Pfarrer Albert Hölzl übernimmt Großpfarreienverbund

Den Katholiken von Tiefenbach über Waldmünchen, Herzogau und Ast bis Geigant steht ein gewaltiger Einschnitt bevor: Sie alle werden Teil einer Großpfarreiengemeinschaft, für die ab 1. September Pfarrer Albert Hölzl die Verantwortung tragen wird.
1. September, weil Waldmünchens Stadtpfarrer Wolfgang Häupl an diesem Tag mit dann 71 Jahren in den Ruhestand wechseln wird. Ein Einschnitt, den die Diözese Regensburg gerne zum Anlass für Umstrukturierungen nimmt, schließlich sieht ihr Konzept 2034 zahlreiche Zusammenlegungen von Pfarreien vor.
Auf der einen Seite ist Albert Hölzl froh über diese Entscheidung, ermöglicht sie ihm doch, in Tiefenbach (wohnen) zu bleiben. Schließlich hat er seit die Pfarreiengemeinschaft mit Treffelstein und Biberbach seit seinem Amtsantritt 2008 mitsamt seiner Menschen ins Herz geschlossen. Die Alternative wäre ein Wechsel gewesen, nach 15 Jahren mehr als üblich. „So ist es mir lieber“, gibt der Priester geradeheraus zu.
„Gewaltige Herausforderung“
Wenngleich er keinen Hehl daraus macht, dass er sich vor einer „gewaltigen Herausforderung“ sieht. Weniger, was die Seelsorge betrifft. „Aber die Verwaltung...“, lässt er durchblicken. Folglich sei weder Euphorie angebracht noch die Verwendung des Wortes Glück. Denn: Sowohl er persönlich als auch die Gläubigen müssten sich mit neuen Rahmenbedingungen auseinandersetzen.
7000 Schäfchen
In Zahlen: Pfarrer Hölzl wird nicht mehr nur für knapp 2000, sondern für rund 7000 Schäfchen Ansprechpartner Nummer eins sein. Einzige Hilfe: Hölzl soll zum Waldmünchner Pfarrvikar Pater Anish ein zweiter zur Seite gestellt werden. Der Geiganter Pfarrer Joseph Chen bekommt eine andere Aufgabe im Bistum, lässt dessen Führung wissen.
Waldmünchens Stadtpfarrer Wolfgang Häupl sieht die Berufung Hölzls als beste und alternativlose Lösung, weil er Gegend und Menschen kenne. Er freut sich für seinen Kollegen vor allem dafür, dass er trotz der Bezeichnung „Pfarrstelle Waldmünchen“ in Tiefenbach bleiben könne.
Was wird aus dem Pfarrhof?
Um seine Rolle beneidet Häupl den Kollegen und Glaubensbruder indes nicht. Einschnitte in Gottesdienstzeiten, in manch lieb gewonnenem Ritual sowie ein Riesenpensum an Planung und Organisation seien wohl unausweichlich. Hinzu kämen die zahlreichen Liegenschaften, in Waldmünchen aus dem Jahr 1967. „Ein Riesenpfarrhof, längst überdimensioniert und sanierungsbedürftig.“ Lösungen, Ideen? Überfällig.
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Häupl selbst sei immer klar gewesen, dass eine Zusammenlegung „nur entlang der Grenze“ erfolgen könne. Insofern sei man in einer weit besseren Situation als das Chamer Umland, in dem man in verschiedene Richtungen blicken könne. Seit 2022 laufen die Planungen für die große Einheit, „da kann man ja nicht erst 2034 anfangen“, lässt Häupl wissen. Im Vorjahr seien dann intensive Beratungen erfolgt, der Pfarrgemeinderat sei ebenso vor geraumer Zeit informiert worden.
Es gab offenbar Alternativen
Offenbar jedoch nicht der Hauptakteur. „Klar war das nicht, mir jedenfalls nicht“, sagt Hölzl zur Nachricht aus Regensburg, die ihn in der Vorwoche ereilte. Erst telefonisch, am Donnerstag schriftlich/offiziell. Im Dezember seien ihn in einem Gespräch verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt worden, berichtet er, gleichsam betonend, dass die nun umgesetzte wohl die Beste sei.
Noch überraschter war mancher Gottesdienstbesucher. „Für uns kam das aus heiterem Himmel“, meint eine Waldmünchnerin zu dem Schreiben, das am Sonntag inhaltlich gleich in Tiefenbach, und Geigant verlesen wurde.