Einwohnerzahl in Berching wächst weiter – trotz weniger Geburten

Von Bernhard Neumayer · 21. Januar 2024 um 15:00

Die Einwohnerzahl der Großgemeinde Berching steigt weiter an, wenn auch nur minimal auf 9574. Gleichzeitig nimmt auch der Anteil an Ausländern zu. Das Einwohnermeldeamt der Stadt interpretiert die Zahlen.

Ist das Feuer in den Schlafzimmern Berchings erloschen oder warum verzeichnete die Stadt im vergangenen Jahr zehn Geburten weniger als noch 2022?

Diese rein spekulative Frage ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Ungeachtet von möglichen Interpretationen liefert die Einwohnerstatistik der Stadt dennoch interessante Erkenntnisse.

Die Anzahl der Geburten etwa ließ 2023 in der Großgemeinde im Vergleich mit den Jahren zuvor nach. Während das Einwohnermeldeamt im geburtenstärksten Jahr seit 2009 für 2020 noch 107 Geburten verzeichnete, sank diese Zahl in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich: 2021 wurden 96 Babys geboren, 2022 waren es 90 und im vergangenen Jahr nur noch 80.

Während die Geburten von 2022 auf 2023 weniger wurden, stiegen im gleichen Zeitraum die Sterbefälle von 82 (im Jahr 2022) auf 92 (im Jahr 2023). An die 107 (2020) und 105 (2021) Todesfälle in den Corona-Jahren kommen die Sterbefälle der vergangenen zwei Jahre zum Glück nicht mehr heran.

Berching begrüßte vergangenes Jahr 446 neue Bürger

Neben den Geburten und Sterbefällen beeinflussen auch die Zu- und Wegzüge die Statistik. 2023 sind 446 Bürger nach Berching gezogen – der niedrigste Wert der letzten vier Jahre. Im Jahr zuvor verzeichnete die Großgemeinde 547 Zuzüge, 2021 waren es 483 und im Jahr 2020 laut Statistik des Einwohnermeldeamtes 455.

Vergleicht man die Jahre 2022 und 2023 miteinander, sind zwar weniger Bürger nach Berching gezogen. Allerdings haben laut Statistik auch 42 Menschen weniger Berching für einen anderen Ort verlassen. 2022 vermeldete die Stadt 445 Wegzüge, im vergangenen Jahr waren es nur noch 403. Zum Vergleich: 2021 zogen 371 Bürger weg, 2020 mit 322 noch weniger. Dennoch scheint die Großgemeinde als Wohnort für viele Menschen lebenswert zu sein. Denn 2023 sind insgesamt mehr Menschen nach Berching gezogen (446) als von Berching weggezogen (403).

Ein Blick auf die Altersstruktur in der Großgemeinde Berching bestätigt das, worüber in Deutschland seit Jahren gesprochen wird: Die Bevölkerung altert. Seit 2020 ist die Zahl der Berchinger in der Altersgruppe „66 und älter“ stetig angewachsen – von 1575 (2020) über 1636 (2021) und 1696 (2022) bis auf 1720 Menschen 2023.

Gleichzeitig sind von 2020 bis 2023 aber auch die Zahlen in den Altersgruppen von null bis drei Jahren (von 364 Personen auf 414), vier bis sechs (von 253 auf 273) sowie sieben bis 15 (von 703 auf 754) gestiegen.

Alles in allem ist damit die Gesamteinwohnerzahl von 9568 im Jahr 2022 auf 9574 im vergangenen Jahr gestiegen (Stand 29. Dezember). Allerdings bedeutet das laut Einwohnermeldeamt nicht, dass exakt sechs Personen mehr als im Vorjahr und genau 9574 Bürger in der Großgemeinde leben. Die Zahl bezieht sich auf die gemeldeten Wohnungen. Hat beispielsweise ein Bürger einen Haupt- und einen Nebenwohnsitz in Berching, zählt er in der Gesamtstatistik doppelt.

Einwohnermeldeamt Berching verzeichnet 805 ausländische Bürger

Egal, ob man bei der Statistik nur die Einzel- und Hauptwohnsitze ohne die Nebenwohnsitze betrachtet oder die Gesamtzahl – der Trend ist gleich: Berching wächst.

Lag die Gesamteinwohnerzahl 2020 noch bei 9345, stieg sie über 9458 (2021) und 9568 (2022) auf 9574 an. Darunter waren zum Ende des vergangenen Jahres laut Statistik 805 ausländische Bürger. Das entspricht einem Anteil von gerundet 8,4 Prozent. Zum Vergleich: 2020 lag er noch bei 6,6 Prozent, 2022 bei gerundet 8,2.