Von Lerntricks bis zur Rohkost: Warum Waldmünchen bei der Erwachsenenbildung einmalig ist

Waldmünchen hat ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis und wahrscheinlich sogar weit darüber hinaus. Die Stadt organisiert ihre Erwachsenenbildung selbst. Sonst werden diese Aufgaben im Kreis Cham wie auch in anderen Landkreisen fast ausschließlich regional organisierten Volkshochschulen übertragen.
Auslöser war 2019 der Wunsch des Deutschen Volkshochschulverbandes, kleinere Volkshochschulen in größere Volkshochschulen einzugliedern. Waldmünchen wollte aber selbstständig bleiben.
Maßgeschneidert
Seitdem ist die Erwachsenenbildung rein in städtischer Hand. Darauf machte Bürgermeister Markus Ackermann bei der Programmvorstellung für die nächsten vier Monate aufmerksam. Die rein Waldmünchnerische Volkshochschule bedeute auch ein genau „maßgeschneidertes Programm“ auf die Bürger der Stadt, das diese auch nutzen sollten. Ein Erfolgsfaktor sei die Kombination der Erwachsenenbildung mit dem Mehrgenerationenhaus, das sich um die niederschwelligen sozialen und gesellschaftlichen Angebote kümmere. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei das Team um Susi Nock mit einem vielfältigen Netzwerk.
Dem Team dankte auch MGH-Projektleiterin Susi Nock. Hier namentlich den zur Programmvorstellung anwesenden Verantwortlichen Barbara Konering (Gesundheitsangebote), Stephanie Haberl (Sprachen) und Sandra Ederer (Layout des Programms). Wieder sei es gelungen ein Programm vorzulegen, das am Puls der Zeit sei. Auch die Erwachsenenbildung unterliege Moden, sagte Nock. So seien zur Zeit Kurse mit wenigen Kurstagen beliebt, und auch kurze Anmeldezeiten seien wichtig. Hier sei es gelungen, die Anmeldezeit auf bis zu drei Tage vor dem Kurs zu reduzieren, lobte Nock. Ein Dank gebühre der Stadt und dem Landkreis für die finanzielle Unterstützung. Wegen der allgemein gestiegenen Kosten habe man auch ein Anpassung um etwa zehn Prozent bei den Kursgebühren vornehmen müssen.
Warum ein Vier-Monats-Programm?
Barbara Konering erklärte zunächst, warum sich dieses Programm nur auf vier Monate von Januar bis April beziehe. So möchte man in einen Rhythmus Frühjahr bis Herbst und Herbst bis Frühjahr für die Programme kommen. Das habe praktische Gründe, weil so die Dozenten leichter für Abstimmungen erreichbar sind. Im Bereich Gesundheit und Sport sei es wieder gelungen, ein „kleines, buntes Programm“ auf die Füße zu stellen. Konering hob die Yoga- und die Rehakurse hervor.
„Wirklich lecker“ sei das, was bei den Rohkostkursen mit Christoph Ziereis zubereitet werden. „Besonders stolz“ ist Konering, aber auf einen Rückbildungskurs für Mütter nach der Geburt. So ein Angebot habe es in Waldmünchen noch nicht gegeben.
Lernen mit Filmen
Der Bereich Gesundheit wird durch Meditationskurse und Kurse zur Traditionellen Chinesischen Medizin abgeschlossen. Die Kurse zu Tschechisch, Französisch und Englisch laufen gut, berichtete Stephanie Haberl. Sie freue sich auf den Versuch, die Französisch-Kenntnisse mit Hilfe eines Films zu verbessern. An fünf Abend wird über das Französisch in der Filmkomödie „Willkommen bei den Sch‘tis“ gesprochen.
Erstmals gibt es auch ein Angebot zum Lerncoaching sowohl für Kinder als auch für Eltern. Kinder und Eltern erfahren, welche Lerntechniken es gibt und wie sich damit leichter mit Hausaufgaben und Lernerfolg tun. Fortgesetzt wird die Unterstützung bei Fragen zum Handy und der Gitarrenkurs für Wiedereinsteiger.
Zwei Infoabende beschäftigen sich mit speziellen Themen. So zeigt Anna Braun, wie man mit Taglilienblättern Körbchen und Täschchen flechten kann, und Birigt Schultes erklärt in der Faschingszeit das Küchelbacken. Weiter gibt es Vorträge fürs Testament und Schamanistische Kurse. Das Programm ist auf der Homepage des MGH zu finden und liegt in gedruckter Form bei der Touristinfo in Banken und Geschäften auf.