Bürgermeister Herbert Bauer will für den Markt Stamsried noch einiges erreichen

Von Oliver Hausladen · 22. Januar 2024 um 11:00

Persönlich war das abgelaufene Jahr für Stamsrieds Bürgermeister Herbert Bauer ein äußerst tragisches mit dem Tod seiner Ehefrau. Auch körperlich war es wegen seines Bandscheibenvorfalls nicht einfach. Nach einer Reha fühlt er sich jetzt aber wieder fit, um in seiner letzten Legislaturperiode als Rathaus-Chef noch einiges für den Markt und seine Bürger zu bewegen, sagt er im Interview.

Aus Sicht der Kommune war 2023 alles andere als ereignisarm. So wurde unter anderem der neu gestaltete Marktplatz nach mehrjährigen Bauarbeiten fertiggestellt und auch die zweite Kindertagesstätte konnte ihren Betrieb aufnehmen.

Hinter Ihnen liegt persönlich ein ganz schwieriges Jahr. Wie geht es Ihnen?

Bauer: Relativ gut, ich bin zufrieden. Ich war vier Wochen zur Reha wegen der Rücken- und Knieprobleme, körperlich geht es mir nun so weit gut, dass ich das Amt wieder voll ausführen kann, was auch immer mein Ziel war. Die Bürger können darauf vertrauen, dass die anstehenden Aufgaben getan werden. Und die tägliche Arbeit tut mir auch gut.

Bleibt es trotz des Schicksalsschlags mit dem Tod ihrer Frau bei ihrer Entscheidung, bei der nächsten Kommunalwahl nicht noch einmal anzutreten?

Ja, die Entscheidung steht definitiv. Ich werde 2026 nicht mehr als Bürgermeister-Kandidat antreten. Solange ich aber im Amt bin, will ich für Stamsried noch einiges erreichen.

Sie sind auch Vorsitzender des CSU-Ortsverbands. Läuft die Suche nach einem Nachfolger als Bürgermeister-Kandidat schon?

Wir haben noch niemanden konkret im Auge, aber ich bin mir sicher, dass wir einen guten Kandidaten finden werden.

Marktplatz in neuer Pracht

Im vergangenen Jahr gab es einige Großereignisse.

Das stimmt. Die Eröffnung der zweiten Kindertagesstätte war ein Meilenstein für die Kommune. Mit einer Einwohnerzahl von etwa 2300 ist es alles andere als selbstverständlich, zwei Einrichtungen zu haben. Der Bedarf ist aber da, alle Plätze sind belegt. Ein weiteres Großereignis war die Einweihung des neu gestalteten Marktplatzes, der sich nun in neuer Pracht zeigt.

Welche Großprojekte stehen derzeit an?

Unter anderem der Bau des Wohn- und Gesundheitszen-trums in der Ortsmitte durch die Firma Dankerl. Dort geht es nach Plan voran, im Sommer wird die Eröffnung sein. Mit den 14 behindertengerechten Wohnungen und der Tagespflege entsteht auch ein wichtiges Angebot für die Altersgruppe der Senioren. Darauf haben wir lange gewartet.

Wie sieht es mit der Infrastruktur vor Ort aus?

Bei den Ärzten und der Gesundheitsversorgung sind wir bisher noch sehr gut aufgestellt. Wir haben auch noch das Glück, dass wir in der Ortsmitte einen Supermarkt haben. Allerdings wird es immer schwieriger, noch Bäckereien oder Metzgereien in den kleineren Orten zu haben. Diese finden oft keine Nachfolger oder kein Personal. Das ist ein Trend, gegen den wir als Kommune schwer etwas tun können. Gut für die Infrastruktur war aber sicherlich die Eröffnung des Friseursalons und des Cafés im vergangenen Jahr.

Bei der Infrastruktur hat Stamsried auch ein Naturbad zu bieten. Wie ist die Saison gelaufen?

Sehr gut, eventuell haben wir auch davon profitiert, dass das Rodinger Freibad wegen der Generalsanierung geschlossen war. Wir werden das Bad auch weiterhin sanieren, um es attraktiv zu halten.

Ein Projekt, bei dem sich derzeit scheinbar wenig tut, ist eine neue Nutzung des Stamsrieder Schlosses. Wie ist die Lage?

Schwierig, aber nicht hoffnungslos. Es wird im Frühjahr wieder Gespräche mit dem Eigentümer geben. In diesem Jahr sollte sich da etwas tun, das würde auch uns als Gemeinde sehr am Herzen liegen.

Stamsried ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Stehen derzeit noch Bauplätze zur Verfügung?

Nein, in den Neubaugebieten ist alles verkauft. Wir profitieren hier sicher auch von der sehr guten Lage mit der Nähe zu den Städten Roding und Cham.

Welche Projekte möchten Sie bis zum Ende ihrer Amtszeit noch umsetzen beziehungsweise auf den Weg bringen?

Die energetische Sanierung der Stamsrieder Grundschule mit Ganztagsbetreuung wird eine große Herausforderung sein. Außerdem möchte ich unter anderem auch noch die Weichen dafür stellen, dass ein Gemeindezentrum mit einem Saal, der Platz für ungefähr 200 Personen bieten soll, und mit einem Übungsraum für die Blasmusik, entstehen kann. Das wäre sehr wichtig für den Ort.

„Gemeinsam viel erreicht“

Wird es schwer sein, das Amt dann abzugeben?

Schwer zu sagen. In jedem Fall möchte ich der Verwaltung, dem Marktgemeinderat und den Bürgern danken, dass wir in den vergangenen 15 Jahren so viel erreichen konnten. Das war nur gemeinsam möglich.

Herbert Bauer am Rathaus-Schreibtisch Foto: Oliver Hausladen