Die Maß Bier gehört dazu – So ist das Leben als Vize-Hopfenkönigin der Hallertau

Von Jochen Dannenberg · 21. Januar 2024 um 05:00

Von den zahlreichen Majestäten, die der Freistaat zu bieten hat, ist ein Titel ein ganz besonderer – der der Hallertauer Hopfenkönigin. Seit einem halben ist Anna-Lena Ostler die Vize-Hopfenkönigin. Und muss seither viel Bier trinken. Wie es Ihrer Hoheit sonst noch ergeht, verriet sie im Gespräch mit dieser Zeitung.

Den 14. August wird Anna-Lena Ostler wohl nie vergessen. Da wurde die 24-Jährige, die beim Schuhhersteller Haix in Mainburg im Marketing tätig ist und auch Vorsitzende der KLJB Bad Gögging ist, zur Vize-Hopfenkönigin gewählt. „Das war echt krass“, erinnert sich die 24-Jährige. „Ich hatte zwei Busse für die Wahl in Wolnzach organisiert. Da sind nur Freunde von mir mitgefahren. Anschließend sind wir gemeinsam heimgefahren und da war Super-Party.“

Und wenn Anna-Lena Ostler von Party spricht, weiß sie, um was es geht. Zum 111-Jährigen Bestehen der KLJB hatte sie als Vorsitzende der Landjugend mit den Mitgliedern der Landjugend ein großes Festzelt zum Toben gebracht.

Seit die junge Frau aus Oberulrain zur Vize-Hopfenkönigin der Hallertau gewählt worden ist, geht es etwas ruhiger zu. Dennoch: 50 Termine hat sie im ersten halben Jahr als Hoheit bereits absolviert. Routine komme dabei nicht auf. „Jeder Termin ist anders“, sagt sie. Man knüpfe Kontakte und man treffe Menschen wieder und habe sich was zu erzählen. Und manche Menschen sieht man noch öfter als andere. „Wir sind viel mit der Politik unterwegs“, sagt sie. Mehrmals habe sie deshalb bereits Ministerpräsident Markus Söder getroffen.

„Das Amt ist ein Highlight“

Dabei geht es beim Amt der Hopfenkönigin eigentlich um die Werbung für Hopfen und Bier, betont die 24-Jährige. Und deshalb war sie mit ihrer „Chefin“ Lena Schmid aus Scheyern, die die Wahl zur Hopfenkönigin gewonnen hatte, unter anderem auch auf der Wies‘n und in Slowenien unterwegs.

Und die einstige Konkurrentin aus Scheyern? Sind sie noch immer Konkurrentinnen? „Das passt. Wir sind immer zu zweit unterwegs und wir kommen gut klar und ergänzen uns“, erklärt Anna-Lena Ostler. „Das Amt ist ein Highlight“, stellt die Vize-Hopfenkönigin fest. Auch wenn sie – in Wahrnehmung ihrer hoheitlichen Aufgaben – manches Glas des Gerstensaftes vertilgen muss. „Im Schnitt ist das eine Maß pro Fest.“ Wobei nicht jede Veranstaltung ein Fest ist.

Bier ist für die 24-Jährige – ihr Motto zur Wahl in Wolnzach lautete: „Ich habe den Hopfen im Blut“ – mehr als ein Getränk. Anna-Lena Ostler ist auf einem Bauernhof groß geworden. Deshalb kennt sie sich nicht nur mit der Landwirtschaft aus, sie kann auch perfekt Traktor fahren. Ihr Vater ist Hopfenbauer und schon der Uropa baute Hopfen an. Die junge Frau ist Landwirtstochter mit Leib und Seele. „Ich bin stolz auf unsere Hallertau“, sagt sie und die ist wiederum für ihren Hopfen berühmt.

Um die Zukunft des Hopfens ist ihr nicht bange. Darum schätzt Anna-Lena Ostler auch ihre Regentschaft. „Man lernt andere Facetten des Hopfens kennen“, sagt sie. „Zum Beispiel Hopfen-Limo und Hopfen-Wasser könnten die Zukunft des Hopfens als alkoholfreie Alternativen sein.“

Bekannt wie ein bunter Hund

Was bleibt? Da sind die vielen Begegnungen mit Menschen. „Man ist in dem Amt immer präsent. Man geht immer auf Menschen zu“, erklärt die 24-Jährige. Sie weiß, inzwischen ist sie bekannt wie ein bunter Hund. Dabei sei es egal, ob sie nun mit oder ohne Krone unterwegs sei.

Wichtig ist Anna-Lena-Ostler noch was anderes: „Man lernt die Heimat noch mehr schätzen und man lernt andere Seiten der Hallertau kennen. Die Landschaft, ihre Menschen und Orte sind sehr vielfältig.“ Und: „Ich freue mich auf das nächste halbe Jahr als Vize-Hopfenkönigin.“

Die 24-Jährige ist auch Vorsitzende der KLJB Bad Gögging. Foto: Beate Kiermeier
Bei der Wahl setzte sich Lena Schmid (r.) gegen Anna-Lena Ostler (l.) durch. Foto: Regler