In Neustadt gingen viele Daumen für die Landwirte hoch

An mehreren Stellen bei Neustadt a. d. Donau blockieren Landwirte am Montag mit ihren Traktoren Auffahrten zu den Bundesstraßen 16 und 299. Große Staus ruft das nicht hervor. Verkehrsteilnehmer reagieren oftmals mit Zustimmung.
Kurz nach sechs Uhr morgens bei der Auffahrt zur Bundesstraße 299 an der Donaustraße in Neustadt. Rund 15 Traktoren stehen an der Kreuzung, verhindern, dass auf die Bundesstraße aufgefahren werden kann. Ansonsten ist aber nicht viel los. Vereinzelt fahren Autos an die Blockade heran, wenden und fahren wieder weg.
Kurz vor 6.30 Uhr gibt es sogar Verstärkung auf der Donaustraße. Weitere Traktoren fahren auf, so dass die Auffahrt zur Bundesstraße zeitweise durch mehrere Reihen versperrt ist.
Nur wenige Autofahrer hätten sich beschwert, wie ein Demonstrationsteilnehmer dort erklärt. Die Szenerie bei den Auffahrten zur Bundesstraße 16 von der Bundesstraße 299 her und bei Mühlhausen gleicht dem. Staus gibt es den ganzen Vormittag keine, höchstens müssen einige Fahrzeuge ein wenig warten. Viele Autofahrer hätten sich wohl auf die Situation eingestellt, ist von Marion Wigand, Landwirtin aus Schwaig, zu hören.
Sie steht mit Berufskollegen an der Bundesstraße 299. Klagen von Autofahrern seien ihr keine untergekommen. Im Gegenteil: „Viele machen den Daumen hoch, wenn sie vorbeifahren.“
Spontaner Beifall
Wie bestellt fährt in diesem Moment ein Radfahrer an der Gruppe vorbei: „Super, weiter so!“, ruft er den Landwirten zu. Wenig später kurz vor acht Uhr hupen auf der B 16 vorbeifahrende Lastwagenfahrer bei der Blockade bei Mühlhausen und geben so ihre Sympathie mit den Demonstrierenden kund. Auch dort gibt es keinen Stau. Gegen 8 Uhr steht allerdings ein polnischer LKW vor der Auffahrt zur B 16 und wartet, auf die Bundesstraße auffahren zu können. Der Fahrer nutzt die Zeit zu einer kleinen Kaffeepause.
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Er habe Verständnis für die Demonstranten und sei nicht böse – so sein Kommentar auf Nachfrage. Deren Entschlossenheit ist zu spüren. Wigand und Heinrich Schuhmacher betonen, dass sie sich durchaus noch härtere Protestformen vorstellen können. Zumindest eine weitere Blockade sei in den Augen ihrer Berufskollegen, welche die B16-Auffahrt bei Mühlhauen blockieren, möglich. Es gehe um die Gesamtsituation der Landwirtschaft, ist immer wieder zu hören. Sprüche auf Protestschildern sind auf alle Fälle eindeutig: „Nicht alle Blindgänger in Berlin sind aus dem Zweiten Weltkrieg“, steht etwa auf einem Schild. Es bleibt nicht bei den reinen Blockaden. So sind gegen acht Uhr zwei Traktoren sehr langsam auf der B 299 unterwegs. Da staut es sich dann doch ein wenig auf der Straße. Gleiches geschieht später in der Innenstadt.
Firmen in Neustadt waren vorbereitet
Aber auch das trifft Firmen nicht unvorbereitet. Auf Nachfrage ist vom stellvertretenden Werkleiter von Mahle, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, und von Britta Heidemann-Schöberl, Leiterin Unternehmenskommunikation bei Bayernoil, zu hören, dass es keine Probleme für Mitarbeiter gab, in die Arbeit zukommen. Allerdings habe man sich darauf vorbereitet. So berichtet Heidemann-Schöberl: Frühzeitig habe man Mitarbeiter auf Blockadestellen hingewiesen. „Außerdem haben wir den Schichtwechsel vorgezogen.“ Und wer könne, würde im Homeoffice arbeiten.
