2023 waren die Schwandorfer beim Bundespräsidenten – Auch daheim gibt es heuer viel Anerkennung

Von Johannes Hartl · 6. Januar 2024 um 15:00

In den vergangenen Tagen sind sie wieder von Haus zu Haus, von Straße zu Straße gezogen: Ein Jahr nach dem spektakulären Besuch beim Bundespräsidenten ist bei den Sternsingern von St. Jakob zwar wieder Normalität eingekehrt. Doch auch in Schwandorf waren die Mädchen und Jungen mit viel Einsatz dabei.

Für Stadtpfarrer Christian Kalis ist die Sternsingeraktion jedes Jahr wieder etwas Besonderes. „Ich finde es einfach toll, wenn sich Kinder für Gleichaltrige engagieren“, sagt er. Dabei stehe klar der Besuch an der Haustür, des Überbringen des Segens im Vordergrund – nicht die Spendensumme. Einige der Menschen, sagt Kalis, könnten das Haus nicht mehr verlassen. „Und da werden die Kinder sehnsüchtig erwartet.“

In diesem Jahr waren für St.Jakob insgesamt 15 Sternsinger und sieben Eltern unterwegs. Ihr Gebiet erstreckt sich von der Innenstadt über Krondorf und Richt bis in Teile der Ettmannsdorfer Straße. Kein Wunder also, dass die Sternsinger drei Tage lang, von 2. bis 4.Januar, morgens bis abends auf Tour waren, um den Segen zu spenden.

Große Ehre in Berlin: Sternsinger brachten dem Bundespräsidenten den Segen

Wenn man so will, ist bei den Mädchen und Jungen von St.Jakob also wieder Routine eingekehrt. Denn vor einem Jahr durften die Schwandorfer in Berlin an der Tür klopfen, und zwar bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender in Schloss Bellevue. Neben den Ministranten aus St. Jakob waren auch Mitfahrer von Herz Jesu, von St. Paul, vom Kreuzberg, aus Fronberg und von der Mädchenrealschule St. Josef dabei.

Schauen Sie sich auch die Bilder vom Besuch beim Bundespräsidenten an

Dass die Schwandorfer zum Bundespräsidenten durften, war kein Zufall. Im Vorjahr war das Bistum Regensburg nämlich Gastgeber für den bundesweiten Sternsinger-Auftakt. Den hatte Christian Kalis, damals noch als Jugenddiözesanpfarrer, federführend mitorganisiert. Und so wurde Sternsingern aus der Diözese die Aufgabe zu Teil, in Vertretung für alle Königinnen und Könige beim Bundespräsident anzuklopfen.

Bis heute ist der Besuch bei den Kindern und Jugendlichen präsent. Madlen Mieschala ist seit 2019 mit den Sternsingern unterwegs – die heute 14-Jährige war es, die beim Schloss Bellevue den Segen ans Haus schreiben durfte. „Es sind schöne Erinnerungen“, sagt sie. Auch Ruben Doblinger (13) bestätigt, dass die Fahrt nach Berlin noch immer ein Gesprächsthema ist. Mieschala und Doblinger sind zwei der 15 Sternsinger, die heuer für St. Jakob unterwegs sind. Und das, wie sie versichern, aus Überzeugung. „Man weiß, dass man was Gutes tut“, sagt die 14-Jährige. In der Gemeinschaft unterwegs zu sein, mache Spaß. „Und die Reaktionen der Menschen sind auch immer ganz schön.“

Sternsinger sammeln Geld für Kinder in Amazonien und weltweit

Die Sternsinger-Aktion hat sich im Jahr 2024 dem Motto „Gemeinsam für unsere Erde – in Amazonien und weltweit“ verschrieben. Dabei stehe die Bewahrung der Schöpfung sowie der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur im Fokus, wie das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ auf seiner Internetseite schreibt. Ruben Doblinger gefällt vor allem, dass er in der Gruppe unterwegs ist und an Häuser klopft, statt nur rumzusitzen. „Dann tue ich etwas, was praktisch ist und den Menschen in Amazonien hilft, wo das Geld hingeht“, sagt der 13-Jährige.

Stadtpfarrer Christian Kalis erzählt, dass es viele Pfarreien gar nicht mehr leisten könnten, überall zu klingeln. St. Jakob sei da bislang in einer komfortablen Lage. „Wir machen es noch so, dass tatsächlich jede Haustür angegangen und an jeder Haustür geläutet wird.“

Zwar werden Ministranten und Freiwilligen insgesamt weniger. Doch in diesem Jahr hätten die Minis jeweils den halben Tag mitgehen dürfen – also Kinder aus der ersten, zweiten oder dritten Klasse, die noch keine Kommunion empfangen haben. Das habe für einen gewissen Ausgleich und eine gute Mischung der Gruppen gesorgt.

Die Resonanz auf die Sternsinger ist laut Kalis positiv. Der Dienst werde von den Menschen gut honoriert. Mieschala und Doblinger können diese Erfahrung bestätigen. „Die freuen sich immer“, sagt die 14-jährige Ministrantin über die Reaktion der Menschen, bei denen sie an der Türe klingeln. Sie berichtet beispielsweise von Applaus, wenn sie in ihren Kostümen ein Geschäft betreten. Zudem gebe es immer wieder Lob, wenn sie ihre Lieder vortragen.

Auch zur Spendenbereitschaft kann der Schwandorfer Stadtpfarrer Kalis bislang offenbar Positives vermelden, denn: „Die Büchen sind gut gefüllt.“

Die Spendenaktion der Sternsinger

Zweck: Die Sammlung kommt heuer den Kindern in Amazonien zugute.

Konto: Die Sternsinger-Aktion von St. Jakob ist nun beendet. Wer doch noch spenden möchte, kann das über das Konto des Kindermissionswerks tun unter der IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31.

Besondere Aufgabe: Im Vorjahr waren die Sternsinger im Schloss Bellevue. Foto: Kellermeier, Archiv
Sie dankten für den Einsatz: Pfarrer Christian Kalis (r.) und OB Andreas Feller (l.) Foto: Hartl