Haushalt der Stadt Roding: Viele Investitionen und Rekordwert bei Schuldenabbau

Anfangs war sie sich nicht sicher, ob es trotz großer Herausforderungen und vieler Unwägbarkeiten bei Förderungen und der Stabilisierungshilfe wieder gelingen werde, einen ausgewogenen Haushalt mit vielen Investitionen für das Jahr 2024 aufzustellen, sagte Bürgermeisterin Alexandra Riedl, doch mit dem finalen Ergebnis sei sie sehr zufrieden. Und nicht nur sie war es: Einstimmig genehmigten die Stadträte in ihrer Sitzung am Donnerstagabend das umfangreiche Zahlenwerk.
Mit einem Gesamtvolumen von knapp 56,1 Millionen Euro werde dieses Mal kein neuer Rekord aufgestellt (Vorjahr: 63,986 Millionen).
„Spielräume für Zukunft“
Allerdings gibt es einen neuen Höchstwert, den Kämmerer Josef Zwicknagl vermelden kann: Mit zwei Millionen Euro ist der Schuldenabbau so hoch wie noch nie. Es sei wichtig, den Weg des Schuldenabbaus konsequent weiter zu gehen, sagte Zwicknagl, „das schafft Spielräume für die Zukunft.“ Deshalb werde nicht nur die Schuldenbremse eingehalten (eine neue Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen), sondern auch die Tilgungsoptionen werden komplett ausgenutzt. Bis 2027 sollen insgesamt 6,9 Millionen Schulden abgebaut werden, bereits Mitte 2025 die „magische Grenze“ einer Verschuldung von zehn Millionen Euro unterschritten werden, erläuterte der Kämmerer.
Trotz dieser Maßgabe sei es gelungen, zahlreiche wichtige Investitionen zu integrieren. Insgesamt rund 21,743 Millionen gibt die Stadt aus, deutlich weniger als im Vorjahr (30,4 Millionen). „Die wichtigen Projekte können durchgeführt aber werden“, betonen Zwicknagl und Riedl, es sei keine „Streichliste“ nötig gewesen, um etwa die Forderungen durch die Stabilisierungshilfen einzuhalten.
Auch könne sich die Investitionsquote von 39 Prozent vor allem in Bezug auf andere Kommunen, die Stabilisierungshilfe empfangen, sehen lassen, unterstrich der Kämmerer. Staatliche Zuweisungen für Investitionen werden in Höhe von insgesamt 5,82 Millionen Euro erwartet.
Im Ortsteil Wetterfeld kann der Bau des neuen Kinderhauses und des Feuerwehrgerätehauses wie geplant gemeinsam erfolgen. Beides seien sehr wichtige Maßnahmen, betonten Bürgermeisterin und Kämmerer. Insgesamt sechs Millionen Euro sind für die Gesamtmaßnahme, die 2025 fertiggestellt werden soll, eingeplant.
Freibad größter Einzelposten
Größter Einzelposten im Haushalt ist auch heuer die Sanierung und Ertüchtigung des Freibads „Platschare“ mit 8,175 Millionen Euro. Ab August soll das Freibad wieder seine Tore öffnen. Für den geplanten Neubau einer Grundschule sind 1,65 Millionen Euro eingestellt, derzeit läuft die Grundstückssuche.
Weitere große Einzelposten sind unter anderem der Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses in Altenkreith (2,41 Millionen Euro), die Erschließung des zweiten Bauabschnitts des Industriegebiets Oberkreith (1,187 Millionen) sowie Fahrzeuge und Ausrüstung für die Feuerwehren.
Schlüsselzuweisung ist zu erwarten
Die Steuereinnahmen sind insgesamt leicht um 3,36 Prozent von 21,537 auf 22,260 Millionen Euro gestiegen, jedoch falle die Erhöhung nicht mehr so hoch aus, wie es in Vorjahren schon war, so Zwicknagl. Vor allem, weil die Einwohnerzahl der Stadt auf mittlerweile deutlich über 13000 gestiegen sei, falle die Steuerkraft pro Einwohner leicht von 1480,51 auf 1436,24 Euro. Aufgrund der stagnierenden Steuerkraft erhalte die Stadt voraussichtlich wieder eine Schlüsselzuweisung, informierte der Kämmerer.
Wichtig ist Riedl und Zwicknagl, dass die freiwilligen Leistungen an die Vereine weiter fließen können. „Letztlich wäre es in mehreren Bereichen wünschenswert, wenn wir noch mehr tun könnten“, sagte Riedl, doch angesichts der finanziellen Vorgaben, die es gäbe, sei „das Maximum herausgeholt“ worden.
Städtische Betriebe
Ansatz von rund 12,1 Millionen Euro: Der Wirtschaftsplan der Städtischen Betriebe Roding weist einen Ansatz von knapp 12,1 Millionen Euro aus. Dies bedeutet ein Minus von 14,64 Prozent gegenüber dem Vorjahr (14,162 Millionen Euro).
Neuverschuldung nötig: Im Gegensatz zur Stadt, wo keine Netto-Neuverschuldung geplant ist, wird dies bei den SBR nötig sein, um die vielfältigen Investitionen bei Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu schultern.
