„Wer wird Millionär“: Wirt aus Laaber wartet vergeblich – und nimmt es locker

Von Philip Hell · 6. Januar 2024 um 11:19

Immer wieder strahlte Daniel Hieninger am Freitagabend in die Kamera – und immer wieder ging Quiz-Moderator Günther Jauch an ihm vorbei. Der Gastwirt aus Laaber, der die Sportgaststätte des TSV Beratzhausen betreibt, schaffte es in einer Sondersendung von „Wer wird Millionär“ nicht erneut auf den Ratestuhl.

„Es überwiegt die Freude“, sagt Hieninger am Samstagvormittag zur MZ. „Selbst wenn man ohne Geld heimgefahren wäre, allein das Erlebnis ist toll.“ Insgesamt standen am Freitagabend 16 Teilnehmer im Finale der Sondersendung, in der es um einen Gewinn von drei Millionen Euro ging. Sie haben sich qualifiziert, weil sie in dieser Spezial-Woche mindestens 16.000 Euro gewonnen haben.

3-Millionen-Woche: So funktioniert die Spezialausgabe von „Wer wird Millionär“

16 Finalisten, knapp vier Stunden Sendezeit: „Da kannst du dir deine Chancen dranzukommen natürlich ausrechnen“, sagt der Wirt aus Laaber. Der 45-Jährige hat in der Sendung, die am Mittwoch ausgestrahlt wurde, 32.000 Euro gewonnen.

Die Ausgabe am Freitagabend funktionierte etwas anders als bei „Wer wird Millionär“ üblich. Moderator Günther Jauch ging durch die Reihen der Finalisten und machte ihnen Angebote. Das Prinzip dahinter: Jauch bietet eine garantierte Geldsumme, wenn die Kandidaten ihren Gewinn erneut aufs Spiel setzen. Einer Kandidatin, die wie Hieninger 32.000 Euro gewonnen hatte, bot Jauch 8000 Euro, wenn sie noch einmal auf den Ratestuhl klettert. Die Kandidatin nahm an. Diese Verhandlung erlebte der Gastronom aus nächster Nähe. „Man hofft natürlich, dass man drankommt“, sagt Hieninger heute. Er hätte es sich bei einem Jauch-Angebot von rund 15.000 Euro noch mal überlegt.

„Wer wird Millionär“: Berliner Polizist bricht in Tränen aus

Der 45-Jährige hat in seinen Tagen bei „Wer wird Millionär“ zahlreiche neue Freunde gefunden. „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, da geht es seit Tagen rund“, sagt er. Einer von seinen Kumpels sorgte am Freitag für einen echten Gänsehautmoment. Der Berliner Polizist Philip Hohenberger erspielte bei Günther Jauch 150.000 Euro – und brach in Tränen aus. „Er kommt aus ganz einfachen Verhältnissen“, sagt Hieninger über seinen Freund. „Er hat sich hochgekämpft, eine saubere Laufbahn als Polizist hingelegt. Ein Bomben-Typ!“

Die neu gewonnenen Freundschaften sollen gepflegt werden, sagt der 45-Jährige. „Sie wollen mich auf jeden Fall besuchen, auch im Wirtshaus. Spätestens im Sommer werden zwei, drei Leute hier auftauchen.“ Hieninger war ein sogenannter Überhangkandidat. Am Dienstag bestieg er den Ratestuhl, doch nach einigen Fragen ertönte das Schlusssignal. So habe er zwei Gruppen erlebt, sagt der Wirt aus Laaber. „Man sieht große Unterschiede. Es waren komplett unterschiedliche Stimmungen. Ganz andere Leute!“

Nach Auftritt bei „Wer wird Millionär“: „Fernsehen macht Spaß“

Die Sendung am Freitagabend konnte der 45-Jährige nicht verfolgen, er stand hinter dem Tresen seiner Gaststätte „da Hieninger“ am Beratzhausener Sportplatz. Es sei gut gefüllt gewesen, ein Tisch sei sogar wegen seines Auftritts gekommen.

Er werde zwar immer wieder auf seine Minuten mit Günther Jauch angesprochen, sagt Hieninger, aber: „Die Leute halten sich angenehm zurück.“ Seine Frau Anna dagegen werde häufiger auf die Sache mit „Wer wird Millionär“ angeredet. Anna war es auch, die ihn zur Sendung brachte – und damit nicht genug. „Sie hat mich schon wieder angemeldet“, erzählt der 45-Jährige lachend. „Fernsehen macht mir schon Spaß.“

Bis dahin will der Wirt aus Laaber allerdings mal etwas abschalten. „Ich freue mich schon auf ruhigere Fahrwasser.“