Vier Bauhof-Mitarbeiter aus Cham retten Mann das Leben im eiskalten Löschweiher

„Wir sind zufällig auf der Heimfahrt vorbeigekommen, weil wir bei Kammerdorf gearbeitet haben“, berichteten die vier Mitarbeiter des Chamer Bauhofes. Dieser Zufall hat einem 51-jährigen Mann aus Tschechien das Leben gerettet, als er am Montag mit seinem Skoda im Löschweiher in Windischbergerdorf versank.
Der Mann war mit seinem Wagen aus unerklärlichen Gründen an der Kreuzung von Kammerdorf her kommend mit hoher Geschwindigkeit geradeaus gefahren. Er durchbrach zwei Zäune und flog mit dem Auto schräg über den Löschteich ans andere Ufer, wo er gegen einen Baum prallte, der das Fahrzeug in den Teich stieß. Dort versank es langsam.
Der Bauhoftrupp eilte sofort zu Hilfe. Der Vorarbeiter sprang ins eisige Wasser. „Da hatte der Mann bis zum Dach nur noch zehn Zentimeter Luft“, schilderte er anschließend.
Auto mit Spanngurt am Ufer gesichert
Im Wasser können die elektrischen Scheibenheber nicht mehr betätigt werden. Das Opfer muss erst warten, bis das Auto vollgelaufen ist, um die Türen gegen den Wasserwiderstand öffnen zu können. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern gelang es dem Vorarbeiter, einen Spanngurt durch die eingeschlagenen Scheiben zu ziehen und das Auto Richtung Ufer zu bewegen und dort zu sichern.
Die eintreffenden Feuerwehren aus Cham und Windischbergerdorf halfen bei der Berufung des zitternden Autofahrers, berichtete später der Chamer Kreisbrandinspektor Marco Greil. Der Fahrer war psychisch in einem schlechten Zustand und konnte zunächst auch aufgrund der Sprachprobleme nicht schlüssig sagen, ob er alleine im Auto war. Deswegen suchten Rettungstaucher der Wasserwacht zunächst den Löschweiher und das Innere des Autos ab, während der Fahrer vom Rettungsdienst betreut wurde.
Man habe den Mann zur Abklärung der Verletzungen in die Chamer Sana Klinik gebracht, so Rettungsdienstleiter Lommer. Letztlich stellte sich heraus, dass der Mann alleine war. Ein Mitarbeiter des nahe gelegenen Arbeitgebers bestätigte dies gegenüber der Polizei. Diese hatte vor Ort zu Beginn der Ermittlungen noch keine Erklärung für den Vorfall. Zur Bergung musste das Abschleppunternehmen einen Kran einsetzen. Erst als der Skoda aus dem Wasser tauchte wurde der volle Umfang der Schäden sichtbar. Die gesamte Front war vollkommen zerstört, der Wagen ist Totalschaden.


