Neuer Zug-Fahrplan als Problemlöser? Verbindungen von Schwandorf nach München neu organisiert

Seit 10. Dezember gilt in Bayern ein neuer Fahrplan. Auch für Schwandorf bringt das eine wichtige Änderung mit sich, denn mit der Verbindung nach München soll ein notorisches Problem entschärft werden. Eine der Folgen: Die Schwandorfer können jetzt sogar jede Stunde in die Landeshauptstadt fahren.
Bisher bestand der Zug aus zwei separaten Verbindungen: In Schwandorf wurden nämlich der RE2 aus Hof und der RE25 aus Prag zusammengekoppelt. Dann ging es gemeinsam weiter gen München – jeweils im Zweistundentakt. Beide Strecken hatte die Länderbahn mit dem Alex bedient.
Doch mit den Verbindungen gab es immer wieder Probleme. Der Grund: Wenn einer der Züge zu spät war, übertrug sich die Verzögerung zwangsläufig auf die andere Linie. Lukas Iffländer ist stellvertretender Bundesvorsitzender beim Fahrgastverband Pro Bahn. „Die Probleme liegen primär auf dem Ast aus Richtung Prag“, sagt er. Der Abschnitt sei weitgehend eingleisig – mit der Folge, dass Verspätungen auch den Zug aus der anderen Richtung betreffen. Dazu kämen Grenzkontrollen in Furth im Wald, die „teils eine halbe Stunde dauern“, sowie Ausbauarbeiten in Tschechien als weitere Probleme.
Jetzt gibt es stündliche Fahrten von Schwandorf nach München
Auch eine Anfrage der Grünen im Bayerischen Landtag bestätigt das. Beim ALX RE 25 – also der Verbindung von Prag nach München – habe die durchschnittliche Verspätung im Jahr 2022 insgesamt 14,55Minuten betragen. Im Jahr zuvor waren es noch 5,46Minuten gewesen. Mehr noch, allein 2022 lag der Anteil der verpassten Anschlüsse auf der Strecke Prag-München bei 39,2 Prozent. Im Jahr zuvor waren es noch 7,6Prozent gewesen, wie aus den Antworten hervorgeht.
Wenn es nach der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) geht, soll sich das ändern. Denn seit dem Fahrplanwechsel sind die beiden Verbindungen getrennt worden. Der RE2 fährt nun von Hof nach München, ohne an den RE25 gebunden zu sein. Die beiden Verbindungen verkehren losgelöst voneinander. Statt alle zwei Stunden, geht es nun also im Stundentakt nach München. Die Strecke von Prag nach München wird weiterhin von der Länderbahn bedient. Doch der RE2 geht in neue Hände: Den Zuschlag erhielt die DB Regio. Sie habe das „wirtschaftlichste Angebot abgegeben“, heißt es.
Die BEG sieht einen klaren Vorteil, wenn die beiden Linien getrennt werden. „Wir erwarten uns vom neuen Fahrplankonzept eine spürbar höhere Zuverlässigkeit, da sich bei getrennter Führung der beiden Linien Verspätungen von einer Linie dann nicht mehr auf die andere Linie übertragen“, teilt die Pressestelle auf Anfrage mit. Auch müsse am Bahnhof in Schwandorf nicht mehr rangiert werden. Mehr noch, durch die neue Linienführung seien auch neue Reisemöglichkeiten zwischen Schwandorf und Regensburg geschaffen worden. Insgesamt gehe es um neun Stück.
Der Fahrgastverband Pro Bahn teilt diese Einschätzung. „Die Entscheidung ist goldrichtig“, sagt Lukas Iffländer. Der Zeitverlust, der durch das Trennen und Vereinigen der Zugteile entstehe, falle so weg. Darüber hinaus werde die Pünktlichkeit erhöht, weil der Alex in Richtung München „immer die maximale Verspätung beider Zugteile mitbringt“.
Kommt der Zug in Zukunft dann öfter pünktlich?
Zumindest auf der Hofer Linie werde die „Zuverlässigkeit deutlich zunehmen“, sagt der Pro-Bahn-Vertreter auf Anfrage der Mittelbayerischen. Und für die Schwandorfer gehe es „zukünftig öfter wieder pünktlich nach München“.
Aber die Prager Linie werde „mit den Grenzkontrollen und Bauarbeiten noch eine Weile gebeutelt“ bleiben, vermutet Iffländer. Darin sieht der Pro-Bahn-Vertreter aber einen Vorteil: Denn die Arbeiten würden einem „weitgehend zweigleisigen Ausbau“ der Strecke dienen – samt einer Elektrifizierung. Auch werde die Strecke begradigt und in der Folge insgesamt zwölf Kilometer kürzer.