Bad Gögging bekommt ab Januar die Personalhoheit für niederbayerische Thermen

Von Jochen Dannenberg · 29. Dezember 2023 um 05:00

Die niederbayerischen Thermen stellen sich neu auf. Die Devise lautet: mehr Effizienz durch mehr Zentralität. Die Limes-Therme profitiert ab Neujahr.

„Wir sind mittendrin in der Neustrukturierung der Niederbayerischen Thermengemeinschaft“, sagt Franz Altmannsperger, strategischer Geschäftsführer der Thermengemeinschaft. „Neustrukturierung“ bedeutet, dass die fünf Thermen in Bad Birnbach, Bad Gögging, Bad Füssing, Bad Abbach und Bad Griesbach nicht mehr alle Aufgaben, die in der Gruppe anfallen, für sich allein lösen. So wird das Marketing für die fünf Thermen künftig von Bad Birnbach aus verwaltet.

Bad Gögging wird dagegen das Personal der Thermen führen und als Kompetenzzenttrum fungieren. Am 1. Januar soll die Limes-Therme mit der neuen Aufgabe beginnen. „Das Ziel ist eine effektive und effizientere Arbeit“, sagt Franz Altmannsperger. Wohl mit Schrecken denkt der strategische Geschäftsführer deshalb an die Corona-Pandemie zurück. Da hatten sich fünf Personalverwaltungen in den Thermen gleichzeitig mit der Auswirkungen der Pandemie für den jeweiligen Thermenbetrieb beschäftigt und das obwohl die Situation in den fünf Thermen nahezu identisch war.

„Gebündelte Kräfte“

Beim Marketing, das von Bad Birnbach als Kompetenzzenttrum geleitet wird, gehe es darum, mit „gebündelten Kräften“ zu einer „professionelleren Vermarktung“ zu gelangen. Bisher, so Franz Altmannsperger, habe jede Therme ihr Marketing nach eigenen Vorstellungen entwickelt. Doch da sehe man noch Potenzial. Auch deshalb sei zusätzliches Personal eingestellt worden. In der Summe , sagt der Geschäftsführer, erhoffe man sich jedoch einen Spareffekt.

Gleichwohl sind die jeweiligen Thermen-Zweckverbände unter Leitung des Bezirkstagspräsidenten Olaf Heinrich bemüht, keinen „Einheitsbrei“ zu produzieren. „Jede Therme hat einen eigenen Charakter“, stellt Franz Altmannsperger fest und verspricht: „ Jede Therme bleibt eine eigene Marke.“

Während insofern die Kaiser-Therme in Bad Abbach als die „gesündeste Auszeit vom Alltag in kulturreicher Nachbarschaft“ beworben werden soll, wird die Limes-Therme als die „entspannendste Gesundheitstherme, inspiriert von römischer Badekultur“ beworben. Unterscheidbarer macht die Thermen vermutlich etwas anderes – die möglichen Indikationsschwerpunkte. Für die Kaiser-Therme werden Muskulatur und Psyche genannt, für die Limes-Therme Verdauung und Stoffwechsel.

Hinter all den Bemühungen um eine Neustrukturierung der Thermen in Niederbayern steckt ein ambitioniertes Ziel: Die Thermen sollen „Europas führende Thermengemeinschaft für ganzheitliche Gesundheit zur Steigerung der Lebensqualität“ werden. So haben es die Zweckverbände jedenfalls festgelegt.

Freistaat gibt Fördermittel

Der Anspruch ist da, die Umsetzung noch nicht abgeschlossen. Für das geplante Finanz-Kompetenzzentrum, das in Bad Füssing beheimatet wird, fehlt noch das Personal, weshalb mit einer Inbetriebnahme möglicherweise erst in einem Jahr gerechnet wird. Dagegen gibt es für die Bereiche Personal und Marketing Fördermittel des Freistaats Bayern aus dem Topf für Interkommunale Zusammenarbeit.

Ansonsten hat sich der Tourismus erholt. Für Hotels, Pensionen und Gastronomie läuft es derzeit gut. Nach drei Jahren mit deutlichen Umsatzrückgängen hat der Tourismus in Bad Gögging fast wieder das Niveau aus der Zeit vor der Corona-Pandemie erreicht.

Der Kurort liegt bei der Zahl der Gästeankünfte derzeit nur noch knapp unter dem Niveau von 2019. Bei der Zahl der Übernachtungen liegt Bad Gögging sogar über dem Niveau vor der Pandemie. Diese Entwicklung war zu Jahresbeginn nicht abzusehen gewesen. Im Januar wurden nur magere 1730 Gästeankünfte verzeichnet. Zum Vergleich: Im Januar 2019 waren es 8200 Gästeankünfte gewesen. Doch in den weiteren Monaten dieses Jahres erholte sich der Kurort zusehends.

Der Kurort belebte sich auf breiter Front. So wurden bereits zur Jahresmitte von Hotels, Pensionen und auf den Camping- sowie Stellplätzen 30 Prozent mehr gemeldet. Bei den Übernachtungen wurden bis zum August 37 Prozent mehr gezählt als im Vorjahr. Reha-Kliniken und stationäre Einrichtungen meldeten Zuwächse von sieben bis acht Prozent bei Ankünften und Aufenthaltszeit.

Natürliche Heilmittel wie Thermalwasser locken in die niederbayerischen Kurorte. Foto: Dannenberg
Bad Gögging ist auch bei Aktivurlaubern beliebt. Foto: Dannenberg