Letzter Feier-Freitag im Zinnober: Warum die Disco-Legende in Cham schließt

Eine Disko-Legende hat ihren letzten Feier-Freitag: Das Café Zinnober schließt an diesem Abend für immer – allerdings soll es ein Abgang mit einem „Bumm“ werden, versprechen die Betreiber.
Das hat für Überraschung in der Szene der Chamer Nachtschwärmer gesorgt, weil Philipp Lang und Michael Irlbeck mit ihren Lokalen auch die Pandemie überstanden hatten. Wieso also jetzt und so plötzlich?
„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber am Ende war sie unumgänglich“, sagt Michael Irlbeck. Am 24. November ist letztmals geöffnet. Und, um es vorwegzunehmen: Diese Entscheidung betrifft nur das Zinnober in Cham – Bad Kötzting bleibt und das MIA in Cham bleibt auch. – Warum also gerade das Zinnober in Cham? Am Ende, sagt Irlbeck, sei die Nachfrage einfach nicht mehr so gewesen, dass man sinnvoll die nötigen Sanierungen und Neuanschaffungen gegenrechnen hätte können. Und auch die Abende habe man nicht mehr mit demselben Anspruch gestalten können, wie das bei vollem Haus möglich gewesen wäre.
Run nach Corona
Irlbeck bestätigt, dass es nach der Corona-Pandemie einen echten Run gegeben habe. „Da hatten wir dann plötzlich Personalmangel und Probleme mit der Beschaffung der notwendigen Produkte.“ Allerdings habe sich damals schon das Phänomen abgezeichnet, das Irlbeck humorvoll mit „Kellerbar und Weber-Grill“ umschreibt: Während der Pandemie hätten es sich die jungen Leute zu Hause schön eingerichtet. Mit eigenen Kellerbars und Grillabenden. Dazu kämen noch Netflix-Abende und Online-Bespaßung. „Wer es sich zuhause so schön gemacht hat, den holt man nur schwer da wieder in die Disko“, sagt Irlbeck. Teile dieser Pandemie-Generation gingen allenfalls noch alle 14 Tage aus und das sei halt für zwei Lokale in Cham zu wenig gewesen.
MIA in Cham bleibt
„Wir haben es lange probiert“, sagt Irlbeck. Und er hat eine klare Antwort auf die Frage, ob er das Zinnober Cham mit einem weinenden Auge gehen sieht: „Mit zwei! Wir haben da viel erlebt und es war eine schöne Zeit!“ Ob es Synergie-Effekte geben wird, indem Zinnober-Besucher ins benachbarte MIA abwandern, weiß er nicht: „Es wird nicht auf der einen Seite explodieren, nur weil wir auf der anderen schließen!“
Irlbecks Trost: „Fluktuationen sind in der Diskoszene ganz normal. Einer geht, einer kommt. Aber wir bleiben ja mit dem MIA in Cham, weil das der beste Standort ist. Und in Bad Kötzting sind wir auch noch.“