Barbara Wilnhammer ist die neue städtebauliche Beraterin für Waldmünchen

Mit der Gestaltungssatzung habe die Stadt Waldmünchen eine wichtige Vorarbeit geschaffen, sagt Barbara Wilnhammer (48). Die Architektin aus Furth im Wald ist die neue städtebauliche Beraterin der Stadt Waldmünchen. „Die Gestaltungssatzung wird die Bibel sein“, sagt sie.
Die Architektin übernimmt damit die Aufgaben von Architekt Johannes Haslsteiner, der sich altersbedingt aus dieser Tätigkeit zurückzieht. Mit dem Büro Wild und Wilnhammer hat die Stadt Waldmünchen eines der bekanntesten Büros für Städteplanung in der Region gewohnen. Schaut man auf deren Homepage so findet man etliche Gemeinden der Region, die sich auf die Expertise dieses Architekturbüros verlassen. Darunter aktuell die Stadt Furth im Wald, in der das Büro in einem Gründerzeitbau beheimatet ist.
Aber auch Bad Kötzting gehört zu denen, die sich aktuell städtebaulich von Wilnhammer und Wild beraten lassen. Das hat auch seinen Grund in der Historie. Tatsächlich war Siegi Wild in den 80er Jahren einer der Pioniere, die sich regional mit Stadtplanungen und Gestaltungssatzungen für historisch gewachsene Innenstädte auseinandersetzte.
Barbara Wilnhammer hat ihr Handwerk an der TU Kaiserslautern und später an der TU München erlernt. Dabei war Städteplanung einer ihrer Interessensschwerpunkte. In Waldmünchen sei bis heute ihr ursprünglicher städtischer Grundriss erkennbar. Es gebe typisch regionale Bauten und Dachformen, analysiert Wilnhammer. Ein Vorzeigeprojekt wie das Alte Spital könne auch Anregung für andere sein.
Es sei von den Architekten Haslsteiner und Peter Haimerl bei der städtebaulichen Entwicklung viel Vorarbeit geleistet worden. Das sei der Vorteil von Waldmünchen. Hier kümmere man sich seit Jahren um die bauliche Entwicklung der Stadt. „Das sieht man der Stadt auch an“, stellt die Architektin fest.
Überall ähnliche Probleme
Grundsätzlich habe Waldmünchen kein anderes Problem, das nicht auch andere Städte hätten. „Dass neben einem frisch sanierten Gebäude auch ein nicht saniertes steht, das muss eine Stadt aushalten können“, sagt Wilnhammer. Auch diese gehörten zum Stadtbild.
Wichtig sei es, Leerstände zu revitalisierern und das Wohnen in den Innenstädten zu fördern. In Waldmünchen sei die Substanz dazu da, um ein „zeitgemäßes Wohnen zu entwickeln“. Ihre Aufgabe als Beraterin sehe sie darin, „Mut zu mache, moderne Ansprüche in der Substanz unterzubringen“ soweit diese erhaltenswert ist. Dank Haslsteiner und Haimerl und der Gestaltungssatzung müsse sie hier „das Rad nicht neu erfinden“, sondern an die qualitätvolle Arbeit anknüpfen.
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Dass sich die Ansprüche an die architektonische Gestaltung in Innenstädten auch wandeln, macht Wilnhammer deutlich, als sie auf die einst heiß umkämpfte Nutzung von Dachflächen für PV-Anlagen angesprochen wird. Hier haben sich viele Altstädte und auch Waldmünchen an die geänderte politische Großwetterlage anpassen müssen. Das gelte selbst für das Landesamt für Denkmalschutz, das auch „die Zeichen der Zeit“ berücksichtigen müsse.
Die Arbeit für die Stadt Waldmünchen erfolge auf Anforderung für eine bestimmte Aufgabe oder Projekt, erklärt Wilnhammer. Die jeweiligen Vorhaben würden individuell beraten. Sie werde auf die Objekte im Stadtbild eingehen. Ein Klassiker bei der Beratung seien beispielsweise die Dachtraufen bei Neubauten. Überstände passten dabei nicht zu historischen Innenstädten. Dort habe man historisch aus Brandschutzgründen ohne Überstand gebaut. Ein ähnliches Diskussionsthema seien beispielsweise geputzte Fassaden. Das sei auch bei Wärmedämmung möglich. Bei all dem seien selbstverständlich auch die Fördermöglichkeiten wichtig.
Junge Generation wichtig
Eine der besten Lösungen für eine Altstadt sei es, wenn eine junge Generation ein Objekt wieder in Nutzung bringt und im besten Fall auch noch dort wohnt. „Dafür muss eine Stadt alles tun“, sagt Wilnhammer.