Südostlink: Tennet will noch im Januar mit Rodungen zwischen Pfreimd und Nittenau beginnen

Von Max Schmid · 11. Januar 2024 um 15:00

Die Bundesnetzagentur hat den vorzeitigen Baubeginn zu Rodungen für den Südostlink genehmigt. Damit kann Netzbetreiber Tennet nun einzelne Baumfällungen im Abschnitt D 1, der auf rund 54Kilometer Länge von Pfreimd bis nach Nittenau führt, durchführen lassen.

Beim Bauforum im Konrad-Max-Kunz-Saal der Oberpfalzhalle in Schwandorf stellten Tennet-Mitarbeiter Details zu den Arbeiten vor. Rund 60 interessierte Bürger, meist handelte es sich um betroffene Grundstückseigentümer, informierten sich an den Terminals und Schautafeln, die im KMK-Saal aufgebaut waren. Der Bauabschnitt D1 beginnt im Gebiet der Stadt Pfreimd, führt durch die Gemeindebereiche von Nabburg, Schmidgaden, Stulln, Fensterbach, Schwarzenfeld, streift das Stadtgebiet von Schwandorf bei Haselbach, Naabeck, Bubach und Klardorf und führt weiter über Teublitz in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Nittenau.

Kabel werden in zwei Gräben verlegt

Der zuständige Abschnittsleiter Kommunikation D 1 bei Tennet, Johannes Prechtl, erläuterte, dass das Unternehmen bereits ab Ende Januar 2024 an einzelnen Stellen mit Baumfällarbeiten beginnen werde. In der Regel würden die Erdkabel in offener Bauweise in zwei Gräben verlegt, in einigen Sonderfällen aber komme eine geschlossene Verlegeweise zum Einsatz, um Straßen oder Wasserkörper zu queren. Dazu seien die Zustimmungen der Grundstücksbesitzer erforderlich, die dem Unternehmen laut Prechtl zum Teil bereits vorliegen.

Die weitere Planung sehe nach den Baumfällarbeiten erste geschlossene Querungen von Straßen, Eisenbahnlinien oder Flüssen vor. 2024 wolle man bis zu 17 geschlossene Querungen abarbeiten, wenn die Zustimmungen der Eigentümer vorliegen sowie die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn der geschlossenen Querungen. Prechtl verwies auf bauvorbereitende Maßnahmen wie archäologische Untersuchungen, Rodungen, Boden- und Artenschutz sowie die Einrichtung von Baustraßen, mit deren Hilfe man die Belastung des Bodens durch schwere Baustellenfahrzeuge möglichst geringhalten wolle.

Aufgabe der Baukommunikation des Unternehmens sei es, Eigentümer, Behörden und Anwohner regelmäßig über den Bauverlauf zu informieren. Beim Bau der Erdkabelleitung werden laut Prechtl vier Leerrohre in zwei parallel verlaufende, rund 1,80 Meter tiefe Gräben verlegt. Nach Verfüllung der Gräben erfolge das Einziehen der Kabel in die Leerrohre. Der Schutzstreifen über den Erdkabeln dürfe später weder überbaut noch aufgeforstet werden, „gängige landwirtschaftliche Nutzung“ sei aber möglich.

Firma muss noch warten

Ein Teil der geschlossenen Querungen werden durch das Unternehmen Kollmer Bohr- und Tiefbau durchgeführt. Auch deren Mitarbeiter standen in Schwandorf Rede und Antwort, informierten über das sogenannte Horizontalspülbohrverfahren.

Nach Beginn der Bauarbeiten im Rahmen des vorzeitigen Baubeginns an genehmigten Stellen des Trassenverlaufs müsse das Unternehmen noch die Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses der Bundesnetzagentur abwarten, dann könne man mit allen Bauarbeiten am gesamten Trassenverlauf fortfahren.

Erdkabelleitung führt nach Landshut

Projekt: Der Südostlink ist eine geplante Gleichstrom-Erdkabelleitung zwischen den Netzverknüpfungspunkten Klein Rogahn nahe Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Vorhaben 5a) und Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt (Vorhaben 5) mit dem Netzverknüpfungspunkt ISAR nahe Landshut in Bayern.

Abschnitt: Beim Bau der 525kV-Leitung im Rahmen im Abschnitt D 1 von Pfreimd bis Nittenau werden rund 54 Kilometer Erdkabelleitung in zwei Kabelsträngen mit jeweils zwei Leitungen verlegt. Im Abschnitt D 1 müssen 66 Unterquerungen von Straßen, Gewässern oder Waldflächen durchgeführt werden.

Zeitplan: Erste Baumfällarbeiten beginnen in den kommenden Wochen, erste geschlossene Querungen sollen im Frühjahr starten, die Inbetriebnahme für das Vorhaben 5 ist für 2027 und für das Vorhaben 5a für 2030 geplant.

Finanzen: Vorhaben 5 wird durch EU-Mittel gefördert.

An Terminals und Schautafeln konnten sich interessierte Bürger zum Bauabschnitt D 1 informieren. Dort werden rund 54 Kilometer Erdkabelleitung verlegt. Foto: Max Schmid