Neue Pächter für die Kreuzschänke in Regensburg: Nahtloser Übergang im „Wohnzimmer“

Von Rainer Wendl · 28. Dezember 2023 um 12:00

18 lange Jahre war Walter Buric Wirt in der Kreuzschänke in der westlichen Regensburger Altstadt. Jetzt stehen seine Nachfolger bereit.

Es ist eine lange und innige Beziehung, die Katja und Gregor Koch mit der Kreuzschänke verbindet. „Das Babyfon hat von unserer Wohnung bis in den Biergarten gereicht. Das hat uns sehr geholfen, als unsere Töchter noch klein waren“, erinnert sich der Vater an so manchen schönen, dank technischer Hilfe möglichen Sommerabend unter freiem Himmel. „Wir waren eben schon immer Nachbarn, Gäste und Fans der Kreuzschänke.“ Ab 1. Januar wird diese Beziehung noch inniger, dann übernehmen die Kochs die Gaststätte in der Kreuzgasse als Pächter.

Sie treten damit die Nachfolge von Walter Buric an. Nach 18 Jahren erfolgreichen Wirkens in der westlichen Altstadt sagt dieser der Gastronomie Lebewohl und zieht zurück in seine mittelfränkische Heimat. Als er im Oktober seinen nahenden Abschied öffentlich machte, konnte er versichern: „Das Feld ist bestellt.“ Da war Buric nämlich bereits dabei, Gregor Koch (44) als neuen Wirt einzuarbeiten.

Viel Gastronomie-Erfahrung

Knapp drei Monate später sagt dieser: „Es war eine sehr, sehr freundschaftliche Übergabe. Ich habe den Laden schon vorher gut gekannt, jetzt kenne ich auch noch seine kleinen Geheimnisse.“

Über die Tücken und Erfordernisse der Gastronomie wissen er und seine Frau ohnehin Bescheid. Beide sind seit einem Vierteljahrhundert in der Branche zu Hause, vor gut 15 Jahren hatten sie sich im Don Juan am Zieroldsplatz erstmals selbstständig gemacht. Weitere Stationen als Angestellte waren für Katja Koch unter anderem der Rote Hahn, der Bischofshof am Dom oder auch das Mirabelle, Gregor Koch hat als Banker und zuletzt als Vertriebler bei der Brauerei Bischofshof zahlreiche wertvolle Einblicke „von der anderen Seite“ gewonnen. „Wir haben viel Gastro-Erfahrung und auch den kaufmännischen Background“, fasst er zusammen.

Der neuerliche Sprung in die Selbstständigkeit war dennoch alles andere als zwangsläufig. „Eigentlich hatte ich bei Bischofshof einen Traumjob. Uns ist auch klar, dass wir uns jetzt Arbeit gekauft haben.“ Warum macht man das dann? Für die Antwort führt der künftige Wirt erneut das besondere Verhältnis zu diesem Wirtshaus heran: „Die Kreuzschänke sticht alles. Die ist wie ein zweites Wohnzimmer für uns, hier fühlen wir uns heimisch.“

Damit es den weiterhin auch den (Stamm-)Gästen so ergeht, wollen die Kochs so wenig wie nur möglich ändern. „Man merkt einfach, dass Walter ganz viel Liebe in das Lokal gesteckt hat. Das soll auch weiterhin spürbar sein“, spricht Katja Koch die gefühlige Seite an, während ihr Mann ganz handfest ergänzt: „Die Kreuzschänke ist für Schnitzel und den großen Biergarten bekannt – und dafür, dass beispielsweise der Kartoffelsalat hausgemacht ist. Es wäre dumm, an diesen grundlegenden Dingen zu rütteln.“

Segen aus dem Kloster

Für Walter Buric gehörte zu diesen grundlegenden Dingen auch der gute Kontakt zu den Schwestern des benachbarten Klosters zum Heiligen Kreuz. Der älteste Dominikannerinnenkonvent Deutschlands ist Eigentümer der Kreuzschänke, die neuen Pächter wurden per Weihnachtsgruß schon herzlich willkommen geheißen. „Die Schwestern haben uns geschrieben, dass sie sich sehr darüber freuen, dass eine Familie das Wirtshaus führt. Das war wahnsinnig nett“, erzählt Katja Koch.

Ein weiterer wichtiger Faktor in Sachen Kontinuität: Das bewährte Team von Buric inklusive der beiden Köche bleibt mit an Bord. Verstärkt wird es künftig noch durch Emma und Pauline. Das sind die Töchter von Katja und Gregor Koch, die einst per Babyfon mit der Kreuzschänke verbunden waren. Ab 2. Januar sind auch sie mittendrin im Geschehen im Wirtshaus in der Kreuzgasse.