Männerchor Nittenau kämpft ums Überleben: Neues Konzertprojekt soll Zulauf bringen

In zwei Jahren will der Männerchor Nittenau sein 50-jähriges Bestehen feiern. Doch die Existenz des Vereins ist in Gefahr, denn er hat nur noch zehn aktive Sänger. Die Gruppe geht deshalb in die Offensive und will neue sangeslustige Mitstreiter gewinnen.
Der Männerchor Nittenau (MCN) blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Chronik des Vereins verrät, dass er am 6. Februar 1976 im Nebenzimmer des Gasthauses Balk aus der Taufe gehoben wurde. Die Initiative ging damals von Fritz Dingeldein und Hans Hasenbach aus. Die 14 Gründungsmitglieder trafen sich bereits fünf Tage später zusammen mit Sängern des Kirchenchors und weiteren Interessenten im damaligen Büchereiraum des Jugendheims St. Wolfgang zur ersten Chorprobe. Geleitet wurde sie vom Konrektor der Volksschule Nittenau, Hans Beiderbeck.
Große Einsatzfreude der Initiatoren
Den ersten Auftritt hatte der Chor auch schon bald, und zwar am 12. März 1976 beim 70.Geburtstag von Dingeldein, dem Initiator des MCN. Dem großen Elan und der Einsatzfreude von Hasenbach und Beiderbeck sei es zu verdanken, „dass der MCN, trotz anfänglicher Bedenken von verschiedenen Seiten, einen rasanten Aufstieg nahm und bald als Nittenauer Markenartikel weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde“, heißt es in der Chronik.
In den folgenden Jahren absolvierte der MCN eine Vielzahl von Auftritten in der Stadt und im Umland, zum Beispiel bunte Abende mit Chören und Gruppen aus der Umgebung, bei Christmetten, in Krankenhäusern und Altenheimen, beim Stadtjubiläum Nittenau, beim Christkindlmarkt in Schwandorf oder bei der Walhalla-Matinee in Donaustauf.
Zu den besten Zeiten habe der MCN gut 30 Sänger gehabt, wie sich Nittenaus Altbürgermeister Julius Schmatz erinnert. Er ist seit zehn Jahren Vorsitzender des Vereins und aktiver Sänger. Die ersten Schritte des Chores ging er selbst mit, doch weil die Chorproben immer dienstags stattfanden und dieser Termin mit den Sitzungen des Stadtrats kollidierte, habe er in seiner Zeit als Rathauschef das Singen im Chor an den Nagel hängen müssen.
Große Sorgen um den Chor
Doch seit seinem Ruhestand ist Schmatz wieder als Sänger aktiv. Auch sein Kollege Hans Trautner ist beim MCN ein Mann der ersten Stunde – und die beiden machen sich große Sorgen um „ihren“ Chor. Denn aufgrund der Altersstruktur – das Durchschnittsalter der Sänger liegt bei rund 80 Jahren – seien mittlerweile einige Mitglieder ausgeschieden oder verstorben.
Auch die Corona-Krise habe dem Chor zugesetzt, sagt Schmatz. Nachwuchssänger zu finden sei schwierig, doch für die Existenz der Gruppe sehr wichtig. Um sowohl die erste und zweite Bass- und Tenorstimme vernünftig mit jeweils vier Sängern besetzen zu können, brauche man eigentlich 16Mitwirkende. Mit den aktuell zehn verbliebenen Sängern sei man bei Krankheitsfällen als Chor kaum noch einsatzfähig.
Doch weil das Singen in der Gruppe den verbliebenen Männern so viel Freude macht, wollen sie dem MCN unbedingt neues Leben einhauchen. „Ein wenig Auffrischung würde uns gut tun“, sagt Trautner. Er und Schmatz wollen deshalb mit einem neuen Chorprojekt, das am Donnerstag, 11. Januar, startet, neue Mitglieder finden.
Erste Probe im Pirzer-Saal in Nittenau
Alle Männer aus Nittenau und Umgebung, die Freude am Singen haben, sind ab 20 Uhr im Pirzer-Saal willkommen, um für ein im Juni geplantes Konzert zu proben. Notenkenntnisse oder Vorsingen seien nicht erforderlich, sagt Schmatz. Für dieses Projekt sei auch keine Vereinsmitgliedschaft im MCN nötig, nur die Freude am Singen. „Es ist ein Mannschaftssport wie Fußball. Man muss auf seinen Nebenmann schauen und horchen“, sagt Schmatz.
