Kurze Wege sind Trumpf bei der Hochzeitsmesse

Drei junge Frauen aus Neustadt und Umgebung vereint, dass sie alle schöne Erinnerungen an ihre Hochzeit haben. Jetzt wollen sie anderen helfen, ähnliche Erfahrungen zu machen – mit einer Hochzeitsmesse.
Julia Guttenberger, die gemeinsam mit ihrem Ehemann die gleichnamige Gärtnerei betreibt, blättert in einem Fotoalbum. Hochzeitsfotos sind dort verewigt. Es sind die ihren. Auch Susanne Frühauf und Corina Marre haben Schnappschüsse ihres „schönsten Tages im Leben“ mitgebracht. Marre verkauft Brautkleider, Frühauf arbeitet als Make-up-Artist.
Was die drei Frauen vereint, sind ihr schönen Erinnerungen an die eigene Hochzeit. Dazu wollen sie jetzt auch anderen verhelfen – mit einer Hochzeitsmesse in Neustadt. Guttenberger kann sich noch gut an ihre Hochzeit vor rund zehn Jahren erinnern. „Das ist eben ein schöner Tag, an den man gerne zurückdenkt.“ Für sie und Frühauf steht es außer Frage, dass das Jawort groß gefeiert werden müsse. „Da sollen doch alle Freunde mit dabei sein“, betonten alle drei.
Premiere in der Gärtnerei
Am Sonntag steigt in der Gärtnerei erstmals eine Hochzeitsmesse. Das hat einen Grund: Bei all den schönen Erinnerungen räumt Frühauf ein: „Das Ganze ist sehr anstrengend.“ Und man müsse vorausschauend planen. Ein Dreivierteljahr davor müsse man spätestens beginnen. Wer eine bestimmte Location will, müsse durchaus schon weit länger als ein Jahr im Voraus reservieren.
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Und jetzt einmal ganz abgesehen davon, dass eine Braut schon mal vergessen kann, dass sie einen Brautstrauß braucht, wie Guttenberger zu berichten weiß. Einmal sei eine nur wenige Stunden vor deren Hochzeit vor ihr gestanden, um nach einem zu fragen. Auch ohne solche Fehler würde man allein nie und nimmer an alles denken können.
So sagt Frühauf, dass sie sich mit ihrem jetzigen Ehemann ganz bewusst auf einer Messe habe inspirieren lassen. Und doch war einer der Höhepunkte, die Feuershow am Abend, nur deshalb zustande gekommen, weil man Bekannte mit so einem Hobby hatte.
Klein – aber fein
Wer sich keinen Weddingplaner für viel Geld leisten könne, komme in den Augen der drei Frauen nicht an einer Hochzeitsmesse vorbei. Wobei Frühauf gesteht, dass sie bisher beruflich noch nie auf einer gewesen sei. Oftmals seien das ja Großveranstaltungen, an denen sie nicht so Spaß habe. Da gefalle ihr die gemütliche Variante in der Gärtnerei schon viel besser. Die sei nachhaltig – und innovativ, wie alle drei befinden. Viele der Aussteller seien relativ neu in der Branche, wovon man sich neue Ideen erhoffe.
Guttenberger, Marre und Frühauf betonen, dass sie am Sonntag eine nachhaltige Veranstaltung auf die Beine stellen. Das beginne schon bei den Anfahrtsstrecken der Aussteller. Bis auf eine Ausnahme kommen die aus der Region. Die meisten stammen aus Neustadt, Abensberg, Kelheim und Pförring. Das habe dann auch Vorteile für die Hochzeitspaare in spe. Sie finden Kontakt zu Anbietern aus der Region.
Marre betreibt in Sandharlanden ein Geschäft für Brautkleider, bietet dabei auch Secondhand-Ware an. Viele würden ihre Kleider mittlerweile verkaufen, weil sie sie ja doch nicht mehr selbst tragen würden. Oder die Hochzeit habe sich verschoben, und das Kleid passe oder gefalle nicht mehr. Eine Modenschau, bei der zwölf ehemalige Bräute noch einmal in ihre alten Kleider schlüpfen werden, soll einer der Höhepunkte der Veranstaltung sein.
Der Termin im Januar sei einmal der Logistik in der Gärtnerei geschuldet. Um diese Zeit sei es im Geschäft laut Guttenberger am ehesten umzusetzen, denn die Gewächshäuser seien noch relativ leer. Außerdem passe der Winter auch – wie Frühauf beisteuert. Viele würden sich doch in dieser Zeit Gedanken machen, weil sie über Weihnachten den Antrag gemacht oder erhalten haben.
Begonnen hätten die Überlegungen, als Guttenberger mit ihrer Nichte einen Nachmittag in Marres Geschäft Marre verbrachte, weil die Nichte eben ein Brautkleid benötigte. Es seien schöne Stunden gewesen, wie sich beide erinnern. Und so reifte eines Tages der Plan: Warum denn nicht eine Hochzeitsmesse ausrichten?
Es sind wichtige Kunden
Man dachte daran, dass es ja in Bad Gögging öfter solche Veranstaltungen gegeben hat. Und es war beiden klar, dass es wie beschrieben genügend Gründe gebe, dass eine solche Schau notwendig ist. Mit Marre war die erste Mitstreiterin dann ja schon gefunden, die wiederum beruflichen Kontakt zu Frühauf hat. Alle drei Frauen sind ehrlich: Selbstverständlich gehe es auch um den eigenen beruflichen Mehrwert. Marre und Frühauf haben Bräute als Einzige oder als Hauptkunden. Aber auch in der Gärtnerei machen Hochzeiten fast 30 Prozent des Umsatzes auf.
Und so können sich die Drei gut vorstellen, die Messe im kommenden Jahr zu wiederholen – sollte die Resonanz stimmen und die Aussteller mitziehen. Wobei sie sich im Voraus nicht auf Zahlen festlegen wollen, anhand derer sie einen Erfolg bemessen wollen. Bei der Premiere wolle man schauen, wie es insgesamt läuft.