Nach Zinnober-Aus in Cham: Gibt es neue Pläne für Gebäude und Nachtleben?

Den großen Zapfenstreich hatte das Chamer Zinnober im Regentalcenter Ende November. Beim letzten Feier-Freitag gingen die Lichter auf der Tanzfläche für immer aus. Seitdem steht die Fläche hinter dem Kaufland leer.
Wie berichtet, verkündeten die Betreiber Philipp Lang und Michael Irlbeck vor wenigen Wochen überraschend das endgültige Aus der Chamer Kultdiskothek. Was mit der leergewordenen Fläche passiert, steht momentan noch nicht fest, wie Gebäudeeigentümer Hans Gietl jun. auf Anfrage mitteilt. „Uns tut es natürlich leid, dass sich die Inhaber zur Schließung entschlossen haben“, sagt er. Seitdem das Aus für die Kultdisco besiegelt worden ist, seien bei Gietl immer wieder Anfragen für eine Nachnutzung eingegangen.
Lesen Sie hier: Abschied nach 27 Jahren: Christian Schneider übergibt das Ruder in der Kultdisco Easy
Woran der Gebäudeeigentümer jedoch festhalten möchte, ist die Nutzung der Fläche als Diskothek. „Wir gehen momentan schon davon aus, dass da wieder eine Nachtgastronomie reinkommt“, sagt er.
Für weitere Geschäfte eigne sich die Fläche aufgrund der rückseitigen Lage eher weniger, „wenn dann vielleicht als Erweiterungsfläche für die bestehenden Läden“, so Gietl, der insgesamt aber optimistisch hinsichtlich eines passenden Nachmieters ist. „Die Erfahrung zeigt, dass sich immer wieder etwas Neues ergibt.“
Zinnober-Aus in Cham: „Was die Zukunft bringt, weiß man nicht“
Ebenso offen gestalten sich die Pläne der Club-Betreiber Philipp Lang und Michael Irlbeck. Wie bekannt ist, war es am Ende die geringe Nachfrage, die das Aus für die Kultdiskothek bedeutet hatte. Laut Irlbeck sind die nötigen Sanierungen und Neuanschaffungen nicht mehr sinnvoll gegenzurechnen gewesen.
Neue Pläne nach dem Ende der Chamer Zinnober-Ära hat das Betreiber-Duo aktuell nicht. „Was die Zukunft bringt, weiß man nicht“, hält sich Irlbeck über mögliche neue Projekte noch bedeckt.
Auf den letzten Feier-Freitag vor wenigen Wochen blickt er zufrieden zurück. „Das war auf alle Fälle eine der Nächte, die das Chamer Nachtleben geprägt hat“, ist er überzeugt. Anders als in den zuletzt spärlich besuchten Feiernächten haben dieses Mal zahlreiche Nachtschwärmer aus der Region noch mal die Gelegenheit genutzt, um ein letztes Mal auf Chamer Boden unter der größten Discokugel Deutschlands die Hüften zu schwingen.
Was passiert mit der größten Discokugel Deutschlands?
Apropos Discokugel: Diese bleibt laut Irlbeck zumindest in der nächsten Zeit noch in den Räumen, bis entschieden ist, wie ihre Nachnutzung aussieht. Fest steht hingegen, dass die Kugel mit ihren zwei Metern Durchmesser die ehemalige Diskothek wohl nicht auf herkömmlichen Weg verlassen wird, sagt Irlbeck. Denn die größte Tür im Gebäude sei nur 1,20 Meter breit.
Das MIA in Cham und das Zinnober in Bad Kötzting betreiben Lang und Irlbeck übrigens weiterhin.