Neue Projekte, harte Nüsse, aber auch Vorfreude – so schaut Kelheims Bürgermeister auf 2024

Der offizielle Startschuss für 2024 fällt in Kelheim am 12. Januar beim Neujahrsempfang. Auf ihn freut sich Bürgermeister Christian Schweiger. Um welche großen Themen Stadtpolitik und Verwaltung nicht umhinkommen werden, ist schon jetzt klar.
• Bauprojekte: Um manches Projekt dürfte bei den Haushaltsberatungen 2024 hart gerungen werden. Einige kommen unstrittig bzw. gehen weiter. Im Tiefbau wird dies laut Bürgermeister der Umbau der Verkehrssituation zwischen Einkaufscenter und Grundschule Nord sein. Dort kommt ein Kreisverkehr. Im Hochbau wird die Sanierung der Dreifachturnhalle fortgeführt. Dies werde auch 2024 viel Personal und Finanzmittel binden, so Schweiger. Das Ettnerhaus, das Nachbargebäude zum Rauchhaus am Ludwigsplatz, soll bis zum Spätsommer fertig saniert sein. Im Anschluss sollen dort Mitarbeiter der Verwaltung mehr Platz finden. Die neuen Baugebiete „Hohenpfahl West“ und „Weinbergweg Erweiterung“ werden 2024 „baureif“. In Kelheimwinzer wird der erste Abschnitt der „Röte-Erweiterung“ erschlossen. Im Rathaus ist die Digitalisierung ein wichtiges Vorhaben. In Sachen Planung werde der nächste Sanierungsabschnitt der Regensburger Straße das Stadtbauamt beschäftigen.
• Diskussionen und Krux: „Intensiv werden wir uns über sozialen Wohnungsbau unterhalten müssen und auch über Jugendbetreuung bzw. Aufenthaltsorte für die Jugend“, so Schweiger. Vieles werde jedoch „stark davon geprägt sein“, wie die finanzielle Ausstattung und Unterstützung der Kommunen im Allgemeinen durch Land und Bund aussehe. Eine zentrale Frage werde sein, wie der Bundeshaushalt 2024 ausfalle, so Schweiger. Die Krux der Kommunen sei es, dass sie für vieles aufkommen müssen, was der Bund beschließt. Auch wie tief Kelheim für die Kreisumlage ins Stadtsäckel greifen muss, werde sich auswirken auf das, was sich die Kreisstadt leisten kann.
Des Weiteren versuche Kelheim „alles, um geopolitischen Situationen gerecht zu werden und die Auswirkungen gesellschaftlich verträglich umzusetzen“, sagt Schweiger. Von der Unterbringung bis zum Kindergarten. Insbesondere Letzteres zähle definitiv zu den großen Herausforderungen und „wird uns finanziell stark belasten“. Noch gehe es, doch eine Entlastung erwartet Schweiger nicht.
• Herausforderungen: Auch Wohnungsbau und neues Seniorenheim dürften 2024 zu den „schwierigen Themen“ gehören. Denn Förderungen vom Bund für Neubauten seien komplett weggefallen. Diese Entwicklung habe die Stadt nicht zu verantworten, aber sollten nicht neue Fördertöpfe eröffnet werden, werde sich das auswirken. Gegebenenfalls könnte sich der Baubeginn für ein neues Seniorenheim verschieben. „Einfach, um Verluste zu vermeiden“, so der Bürgermeister. Punkt 2 werde die Frage sein, „Wie wir künftig mit freiwilligen Leistungen umgehen“, sagt Schweiger. Er hoffe, dass der Frage keine „gesellschaftlichen Projekte zum Opfer fallen“, so Schweiger. Teils sei die Stadt hier auch „in der Pflicht, um für sozialen Zusammenhalt zu sorgen“.
• Hoffnung: Optimistisch schaut Schweiger auf die positive Entwicklung der Stadt bei Veranstaltungen und „lebendige Innenstadt“. Er hofft, dass diese weiter gehe. Denn Aspekte wie eine mit Leben erfüllte Altstadt seien auch ein Punkt, der für „Industrie- oder Gewerbeansiedlungen wichtig“ sei. Zudem registriert der Bürgermeister, dass die „Kelheimer wieder stolz auf ihre Kreisstadt“ seien. Auch die Option „neues Gewerbegebiet in Thaldorf“ verbucht er als wichtigen Aspekt in Sachen Entwicklung. Im ersten Quartal sollen die bauplanrechtlichen Vorarbeiten starten. Was Grundstücke betrifft, sei „aktuell noch nichts gekauft“.
• Vorfreude: Das „richtig gute Personal“ im Rathaus lasse ihn auf eine gute Zusammenarbeit in 2024 freuen. In dem Team mache es Spaß, die Herausforderungen anzugehen und die Verwaltung noch mehr zum Dienstleister für die Bürger umzubauen. Gespräche für die fehlende, neue Geschäftsleitung im Rathaus würden Anfang des Jahres geführt, erste habe es bereits gegeben. Nach einer Absage musste die Stadt Ende 2023 die Stelle neu ausschreiben. Neben vielem anderen freut sich Schweiger auf das Kreisstadtfest. Ein „zeltfreier“ Ludwigsplatz soll ihm neuen Flair geben. Auch den Besuchen der Städtepartner aus Ambarès und Soave schaut er positiv entgegen. Die Franzosen werden wohl zum Volksfest anreisen. „Das ist ein schöner Rahmen, darauf freue ich mich.“