Der Bürgermeister von Waldmünchen fordert: „Als Demokraten zueinanderstehen“

Um „die wahren Stützen unserer Gemeinde und unseres Staates“ ging es Bürgermeister Markus Ackermann bei seiner Ansprache zum Jahresempfang der Stadt Waldmünchen. Als solche sieht Ackermann die, die „nicht lautstark auf alles und jeden schimpfen, sondern als Demokraten zueinanderstehen“.
Engagierte Bürger sind das Lebenselexier des Gemeinwesens
Immer wieder forderte er in seiner Rede die Bürger dazu auf, sich im Sinne der Gemeinschaft einzubringen und mitzuarbeiten. Er forderte „ein konstruktives Miteinander, durch Kompromissbereitschaft und durch Zusammenhalt“. Die rund 350 Gäste beim Jahresempfang bezeichnete Ackermann als „,Menschen und Persönlichkeiten, die das Lebenselexier unseres Gemeinwesens und unserer Demokratie sind“.
Aber natürlich gab Ackermann auch einen konkreten Aus- und Rückblick auf das Geschehen in Waldmünchen. Zunächst ging er dabei auf den Wirtschaftsstandort ein. Ackermann beschrieb, dass Optik Matt sein Gebäude im Gewerbegebiet Schwarzach bezogen habe und die Firma Streicher dabei sei, ihren dreigeschossigen Büroturm vorzubereiten. Im neu geschaffenen Gründerzentrum gebe es zwei Unternehmen und die Gastronomie habe engagierte Pächter am Perlsee, am Marktplatz und am Gibacht gewonnen.
Entwicklung gestalten
Beim Thema Bildungsstandort stellte Ackermann die Errungenschaften der letzten Jahre, die Dreifachturnhalle, die „rührige Mittelschule“ und die „stark nachgefragte Realschule“ vor. 2023, so Ackermann, sei die „digitale Ausstattung optimiert“ worden. Es gebe eine Mittagsbetreuung über die Offene Ganztagsschule und Jugendsozialarbeit an Mittel- und Grundschule. Die Kindertagesstätte „Haus der kleinen Wunder“ habe „ihr erstes Betriebsjahr erfolgreich gemeistert“ und Waldtage in Zusammenarbeit mit den Imkern eingeführt. Durch die Jugendbildungsstätte habe Waldmünchen in der Bildungslandschaft überregionale Bedeutung.
Einen großen Teil seiner Rede widmete Ackermann auch den städtebaulichen Maßnahmen und der Innenstadt. Dies sei „ein Thema, dem sich Waldmünchen seit Jahren besonders zugewandt hat, um aktiv die Entwicklung und das Erscheinungsbild unserer Stadt in die Hand zu nehmen“. Der Bürgermeister erinnerte an die Sanierung des historischen Rathauses, die Sanierung und Wiederbelebung des ehemaligen Gasthauses Kamm und die Umgestaltung der Festspieltribüne. Aus der Integrierten Stadtentwicklung mit Bürgerbeteiligung gebe es 128 Handlungsempfehlungen. Mit Fördergeldern von EU react wurden Spitalplatz, Friedhofsplatz, die Kreuzung Schul- und Frankstraße und der Bewegungsparcours an der Dr. Matthias-Lechner-Straße gestaltet. Das habe das Erscheinungsbild der Stadt „äußerst positiv verändert“, so Ackermann. Er dankte auch privaten Investoren, die sich für das Stadtbild einsetzen. Namentlich führte er das mit „dem Denkmalschutzpreis ausgezeichnete Spital“ und das sanierte und mit Leben gefüllte Seilerbauer-Geschäft an. Darin sah der Bürgermeister auch eine Anregung zu weiteren Projekten und verwies auf die neue städtebauliche Beraterin Barbara Wilnhammer.
2024 wären die Schwerpunkte die Gestaltung und Aufwertung des Marktplatzes, die Platzierung der Scherenschnitte zur Stadtgeschichte und die Neustrukturierung des Saubrunnenplatzes. Der Bürgermeister freut sich auf die Fertigstellung der Infrastruktur im Baugebiet Johannisbühl II mit rund 40 kommunalen und privaten Bauparzellen. In einem Nachsatz ist aber auch die Sorge Ackermanns vor einer einbrechenden Baukonjunktur zu hören.
Die Sanierung der Straßen und der Kanäle
Rund eine Million Euro hat die Stadt 2023 in die Sanierung der Kläranlagen Geigant und Waldmünchen investiert. Die Erneuerung der Schul- und Frankstraße, die Voithenberg-Straße in Herzogau und die Ortsdurchfahrten Geigant und Untergrafenried stellte Ackermann heraus. Für 2024 ist die Fortführung der Sanierung in Untergrafenried, der Neubau der Heimkehrerstraße, der Seeblickstraße, des Brunnenweges und des Radweges bei Geigant geplant. In allen genannten Straßen wurden auch Strom und Wasserleitungen erneuert. Im Ausbau befindet sich das schnelle Internet. Die Firmen Rädlinger und Streicher stellten ihre Baulager auf. Sie kümmerten sich um den eigenwirtschaftlichen Ausbau der Firma Leonet in der Stadt und außerhalb werde der Eigenbetrieb des Landkreises tätig.
Der Bürgermeister dankte den Blaulichtorganisationen für ihre Tätigkeit. Sie seien Helden des Alltags. Die Stadt ist dabei für die Ausrüstung der Feuerwehr zuständig. Ackermann stellte die Beschaffung eines Einsatzleitwagens für die FW Waldmünchen und einer Tragkraftspritze für die FW Höll vor. 2024 erhält die FW Geigant ein LF 10 und die Feuerwehr Waldmünchen einen Mannschaftstransportwagen und eine neue Drehleiter.
Eine Weltpremiere
Der Tourismus habe sich nach Corona erholt und zeige sogar leichte Steigerungen mit 150882 Übernachtungen (+2,1 %) und 38235 Gästen (+3,2%). Ackermann lobte „das für eine Stadt unserer Größenordnung bestimmt nicht selbstverständliche kulturelle Angebot“. Mit dem von Bernhard Setzwein geschriebenen Chateaubriand-Stück gab es sogar eine „Welturaufführung“. 2024 gibt es weitere drei Vorstellung des Stücks, das Trenckfestspiel, mehrere Aufführungen von Saggradi und ein Singspiel des Aster Kirchenchores.
Ackermann hob das „gesellschaftliche Miteinander“ durch Vereine, das MGH und den Seniorenbeirat hervor und erinnerte an das Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaften.