonia“ natürlich auf Hochtouren. Insgesamt helfen gut 100 Aktive beim Gaudiwurm mit.
