Das Neujahrskonzert in Neustadt a.d. Donau hat sich ein Stammpublikum erobert

Von Roswitha Priller · 9. Januar 2024 um 11:00

Es ist eine liebgewordene Tradition, dass in der St. Laurentius-Kirche das Neue Jahr zum Hochfest „Erscheinung des Herrn“ mit einem festlichen Konzert begrüßt wird. Heuer hatten sich der Kammerchor und das Kammerorchester von St. Laurentius unter Leitung von Reinhold Furtmeier zu diesem Anlass der anglo-amerikanischen festlichen Kirchenmusik verschrieben. Und dieses Programm kam beim Publikum bestens an.

Mit einer gekonnten Mischung aus verschiedenen Epochen bis hin zur Moderne versetzten Sänger und Musiker die Besucher in festliche Neujahrsstimmung. So bildete das vom Chor a capella vorgetragene „Coventry Carol“ aus dem 15. Jahrhundert eine gelungene Ouvertüre des Konzerts. Zuvor hatte Furtmeier seinen Chorsängern am Ende des Einsingens gewünscht, dass sie vor allem viel Freude am Konzert haben mögen. Genau diese Freude übertrugen alle Musizierenden mit einem sehr eingängigen Programm auf ihre Zuhörer.

Zahlreiche Musikfreunde aus der näheren und weiteren Umgebung hatten sich in der weihnachtlich geschmückten St. Laurentius Kirche eingefunden. „Wir kommen schon seit Jahren zum Neujahrskonzert. Die musikalischen Darbietungen sind immer sehr besonders und von sehr hoher Qualität“, meinte ein Ehepaar aus Münchsmünster und traf damit sicher die Meinung der meisten Besucher. Pfarrer Thomas Stummer begrüßte die Konzertbesucher in der bis auf den allerletzten Platz besetzten Kirche.

Freude und Harmonie

„Viel Freude, viele Harmonie und viel Bewegung verspricht uns das Hauptwerk dieses Konzerts, die „Missa festiva“ von John Leavitt aus dem Jahr 1991. Genauso ist es gut für ein Neujahrskonzert“, meinte der Geistliche. Zudem bezog er sich auf eine Passage des vom Chor gesungenen „Earth Song“ vom Zeitgenossen Frank Tichely. „Oh Krieg und Macht, du blendest und verwischst. Das zerrissene Herz schreit vor Schmerz. Doch Musik und Gesang sind meine Zuflucht gewesen“. Stummer dankte den Konzertteilnehmern, dass sie dem Publikum eben diese Zuflucht schenken.

Mit dem modernen „Only in Sleep“ verzauberte der Chor regelrecht, unterstrichen vom wunderbaren Solo der Sopranistin Claudia Bach. Die Sängerin aus den Reihen des Chors meisterte ihren Part mit Bravour, musste sie sich doch gesanglich gegen ihre Mitsänger durchsetzen. Im Anschluss glänzte das Kammerorchester mit Werken von John Rutter (geboren 1945).

Ausgesprochen interessant arrangiert war das bekannte Konzert für Violine und Orchester in a-moll von Johann Sebastian Bach. Die Hauptstimme wurde hier von einer Marimba übernommen, die vom jungen Musiker Zacharias Fichtner ausgesprochen virtuos gespielt wurde. Zweifellos war dies einer der Höhepunkte des Konzerts, dem sogleich der nächste folgte.

Die „Missa festiva“ für Chor und Orchester von John Leavitt überraschte ebenfalls mit ihrer instrumentalen Besetzung. Gleich drei Schlagwerkspieler waren notwendig, um die oft raffinierten Akzente gekonnt in der festlichen Messe zu setzen. Wie Pfarrer Thomas Stummer eingangs erwähnt hatte, waren Instrumente dabei, deren Namen einem Laien nicht geläufig sind. So kam hier beispielsweise ein Vibraphon zum Einsatz.

Fein abgestimmtes Dirigat

Ein bisschen erinnerte die Messe in ihrem kraftvollen Klangbild an Filmmusik. Viele eingängige Melodien, die dem Ohr schmeicheln, in besonderer Dynamik mit raffinierten Akzenten, die mal vom Chor und mal vom Orchester beziehungsweise einzelnen Instrumenten gesetzt werden. Furtmeier überzeugte hier, wie bei den anderen Werken auch, mit einem gefühlvollen fein abgestimmten Dirigat.

Reinhold Furtmeier dankte dem begeistert applaudierenden Publikum und versprach im Anschluss mit Rutters „Christmas Lullaby“ für Chor und Orchester eine „weihnachtliche Belohnung“ für die bisher mit reiner Kirchenmusik verwöhnten Ohren. Denn ein Weihnachtsstück ist schon ein gelungener Abschluss für ein Konzert am Dreikönigstag.

Sopranistin Claudia Bach überzeugte mit ihrem Solo. Foto: Roswitha Priller
Auch die Marimba (hinten, gespielt von Zacharias Fichtner) kam zum Einsatz. Foto: Roswitha Priller
Sopranistin Claudia Bach überzeugte mit ihrem Solo. Foto: Roswitha Priller