Ein Keller in der Schule ist der Schutzraum für Schulkinder in der Ukraine

Von Jochen Dannenberg · 22. Januar 2024 um 11:00

„Frieden auf Erden". Den gab es in der Ukraine an Weihnachten nicht und jetzt auch nicht. Im Gegenteil. Auch in der Westukraine gehören Luftangriffe und Entbehrungen zum Alltag. Die Ukraine-Hilfe Bad Gögging hilft trotzdem.

Fast zwei Jahre dauert der Krieg in der Ukraine schon. Von Beginn an haben Josef Kronauer und Lesya Binkowski, Chefs der Ukraine-Hilfe Bad Gögging, die Menschen in der Ukraine unterstützt. Dutzende Hilfssendungen wurden seit Kriegsbeginn auf die Reise gebracht. Auch Bargeld. Alles ist angekommen, regelmäßig berichtet Josef Kronauer seinen Unterstützern, was mit ihren Spenden geschieht.

Wie notwendig es ist, weiterhin zu spenden, teilte jetzt Hannah Koshik, Schulleiterin in Kolomea, mit. Die 60.000 Einwohner zählende Stadt befindet sich nur 100 Kilometer von der rumänischen Grenze entfernt. „Gestern und heute gab es erneut Luftangriffe und Schüler und Lehrer befanden sich wieder einige Stunden in einem Luftschutzbunker im Keller“, schrieb Hannah Koshik diese Woche an Josef Kronauer. Zwei Stunden lang seien 320 Kinder in dem Keller gewesen, ehe der Luftalarm aufgehoben wurde.

Das Problem: Im Keller sind auch die Heizungsrohre verlegt. „Aufgrund der erheblichen Wärmerückführung steigt die Lufttemperatur und es wird schwierig, diese warme Luft einzuatmen“, schreibt die Schulleiterin weiter. Deshalb umwickelte das Schulpersonal die Rohre mit Dämmmaterial und geben keine Wärme mehr in den Keller ab. Die Kinder können sich bei einem Luftalarm leichter im Schutzraum, der eigentlich ein Lagerraum ist, aufhalten.

280 Euro kostete die Aktion, das Geld kam von der Ukraine-Hilfe. „Die Menschen versuchen, soweit es geht, ihr normales Leben aufrechtzuerhalten“, sagt Josef Kronauer. Dazu gehört auch, dass neue Bodenfliesen für die Schule gekauft wurden, weil ein Fußboden zerstört war. „Auch wenn Krieg ist“, sagt Kronauer, „geht der Unterricht weiter.“

Der Wille durchzuhalten geht einher mit der Sorge um das eigene Leben und das Überleben der Familie, betont Kronauer. Verschärft wird die Situation in der West-Ukraine durch „die vielen Binnenflüchtlinge, die trotz großer Entbehrungen irgendwie im Westen des Heimatlandes einer Arbeit nachgehen, um nicht der Allgemeinheit zur Last zu fallen“.

Das Fazit von Josef Kronauer und Lesya Binkowski fällt eindeutig aus: „Unsere Hilfe für die Menschen in der Ukraine ist mehr denn je gefragt. Bitte helfen sie mit einer Geldspende, damit wir die Hilfe fortsetzen können und die Familien nicht gezwungen sind, die Heimat verlassen zu müssen“, sagen Lesyja Binkowski und Josef Kronauer.

Wer helfen möchte, kann dies per Banküberweisung tun (Raiffeisenbank Kreis Kelheim, Konto 6 425 500, BLZ 750 690 14, IBAN DE74 7506 9014 0006 4255 00, Verwendungszweck „Aktion Kronauer Ukraine-Hilfe“).

Hannah Koshik berichtet der Ukraine-Hilfe in Bad Gögging regelmäßig. Fotos: Koshik