Neumarkter Bauern fahren zur Demo nach Nürnberg: Droht Stau durch Traktoren-Kolonnen?

Von Wolfgang Endlein · 11. Januar 2024 um 13:00

Nach der großen Demo am Montag in Neumarkt und dem kurzfristig angekündigten Corso mit hupenden Traktoren am Mittwochabend in der Stadt sind Bauern aus dem Landkreis am Freitag erneut unterwegs – dann Richtung Nürnberg. Wie der Freitag abläuft und ob mit weiteren Protesten zu rechnen ist.

Um 11 Uhr ist in der Frankenmetropole eine Großkundgebung auf dem dortigen Volksfestplatz. Autofahrer im Landkreis müssen aber nicht befürchten, hinter einer größeren Kolonne an Traktoren langsam herfahren zu müssen.

Jedenfalls ist Andreas Lang davon überzeugt. Der Landwirt aus Günching ist Mitglied beim Verein „Landwirtschaft verbindet Bayern“, der die Großdemo am Montag in Neumarkt mit organisiert hatte. Die Landwirte aus dem Landkreis Neumarkt werden laut Lang einzeln zum Treffpunkt in Unterferrieden anreisen. Größere Konvois seien nicht geplant. Zudem träfen sich die Bauern in der fränkischen Gemeinde an der Grenze zum Landkreis Neumarkt schon um 6.30 Uhr und damit vor der Kernzeit des Berufsverkehrs.

In Nürnberg drohen nach 6.30 Uhr größere Staus

Wer aber nach 6.30 Uhr mit dem Auto nach Nürnberg fahren will, muss mit massiven Verkehrsbehinderungen rechnen, wie die Stadt Nürnberg warnt. Vor allem auf den ausgewiesenen Strecken. Jene für die Landwirte mit Treffpunkt Unterferrieden geht über Sperberslohe auf die Straße, die von Allersberg kommend nach Nürnberg führt. Dort treffen die Bauern über Zollhaus ein und fahren weiter durch Langwasser (Liegnitzer Straße, Gleiwitzer Straße, Karl-Schönleben-Straße) zum Volksfestplatz.

In Nürnberg werden deutlich mehr Demonstranten erwartet als am Mittwochabend in Neumarkt. Gegen 19 Uhr hatten sich laut Polizei Landwirte mit rund 50 Traktoren und anderen Fahrzeugen spontan am Volksfestplatz getroffen. Nach Absprache mit der Polizei ging es für eineinhalb Stunden durch Neumarkt, wobei sich weitere Unterstützer dem Corso angeschlossen hätten. Insgesamt schätzt die Polizei die Teilnehmerzahl auf 130. „Die gesamte Versammlung verlief störungsfrei“, lautet das Fazit der Polizei.

Bauernverband kündigt weitere Proteste an

Ob sich solche spontanen Demonstrationen in nächster Zeit häufiger wiederholen werden, muss sich laut Landwirt Andreas Lang noch zeigen. Möglich sei es. Am Montag organisiert der BBV im Landkreis vier Busse, die zur großen Demo nach Berlin fahren. Ob darüber hinaus weitere Proteste im Landkreis folgen, das hängt laut BBV-Kreisobmann Michael Gruber davon ab, ob wie von den Landwirten gefordert die Regierung die Kürzungen komplett zurücknimmt.