Haidplatz komplett voll: Tausende demonstrieren in Regensburg gegen rechts

Tausende Regensburger haben am Sonntag gegen den Rechtsruck der Gesellschaft und die AfD demonstriert. Auf dem Haidplatz und in den umliegenden Gassen gab es mittags kein Durchkommen mehr. Auch ein Holocaust-Überlebender hat sich an die Demonstranten gerichtet.
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Bei der Kundgebung, zu der die Initiative gegen Rechts Regensburg (IgR) aufgerufen hatte, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer: „Wir stehen auf gegen Rechts. Wir müssen zeigen, dass die Mehrheit in unserem Land nichts mit undemokratischen Parteien zu tun haben will.“ Rassismus und Antisemitismus dürften hier keine Chance haben.
„Das Treffen der AfD in Potsdam, bei dem über die Vertreibung von Millionen Menschen gesprochen wurde, hat mich tief erschüttert, angewidert und empört.“ Zigtausende in Deutschland stünden dagegen auf. Auch die anderen beiden Regensburger Bürgermeister, Astrid Freudenstein und Ludwig Artinger, nahmen an der Kundgebung teil.
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Geheimtreffen Rechtsextremer treibt Menschen auf die Straße
Einer der Auslöser für die Veranstaltung war das von Maltz-Schwarzfischer angesprochene Geheimtreffen von Vertretern der AfD, die in Teilen als rechtsextrem gilt, und Rechtsextremisten in Potsdam, bei dem es um die Vertreibung von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund ging. „Unsere Städte gehören allen Menschen, die hier leben“, betonte Maltz-Schwarzfischer.
Der Holocaust-Überlebende Ernst Grube aus München forderte: „Wir müssen Druck machen, dass ein Verbot der AfD mit entschlossener Sorgfalt vorangebracht wird.“ Die Partei wolle eine Schwächung und Zersetzung der Demokratie. Die antisemitische und rassistische Erzählung sei eine Ablenkung von den tatsächlichen Aufgaben: Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit.
Holocaust-Überlebender erzählt von Ausgrenzung
Der 91-Jährige sprach von der Ausgrenzung durch die Nazis, die er als Kind erlebte, weil seine Mutter Jüdin war. „Unsere Lebensmöglichkeiten wurden immer mehr eingeengt.“ Mit viel Glück hätten er und seine Mutter das Ghetto Theresienstadt überlebt.
Auch Vertreter der IG Metall, von Campus Asyl und weiterer Organisationen machten sich stark gegen Rechts. Die vielen Teilnehmer der Kundgebung protestierten mit Slogans wie „Hot girls hate AfD“, „Nie wieder 1933!“ oder „Bunt statt AfD“. Laut Polizei seien bei der Demo über 3000 Teilnehmer dabei gewesen, die Organisatoren sprechen sogar von rund 6000.