Ein Foto von Franz Beckenbauer ist der Schatz einer Neustädterin

An diesem Freitag trauert die Fußballwelt um ihren „Kaiser“, die „Lichtgestalt“ Franz Beckenbauer. Und während in der Münchener Allianz Arena die Trauerfeier des FC Bayern München stattfindet, erinnert sich Rita Faltermeier in Neustadt a.d. Donau, wie sie einmal Beckenbauer ganz nahe war.
„Das war 1969 beim Freundschaftsspiel des FC Bayern gegen den TSV Abensberg“, sagt Rita Faltermeier, die in Kürze 73 Jahre alt wird, und so hat sie es auch handschriftlich neben einem Foto in ihrem alten Fotoalbum vermerkt. Auf dem Foto, das noch in schwarzweiß aufgenommen wurde, ist Beckenbauer zu sehen. Der „Kaiser“ zwischen all den Fotos von Familienangehörigen! Es ist ein einziges Bild, etwas unscharf, aber es ist eindeutig Beckenbauer.
Der war damals noch ein ganz junger Profi, drei Jahre zuvor hatte er seine erste WM gespielt und ab 1969 hatte er seinen Spitznamen. Damit war er der „Kaiser“ und der einzige legitime Monarch in Deutschland.
„Ich war eine blutjunge Frau“, sagt Rita Faltermeier. „19 Jahre alt.“ Aber bereits vom Fußball-Virus infiziert. Mit einer Freundin ist sie seinerzeit nach Abensberg gefahren – und nicht mit dem Ehemann, obwohl sie kurz vorher geheiratet hatte. Den Fotoapparat, den sie gerade geschenkt bekommen hatte, nahm sie „auf Verdacht“ mit.
Dann passierte das, worüber sich auch heute jeder Fan freuen würde: Beckenbauer stand „vielleicht eineinhalb Meter entfernt von mir, kurz vorm Spielfeldrand“. Beckenbauer wollte gerade aufs Spielfeld gehen. „Ich hatte nicht gewagt ihn anzusprechen“, erinnert sich die 72-Jährige.
Die damals 19-Jährige begriff, welche einmalige Gelegenheit sich ihr bot. Sie zögerte deshalb nicht und drückte auf den Auslöser ihres Fotoapparates. Das Foto fand Eingang ins Fotoalbum von Rita Faltermeier, wo der „Kaiser“ nun zwischen all den Verwandten der 72-Jährigen steckt.
Fußballfan und Fan des FC Bayern ist die Neustädterin noch heute. Die Ergebnisse der Fußbalöl-Bundesliga, die Sportschau und das Sportstudio gehören für die 72-Jährige zum Leben dazu. Dabei hat Rita Faltermeier nie selbst Fußball gespielt und den FC Bayern hat sie nie wieder live bei einem Spiel gesehen.
„Ich glaube, das war mein Bruder, der zu der Liebe zum Fußball beigetragen hat“, sagt sie. Der spielte einst in Teugn. Der Virus war damit früh gesetzt und er war so stark, dass Rita Faltermeier bei einem wichtigen Familienfest „schwänzte“. Am Tag ihrer Konfirmation, die kirchliche Feier war längst vorüber, sagte sie zu ihrer Mutter, dass sie noch mit einer Freundin spazieren gegen wolle. Tatsächlich ging Rita Faltermeier zum Fußballplatz. 14 Jahre war sie damals alt und schon voll auf Fußball.
