Hetze und Drohungen: Edeka-Chef aus Regensburg löscht Flüchtlings-Post

Damit hat Konstantin Gatzke nicht gerechnet: Der Chef des Edeka im Donaueinkaufszentrum hat vor rund einer Woche einen Brand-Post auf Facebook veröffentlicht. Darin prangerte er an, dass Asylbewerber in seinem Supermarkt massenhaft klauen. Über den Hilferuf aus Regensburg spricht inzwischen ganz Deutschland. Doch nun hat Gatzke seinen Post gelöscht.
Er wolle weder Linken noch Rechten eine Plattform bieten, erklärt der Edeka-Einzelhändler der MZ. Der Post wurde tausendfach kommentiert und geteilt – teilweise mit beleidigendem Inhalt. Rechte und Linke hätten den Beitrag „für ihre Sache“ genutzt, sagt Gatzke. Zudem sei gegen ihn gehetzt worden, zum Teil sei er sogar bedroht worden.
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„Mir ging es um Diebstähle – und nichts anderes.“ Zahlreiche überregionale Medien berichten darüber. Der Hilferuf wurde insbesondere von neurechten Plattformen aufgegriffen – zum Teil aber falsch wiedergegeben, sagt Gatzke. Er habe beispielsweise von schwarzer Kleidung geschrieben, ein Medium habe allerdings von schwarzer Hautfarbe geschrieben.
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Flüchtlings-Post aus Regensburg: Edeka-Chef wird überrannt
Mit diesem Echo habe er nicht gerechnet, sagt Gatzke am Telefon. „Ich wollte nur ein wenig Frust ablassen und wurde überrannt.“ Er habe nun entschieden keine Interviews mehr zu geben. „RTL, Welt und alle anderen wollten mit mir sprechen. Das Thema scheint vielen Menschen auf den Nägeln zu brennen.“ Dabei sagt Gatzke: „Ich will eigentlich nur ein ruhiges Weihnachtsfest feiern.“ Er hoffe, dass sich die Angelegenheit über die Feiertage beruhigt.
Gatzke will sich nicht von niemandem vereinnahmen lassen. „Ich bin weder links noch rechts.“ Der Edeka-Kaufmann hat selbst Migrationshintergrund. Zudem beschäftige er in seinen Märkten auch Flüchtlinge. „Wir brauchen die Leute.“ Er fordert aber auch: „Die Menschen müssen integriert werden.“ Dazu brauche es den Staat. „Wenn man die Leute in einem Flüchtlingsheim einsperrt, wo sie null Beschäftigung haben, dann kommen sie zwangsläufig auf blöde Ideen.“
Flüchtlinge klauen aus Supermarkt: Regensburger Edeka-Chef beklagt Einbußen von rund 300 Euro pro Tag
Gatzke schildert, dass es seit Herbst beinahe täglich zu Diebstählen komme. Rund 300 Euro verliere er dadurch – jeden Tag. Die Diebe nähmen dabei gezielt teure Waren ins Visier. Dazu kämen Kosten für Wachmänner – zwischen 250 und 300 Euro sind das täglich. Die Polizei bestätigte, dass es seit Herbst vermehrt zu Ladendiebstählen in Regensburg komme. Thomas Hasler, Sprecher der Polizeiinspektion Nord: „Auffällig ist, dass in circa einem Drittel der Fälle die ermittelten Tatverdächtigen die tunesische Staatsangehörigkeit haben.“ Gleiches beobachtet auch die Staatsanwaltschaft, wie Sprecher Thomas Rauscher Auskunft gab. Demnach seien insbesondere Personen aus Nordafrika als Intensivtäter aufgefallen. Mit dieser Tätergruppierung beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft im Rahmen eines Modellprojekts seit einigen Wochen besonders intensiv.