Bunt und abwechslungsreich: So war das Jahr 2023 in Neustadt a.d. Donau

Von Jochen Dannenberg · 28. Dezember 2023 um 05:00

Das Jahr 2023 war nicht nur das Jahr großer Feiern im Zeichen des Jubiläums der Stadtrechte-Verleihung vor 750 Jahren. Es geschah auch sonst vieles und an vielen Stellen entwickelte sich Neustadt a.d. Donau weiter. Ein Überblick:

• Dorfladen: Hienheim hat endlich wieder einen Laden, in dem die Bewohner des Neustädter Ortsteils einkaufen können. Die Vakanz, die durch die Schließung des Bäckereigeschäftes entstand, wurde durch eine Bürgerinitiative geschlossen. Die hatte sich zum Ziel gesetzt, dass Hienheim einen Dorfladen bekommen sollte. In wenigen Monaten gelang, wofür andernorts Jahre vergehen: In dem früheren Bäckereiladen zog der Dorfladen ein. Das Projekt hatte viele Menschen im Dorf mobilisiert und das Konzept überzeugte. Die Öffnungszeiten wurden streng auf die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet und das Angebot ist streng regional aufgestellt.

• Verkehr: Die Einwohner des südlichen Ortsteils Mühlhausens freuen sich über die Verkehrsberuhigung in ihrem Dorf, denn die Hauptstraße in Mühlhausen, die frühere B299, wurde zurückgebaut. Bei der Gelegenheit entstand auch ein Radweg und ein hübsches Fleckerl zum Verweilen am Ortseingang. Außerdem wurde die abknickende Vorfahrt umgebaut, so dass Schnellfahrern die Freude am flotten Fahren genommen wird. Auch in Mühlhausen handelte es sich um ein Projekt, bei dem die Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt stand.

• Brücke: Um den Kraftverkehr ging es nicht nur in Mühlhausen, sondern auch bei einem Vorhaben, dass ein halbes Jahr lang mit Umwegen und Staus verbunden war. Die Donaubrücke der B299 wurde saniert. Im November hieß es schließlich wieder „freie Fahrt“ auf der Donaubrücke, worüber sich insbesondere die Bewohner der nördlichen Stadtteile Irnsing, Hienheim, Arresting und Marching freuten, da sie nun wieder eine schnelle Verbindung in die Kernstadt hatten.

• Stadtteil: Enorm entwickelt sich der Stadtteil Irnsing. Es wird ein neues Gewerbegebiet und ein neues Baugebiet geben. Außerdem gehen die Planungen für den neuen Kindergarten und die Tagespflege voran. Schlussendlich wurde auch für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gesorgt, indem das frühere Waaghäusl von der Stadt Neustadt a.d. Donau zu einem kleinen Laden umgebaut wurde. In Planung ist zudem ein lokales Wärmenetz auf genossenschaftlicher Grundlage, an dem auch die Stadt beteiligt ist.

• Kurort: Bad Gögging hatte unter der Corona-Pandemie sehr gelitten, die Behandlungs- und Übernachtungszahlen waren eingebrochen. Doch der Kurort hat sich erholt und hat bei den Behandlungs- und Übernachtungszahlen fast wieder das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie erreicht. Möglich wurde dies auch dadurch, weil die Stammgäste „ihrem“ Kurort treu blieben, die Limes-Therme in Betrieb blieb und die Beteiligten aus Hotels, Pensionen und Gastronomie sich einiges für die Gäste einfallen ließen.

• Natur: Mit dem Donautalprojekt des VÖF wurde der Schutz des Flusses und der flussbegleitenden Auen sowie der angrenzenden Leiten vorangetrieben. Mit dem Projekt sollen insbesondere die einzigartige Landschaft und ihre Naturschätze gesichert werden. Als Mahnung zum Respekt vor der Natur wurde im Sommer ein Leuchtturm des Eininger Künstlers Toni Schaller enthüllt. Im Herbst wurde in Eining die Arbeit des VÖF mit dem Projekt „Weidelandschaften und Biotopverbund im Donau- und Altmühltal“ fortgesetzt. Die Schafe der Schäferei Schlamp aus Eining leisten dabei einen Beitrag zum Arten- und Naturschutz und zum Erhalt der Kulturlandschaft.

• Explosion: Wüst sah es im Oktober im Vorraum des Kauflands aus, in dem der Geldautomat steht. Unbekannte Ganoven hatten zu nächtlicher Stunde den Geldautomaten gesprengt, die Täter mussten jedoch ohne Beute abziehen. Verletzt wurde bei der Tat niemand, der Sachschaden war beträchtlich.

• Gericht: Wegen versuchten Mordes musste sich im Herbst ein junger Syrer aus Neustadt vor Gericht verantworten. Dem Mann drohte eine hohe Haftstrafe, nachdem er im März in Neustadt a.d. Donau ein Auto demoliert und mit einem Messer auf seinen Nebenbuhler losgegangen war. Am Ende erkannte das Gericht lediglich auf versuchten Totschlag. Der Angeklagte kam mit einer Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, davon.

• Pumuckl: Meister Eder und den rothaarigen Kobold Pumuckl kennt jeder. Aber kaum jemand weiß, dass der Meister Eder ein gebürtiger Neustädter ist und Adolf Nadler hieß. Er lernte bei der Schreinerei Behr im Krähwinkel, ehe er sich in München eine eigene Werkstatt zulegte und dort Ellis Kaut, die Autorin der Pumuckl-Geschichten kennenlernte, die ihn zur Vorlage für den Meister Eder machte. Aktuell feien Pumuckl und sein Meister ein Comeback – im Kino und im Fernsehen.

• Jubiläum: Ganz viele Neustädter kennen sie, in diesem Jahr wurde sie 50 Jahre alt – die Anton-Balster-Schule. Schüler, Eltern und Lehrer feierten das Jubiläum der Mittelschule. Eine der Attraktionen waren die Möbel eines alten Klassenzimmers.

Adolf Nadler aus Neustadt a.d. Donau war die Vorlage für Meister Eder und den Pumuckl. Foto: Nadler
Beim Donautalprojekt wurde ein Leuchtturm des Eininger Künstlers Toni Schaller enthüllt. Foto: Dannenberg
Wüst sah es nach der Sprengung im Oktober im Vorraum des Kauflands aus. Foto: Polizeipräsidium
Die Erschließungsplanung für das neue Baugebiet in Irnsing wird gerade fertiggestellt. Foto: Dannenberg
Konrad Dichtl steht auf dem Geh- und Radweg, der nach dem Rückbau der Straße entstand. Foto: Abeltshauser
Im November hieß es wieder „freie Fahrt“ auf der B299-Donaubrücke bei Neustadt a.d. Donau. Foto: Dannenberg
Der Ansturm auf den Dorfladen Hienheim, der im Juli öffnete, sorgte auch für Warteschlangen. Foto: Dannenberg
Der Kurort Bad Gögging hatte sehr unter der Corona-Pandemie gelitten. Foto: Dannenberg